Eines ist nach dieser Episode klar: Die Kindheit von John Stewart war alles andere als normal.
Der Werdegang einer Green Lantern
2016: John Stewart (Aaron Pierre) fällt durch ein Loch in ein Gebäude rein. Er läuft einen Gang entlang, bis er zu einer Tür kommt, wo ihn eine Frau begrüßt. Sie bittet ihn zu warten und lässt ihn über einen Tag lang allein. Als sie zurückkommt, ist sie überrascht, dass er noch da ist und fängt mit ihm sein Bewerbungsgespräch an. Sie ist eine der Guardians of the Universe und John Stewart ist ein Kandidat für den Posten der Green Lantern der Erde.
Er erzählt ihr von seinem Werdegang. Sein Vater, John Sr. (J. Alphonse Nicholson), wurde kurz nach seiner Geburt getestet, ob er das Material für eine Green Lantern hat. Er fällt allerdings durch den Test durch und als später Hal Jordan als Green Lantern sein Debüt feiert, beschließt er, gemeinsam mit seiner Frau Bernadette (Jasmine Cephas Jones) seinen Sohn für diesen Posten vorzubereiten. Systematisch sorgen sie dafür, dass John Stewart furchtlos ist, auch wenn dieser dadurch seine anderen Talente nicht so wirklich zur Reife bringen kann.
Man hat ja bereits in der ersten Lanterns-Folge, Pilot einen Eindruck davon gekriegt, wie John Stewart erzogen wurde. Die Szene, in der man sieht, wie er sich einen Apfel auf den Kopf platzierte, damit sein Vater ihm diesen vom Kopf schießen kann, hat sich eingeprägt. Außenseiter baut darauf aus.
Der Sohn soll es werden
In dieser Folge, die sich einzig und allein um John Stewart dreht, erfährt man vieles über seinen Werdegang. Darüber, wie seine Kindheit war. Wie er zum Militär kam und was er dort erlebt hat. Sowie schließlich, was ihn dazu führte, zu einer Green Lantern zu werden.
Es ist einiges. Derweil es ebenso einige Überraschungen gibt. Die vielleicht Größte ist, dass John Stewarts Vater ebenfalls in Betracht kam, eine Green Lantern zu werden. Doch er schaffte anscheinend einen wichtigen Test zu Beginn nicht, weshalb die Wahl auf Hal fiel. Was John Sr. sichtlich zu schaffen macht. Und was ihn am Ende eben dazu trieb, seinen Sohn jegliche Furcht auszutreiben.
Interessant ist, dass er damit nicht alleine ist. Auch Johns Mutter unterstützt ihn bei diesen Bemühungen, wenn auch nicht mit so vollem Elan, wie ihr Ehemann. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Guardian of the Universe sie in Menschenform aufsucht und ihr sagt, dass ihr Sohn vielleicht das werden könnte, was sein Vater nicht sein konnte. Wobei sie am Ende sogar mehr Mut aufweist, als ihr Ehemann, als sie sich von einem noch jungen John Jr. einen Apfel vom Kopf schießen lässt.
Ein Ehrgeiz, der auf der Realität basiert
Dieser enorme Ehrgeiz, dieser unbedingte Wille vor allem des Vaters, dieses Drillen zur Furchtlosigkeit hin mag einem heutzutage befremdlich vorkommen. Es hat allerdings reale Vorbilder. So mancher farbiger Sportler berichtet davon, wie es die Eltern waren, die ihr Kind gnadenlos auf Erfolg getrimmt haben. Bestes Beispiel sind dafür die Williams-Schwestern, die jahrelang den Tennissport dominierten und darüber berichteten, wie ihr Vater sie sehr gnadenlos trainierte.
Das rehabilitiert die Eltern von John nicht. Gibt aber eine glaubwürdige Erklärung dafür ab. Es ist der unbedingte Wille, dass der Sohn da erfolgreich sein soll, wo es der Vater nicht sein konnte. Dass er dadurch besser ist, als sein Erzeuger.
Wobei das ausschlaggebende Talent, dass dazu führt, das John zu einem Kandidaten für die Green Lantern wird, nicht seine Furchtlosigkeit ist. Sondern seine Begabung als Künstler. John Stewart war in den Comics eine zeitlang auch als Architekt tätig, was man vermutlich hier als Grundlage genommen hat.
Eine großartige Folge
Ebenso, wie auch seine Arbeit als Marine mit berücksichtigt wurde. Denn als solcher wurde John ausgebildet, auf einem streng geheimen Einsatz geschickt. Und als der schieflief, weil Hal Jordan eingriff, wird er als Sündenbock missbraucht und unehrenhaft entlassen. Was John mit steinerner Miene akzeptiert.
All dies führt zu einer hochinteressanten Folge. Eine, in deren Verlauf man John Stewart besser kennenlernt. Gleichzeitig aber auch eine, in der die Haupthandlung nicht weiter vorwärtskommt. Das muss man akzeptieren und sich nicht darüber aufregen. Falls man das dennoch tut, entgeht einem eine weitere großartige Episode.
Info
Regie: Stephen Williams
Drehbuch: Vanessa Baden Kelly
Showrunner: Chris Mundy
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