Mit dieser Episode belebt Star Trek eine alte Tradition wieder, derweil die Serie sich endlich wieder auf seine Wurzeln besinnt.
Gimmicklos
James T. Kirk (Paul Wesley) ist unterwegs zur Farragut, macht allerdings einen Abstecher zur Enterprise, um dort mit La’an Noonien Singh anzubandeln. Doch all dies tritt in den Hintergrund, als auf ein Mal der Held des klingonischen Kriegs, Admiral Simon Seeger (Joe Morton) auftaucht. Er hat die Spur eines getarnten Schiffes entdeckt, das für das Vardan Massaker verantwortlich ist, bei dem 5 Millionen Zivilisten ums Leben kamen. Da Kirk technisch gesehen Spock vom Rang her höher gestellt ist, wird er somit zum ersten Offizier des Heldens. Doch je länger die Jagd nach dem Schiff andauert, desto unberechenbarer wird der Admiral.
Captain Christopher Pike (Anson Mount) kann in diese Situation nicht eingreifen. Er ist gemeinsam mit Commander Una (Rebecca Romijn), Schwester Chapel (Jess Bush), Ensign Uhura (Celia Rose Gooding) und Kadett A’Sha (Bianca Nugara) auf einer Außenmission. Wo sie schon bald feststellen müssen, dass dies eine Falle ist, in die sie reintappen. Und am Ende kommt es auf Uhura an, um den Tag zu retten.
Ein Manko der aktuellen Star Trek – Strange New Worlds-Season war, dass sie sehr gimmicklastig war. Dass sie anscheinend lieber Priorität auf eine andere Art von Präsentation setzte, anstatt sich darauf zu fokussieren, wieder typische Star Trek-Unterhaltung zu bieten. Verhältnismäßigkeiten bietet genau Letzteres.
Spitzenleistung
Es ist eine typische „Star Trek“-Folge. Einer, in der es um Fragen von Moral geht, darum, ob und inwieweit das Wort eines Vorgesetzten Gewicht hat und wann nicht. Kurz: Es werden wieder dicke Bretter gebohrt.
Getragen wird dieser Plot von zwei Figuren, die allerdings interessanterweise beide nicht Teil des Casts der Serie sind. Paul Wesley als James T. Kirk ist ein wiederkehrender Gaststar, der schon oft gemeinsam mit anderen Crewmitgliedern der Enterprise am Ende den Tag gerettet hat. Admiral Seeger hingegen wird von dem Schauspielveteranen Joe Morton (Terminator 2: Tag der Abrechnung) dargestellt.
Und beide machen in dieser Folge eine Spitzenleistung. Es ist interessant, wie sehr sich Seeger immer mehr und mehr in die Jagd nach dem getarnten Schiff reinsteigert. Wie er gefühlt immer mehr und mehr dem Wahn verfällt, es zur Strecke zu bringen, als Rache dafür, dass es seine Familie getötet hat. Es ist sein Moby Dick und er ist eine Art Captain Ahab.
Wieder ein Badmiral
James T. Kirk hingegen steht allem eher skeptisch gegenüber. Er beobachtet, wie der Admiral sich reinsteigert, wie er sogar irgendwann willens ist, das Leben von 5000 Zivilisten wegzuwerfen, nur weil auf deren Welt das Raumschiff gelandet ist. Ihm selbst kommen immer mehr Zweifel an der Sache, die er immer lauter äußert. Doch er dringt nicht durch, weshalb er am Ende zu riskanten Methoden greift.
Dabei gibt es zwischen ihm und Seeger ebenfalls eine Verbindung. Sein Vater hatte unter Seeger gedient und auch mit in der Schlacht gekämpft, die dem Admiral seinen Ruf brachte. Doch gibt es ein unausgesprochenes Geheimnis, dass die ganze Zeit im Hintergrund köchelt, ehe es anschließend zu Tage tritt. Und was dann natürlich alles ändert.
Es ist ein großartiger Plot. Erneut hat man es, wie in klassischen Zeiten, mit einem Badmiral zu tun. Und wieder kann man sehen, wie Paul Wesley immer mehr und mehr zu dem TOS-Kirk wird. Im Prinzip lohnt sich schon allein wegen des A-Plots das Zuschauen.
Ein grandioser Gegenspieler
Doch auch der B-Plot kann überzeugen. Weil hier die Stunde von Uhura schlägt. Sie ist es, die am Ende den Tag rettet. Die die Andorianer und ihren Anführer hinters Licht führt. Und sich am Ende sogar physisch mit ihnen anlegt.
Dabei muss man auch den Anführer der Gauner erwähnen. Dieser wird großartig dargestellt. Er hat jede Menge Charisma und wirkt überragend. Er strahlt eine Lässigkeit, aber ebenso eine Gefährlichkeit aus, wie sie diese Rolle genau braucht. Weshalb dann sein Ende schade ist.
Ein Eingeständnis
Verhältnismäßigkeiten ist aber ansonsten eine großartige Folge. Es ist auch eine verdammt unterhaltsame, mit jeder Menge Anspielungen und Veränderungen Richtung TOS.
Info
Regie: Sharon Lewis
Drehbuch: Alan B. McElroy
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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Warpskala
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