[TOS 022] Landru und die Ewigkeit

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Landru und die Ewigkeit“ kontrolliert ein geheimnisvoller Herrscher seit Jahrtausenden eine Zivilisation. Als einige Besatzungsmitglieder der Macht erliegen, greift Kirk ein.

Staffel 1, Folge 22, Sternzeit 3156,2
„Landru und die Ewigkeit“ – „Return of the Archons“

Landru und die EwigkeitDie Handlung von „Landru und die Ewigkeit“

Die Enterprise befindet sich im Orbit von Beta III. Kirk lässt nach Spuren eines seit 100 Jahren vermissten Raumschiffes, der Archon, suchen. Lieutenant Sulu kehrt völlig verändert von der Außenmission zurück. Er erkennt niemanden und spricht von einem gewissen Landru.

Kirk stellt ein Außenteam zusammen. Auf Beta III wird das Team Zeuge einer chaotischen Szenerie. Wüste Schlägereien, Zerstörungswut, Gewalt gegenüber Frauen. Sie erfahren später, dass der planetare Herrscher namens Landru diese eigenartige Festivität befohlen hat. Nachdem das seltsame Fest vorüber ist, werden die Bewohner schlagartig wieder sanft und friedlich.

Kirk und sein Team haben derweil eine Unterkunft bei einem Einheimischen namens Reger gefunden. Dort werden sie von einem Mann namens Hacom an Landru verraten. Zwei verhüllte Gestalten sind in seiner Begleitung. Mit geheimnisvollen Stäben töten sie ein Besatzungsmitglied der Enterprise. Dem restlichen Team gelingt gemeinsam mit Reger die Flucht.

Es stellt sich heraus, dass Landru die Enterprise angreift. Sie brächten Seuchen, welche auf Beta III alle töten würden. Der Herrscher will das Schiff zerstören und das Landungsteam in die Gesellschaft integrieren. Dies soll mit dem sogenannten Absorber geschehen. Das Gerät verändert die Persönlichkeit, wie bereits Sulu erlebt hat. McCoy wird absorbiert.

Kirk und Spock droht das gleiche Schicksal, allerdings rettet sie ein gewisser Marplon. Er und auch Reger gehören einer Art Guerilla an, die Landru bekämpfen will. Die beiden Offiziere schließen sich ihnen an. Sie entdecken, dass Landru ein Computer mit einem hochgradig ethischen Programm ist. Ohne Phaser ist Kirk gezwungen, Landru auf andere Art zu bekämpfen und überzeugt ihn, dass er seinem Volk nicht mehr diene.

Landru und die EwigkeitKritik

Wir finden hier eine völlig gehirngewaschene Gesellschaft vor. Der ominöse Landru herrscht über eine ferngesteuerte Zivilisation. Es soll eine friedliche Gesellschaft sein. Zwar sind die Bewohner von Beta III sanft und freundlich, aber in Wahrheit ist dies alles ein Gefängnis. Niemand denkt mehr selbst. Landru gibt alles vor.

Auch die regelmäßig wiederkehrende „Rote Stunde“ ist sein Wille. In dieser Zeit werden alle negativ konnotierten Gefühle freigelassen. Eine brutale Zügellosigkeit überrollt die sonst friedlichen Leute und macht aus ihnen Berserker. Zerstörungen, Verletzungen und Chaos sind die Folgen.

Warum die „Rote Stunde“ stattfindet, wird leider nicht erklärt. Ich gehe davon aus, dass dies als Ventil dienen soll. In ständig friedlichen, sanftmütigen Personen wird sich über einen gewissen Zeitraum Unmut anstauen. Um einer Unzufriedenheit entgegen zu wirken, hat Landru eine Möglichkeit geschaffen, allen Zorn und Missmut herauszulassen, egal wie.

In so engen Bahnen gelenkt kann eine Gesellschaft sich nicht entwickeln. Wir erfahren, dass eine echte Person namens Landru diesen Computer vor 6.000 Jahren programmiert hat. Seitdem leben die Betaianer in dieser Art und Weise. Statt Entwicklung herrscht hier Stagnation. Das Volk wird von einem künstlichen Herrscher regiert. Wobei dies bereits eine Art Religion zu sein scheint. Landrus Helfer sind geheimnisvolle, angsteinflößende Kuttenträger. Der Herrscher scheint allgegenwärtig zu sein. Niemand traut sich, etwas Gegenteiliges über Landru zu sagen. Der Computer ist zu einem diktatorischen Gott geworden. Statt einer Utopie, wo alles seine Ordnung hat, ist eine Dystopie entstanden.

Umso verständlicher ist es, dass einige Mutige sich dem entgegenstellen.

Die Frage, ob Kirk sich überhaupt einmischen durfte, ist meiner Meinung nach positiv zu beantworten. Denn in die Entwicklung dieses Volkes wurde bereits eingegriffen. Eine Person namens Landru kommt von Außerhalb und programmiert kurzerhand moralische und ethische Werte in einen Computer. Wie kommt er zu der Annahme, einfach einzugreifen? Auch das erfahren wir nicht. Wohl aber, dass dieser Eingriff ein Gefängnis entstehen lässt, welches eine weitere Hilfestellung von außen erfordert. Das Volk einem künstlichen Diktator zu überlassen, wäre grausam gewesen.

Funfacts:
  • Kirk „redet einen Computer zu Tode“. In dieser Folge geschah es das erste Mal. Insgesamt überzeugt er in TOS viermal eine Maschine, sich selbst zu zerstören.
  • Die Episode wurde in einem Comic (Die neue Zeit 3) aufgefasst. Dort sind Landru und die Gesellschaft ein geheimes Föderations-Experiment.
Der deutsche Titel

„Landru und die Ewigkeit“ heißt es. Da wir erfahren haben, dass Landru Beta III bereits vor 6.000 Jahren beeinflusst hat, passt der Titel gut. 6.000 Jahre Stagnation und Diktatur mit den ewig gleichen Abläufen können einem wirklich wie die Ewigkeit erscheinen.

Der englische Originaltitel „Return of the Archons“ nimmt Bezug auf das Raumschiff, welches 100 Jahre vor Kirks Ankunft auf Beta III gestrandet ist. Die Überlebenden wurden absorbiert. Dabei müssen einige entweder immun gewesen oder entkommen sein, denn aus ihnen erwuchs eine Untergrundbewegung. Mit Kirks Handeln schaffen die Rebellen es, ihren Plan, Landru zu stürzen, zum Ziel zu bringen.

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
Kirsten Pevestorf

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Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

Ein Gedanke zu „[TOS 022] Landru und die Ewigkeit

  • 12. Juni 2019 um 18:30
    Permalink

    Die Folge habe ich mir kürzlich auch noch einmal angesehen und demnächst für einen Artikel über Gesetzgeber verwenden.

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