[Perry Rhodan NEO 201] Mission auf Mimas

Lesezeit circa: 4 Minuten

„Mission auf Mimas“ Iratio Hondro auf Mimas – das Grauen greift um sich

Mission auf Mimas
Bild © Pabel-Moewig Verlag KG

Erschienen: 31. Mai 2019
Autoren: Michelle Stern & Lucy Guth

So liest sich „Mission auf Mimas“

Iratio Hondro scheint eine sehr mächtige Person zu sein. Aus dem künstlichen Koma heraus kann er geistig andere Menschen beeinflussen, allen voran Ras Tschubai, der ebenfalls im Koma liegt. Bei Ras kommt das Koma durch den Zellaktivator. Die Dinger der Meister der Insel werden auch Winterschlafzellaktivatoren genannt, weil man mit ihnen immer wieder für Jahre in einen komaähnlichen Zustand verfällt. Soweit konnte ich mir alles zusammenreimen, und ich muss gestehen, mir sagt dies Konzept sehr zu. So kann man wichtige Handlungsträger Abseits der Handlung parken, ohne sich jedesmal einen spezifischen Hintergrund auszudenken. So kann auch mal eine Person mit speziellen Fähigkeiten im kritischen Moment fehlen oder zurückkehren.

Verwirrt hat mich Sud, eine Person, die aus der Zusammenführung von Sue Miafiore und Sid Gonzales entstanden ist. Auch wenn ich hier nur raten kann scheint es, als sei Sud weiblich und der Anteil von Sue größer. Welche gemeinsamen Psifähigkeiten beide haben wird noch nicht erwähnt. Ich muss echt unbedingt die Neos ab 49 nachholen. Aber ok, ein paar Kapitel später steht es, Sud ist weiblich und scheint einen größeren Anteil Sue zu haben, Sid scheint eher geringer vertreten. Dennoch, ich bin und bleibe verwirrt.

Auch Julian Tifflor, der mir in NEO übrigens weit besser als in der klassischen Serie gefiel, ist ein alter Mann. Keine Zellaktivatoren für jede Figur, die die Leser auch nur halbwegs gut finden? Mag ich.
Das Geheimnis um Iratio Hondro verdichtet sich von Seite zu Seite, wobei mein Mecker-Sektor wieder anspringt. Man hält ihn im vermeintlichen Koma, stellt aber fest, so wirklich sediert scheint er nicht zu sein. Gerade bei einem Wesen, welches vermeintlich tausende Menschen auf dem Gewissen hat wäre dies Anlaß zu allerhöchster Alarmstufe. Entfernung von Mimas, Isolation irgendwo weit weit im All, nur von Robotern bewacht, fertig. Aber ich verlange wohl wieder Dinge, die im Endeffekt eine spannende Handlung unmöglich machen würden. Seufz.

Flucht um jeden Preis

Anyway, der olle Iratio gebärdet sich auch hinsichtlich seiner Fähigkeiten ein wenig wie anno dazumal Ribald Corello. Gewissenlos, rücksichtslos und nur auf sein Ziel, vorerst die Flucht von Mimas, fixiert. Dass er dabei Menschenleben gefährdet, Ras Tschubai umzubringen droht, ist Hondro egal. In Nebensätzen lernen wir ganz nebenbei die Schattenseiten der umweltangepassten Siedler kennen, die Rückschläge des Human Genome Projects. In der klassischen Serie waren damals die Epsaler ja einfach mal da und erst fast 60 Jahre später konnten wir von den Schattenseiten lesen. Dass man dies bei NEO anders macht und von Anfang an die negativen Dinge erwähnt liebe ich so an der Serie. Ebenso genial der Kniff, Ras Tschubai mit Hondros Geist Kontakt aufzunehmen, der sich hier als kleiner Junge präsentiert. Es wird klar, dass Hondro fast komplett böse ist, mindestens ein Soziopath. Und es verleiht dem Heft einen Gruselfaktor. Ein Gegner, der hunderte oder tausende Menschen im vorbeigehen geistig übernehmen oder töten kann wirkt meistens einfach nicht so bedrohlich wie einer, der wie hier gezielt vorgeht und dabei keinerlei Skrupel zeigt. Macht den Vorgang wirklich greifbarer.

Ab der gelungenen Flucht Hondros nach Olymp, also ab Kapitel 15, wirkt das Heft allerdings irgendwie fast künstlich in die Länge gezogen. Der Zeitpunkt für einen Cliffhanger wäre perfekt gewesen. Ich bin gerade gespannt, was in den verbleibenden Kapiteln kommt, bislang sieht es eher nach sanftem Ausklingen aus. Und genau das kam dann auch. Kann man machen. Das Happy End für Ras fand ich dann aber doch nicht so passend und vor allem etwas abgehetzt. Wenn schon, dann wäre ein längerer Überlebenskampf mehr mein Geschmack gewesen.

Fazit: „Mission auf Mimas“ ist ein solides Heft, spannend, unterhaltsam, zuweilen gruselig und bedrückend. Das Ende war nicht ganz so meins. Wenn ich nach Punkten von 1 bis 10 bewerten würde wäre Band 200 eine 10 gewesen und dieses Heft eine gute 7/10 mit klarer Tendenz zur 8.

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Mario Staas

Mario ist Jahrgang 1974 und seit Ewigkeiten Perry-Rhodan-Leser. Er liest die komplette Reihe gerade zum dritten Mal und lässt uns daran teilhaben.
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