Ethan Winters hat seine Frau retten können und lebt nun in Europa. Doch die Vergangenheit holt ihn ein.
Als direkte Fortsetzung zu Resident Evil 7 waren die Erwartungen natürlich hoch. Immerhin hatte dieses Spiel den Horror zurück ins Franchise gebracht, was unter anderem am Perspektivenwechsel lag. Kann Village den Erwartungen gerecht werden?
Handlung
Ethan und Mia leben drei Jahre nach dem Bakers-Vorfall in Europa und haben einen kleine Tochter mit dem Namen Rose. Eines Nachts dringt Chris Redfield in das Haus ein, tötet Mia und verschleppt Ethan und Rose. Der Transporter gerät aber in einen Unfall, den nur Ethan überlebt, von Rose fehlt jede Spur. Er kämpft sich durch einen Wald und erreicht ein Dorf, in dem er von Werwolf artigen Kreaturen angegriffen wird…
Rezension
Es fiel mir schwer, dem Intro zu folgen, weil hier etliches komisch wirkt. Mia will nicht über früher reden, Chris erschießt sie einfach so und entführt Ethan und Rose. Es wird alles irgendwie erklärt, aber zu Beginn hatte ich eigentlich keine Lust weiterzuspielen. Mir war das alles schon wieder zu viel Verschwörung, darum muss es ja immer bei Resident Evil gehen. Als ich dann dem ersten Lycan begegnete hatte ich heftige Resident Evil 4 Flashbacks – vor allem, als das Dorf überrannt wurde, zum Ende hin ein schwerer Brocken auftauchte, das Ganze aber mit einer lauten Sirene abgebrochen wurde.
Definitiv inspiriert von Resident Evil 4
Und da fiel mir die große Ähnlichkeit mit dem legendären Teil auf. Ein Mädchen wird entführt (okay, Ashley ist eher eine junge Frau), der Protagonist macht sich auf die Suche danach, findet dabei ein Dorf mit einem Schloss in der Nähe, wird überrannt und auf einmal ist alles vorbei. Später muss er noch einen See überqueren und gegen ein Fischmonster kämpfen. Dazu hat auch Ethan einen Händler, der immer wieder irgendwo auftaucht, wo er eigentlich nicht sein könnte.
Aber kein Klon
Man hat sich hier definitiv inspirieren lassen und wenn gerade der Anfang nicht so offensichtlich wäre, würde ich gar nichts sagen. Der Kampf mit Moreau (dem Fischmonster) zum Beispiel läuft komplett anders ab, als in Resident Evil 4 – man sitzt nicht im Boot, man muss Wege über das Wasser schaffen und letzten Endes den Stausee ablassen. Dann erst kann man wirklich gegen ihn kämpfen. Schnell weicht das anfängliche „Schon mal gesehen“-Gefühl, denn auch wenn es stellenweise die gleiche Grundidee ist, die Umsetzung ist anders. Nur der anfängliche Part ist wirklich sehr dicht an der Idee des alten Spiels, ist am Ende aber zu verschmerzen. Trotzdem finde ich es schade, dass man dies so gemacht hat, denn man bekommt hier den Eindruck, dass dieser Teil erneut in Richtung Action geht, obwohl der direkte Vorgänger noch wesentlich mehr Horror beinhaltete.
Realismus darf man nicht erwarten
Wir reden hier von Resident Evil, da ist es klar, dass einfach alles irgendwie unrealistisch ist. Schon im ersten Teil machte es keinen Sinn, dass ein Haus so viele Puzzle hatte, wenn man irgendwo hin wollte. So haben wir natürlich auch hier Puzzle, die keinen Sinn ergeben. Und wir haben auch handlungstechnisch Dinge, die keinen Sinn ergeben. Mia und Ethan „fliehen“ nach Europa und wohnen zufällig in Reichweite von Mutter Miranda, die das Kind der beiden für ein Ritual braucht? Ethan bekommt die Hand abgetrennt und hält sie einfach wieder dran? Und seine Jacke wächst auch gleich wieder zusammen? Es ist schon teilweise echt haarsträubend, aber es dient eben alles dem Plot – und zumindest das Überleben von krassen Verletzungen wird auch erklärt. Ebenso, warum Chris Mia erschossen hat. Und natürlich, warum Rose überhaupt so wichtig ist.
Abwechslung wird hier groß geschrieben
Waren die bisherigen Spiele eigentlich immer sehr ähnlich, was Gameplay und Kämpfe angeht, gibt es auch Vertreter, die da mehr Abwechslung boten. Das wird hier nochmal getoppt, denn die vier Bereiche rund um das Dorf und die dazugehörigen Bosse sind so unterschiedlich, dass die freischaltbaren Waffen und die unendliche Munition nur stellenweise von Vorteil sind. Lady Dimitrescu, die im ersten Bereich das Sagen hat, ist ein Stalker-Gegner, sie verfolgt uns also durch ihr Schloss. Ihre drei Töchter dienen als Zwischengegner, bevor wir die Lady selbst auf der höchsten Stelle ihres Schlosses erlösen. Dazu müssen wir erst einen Dolch finden, denn auch die stärksten Waffen können sie nicht mal verlangsamen.
Danach geht es zu Donna Beneviento. Dieser Bereich ist komplett anders, ohne Waffen müssen wir einen Ausweg aus ihrem Haus finden. Dabei werden wir von einem grotesken Baby verfolgt und müssen später eine Puppe finden, die wir verletzen können. Und wenn wir hier fertig sind, geht es zum bereits erwähnten Moreau, der vor allem im ersten Durchlauf komplizierter ist, als man sich das vielleicht zuerst dachte.
Im industriell geprägten Bereich von Heisenberg bekommen wir gleich zwei Mini-Bosse. Zuerst treffen wir auf Urias, den wir schon im Dorf getroffen haben. Selbst wenn wir ihn dort mit Waffengewalt besiegt haben, hier müssen wir erneut ran. Und dann kommt noch Sturm – eine Art Cyborg mit einem Propeller auf der Brust, vor dem wir erst fliehen müssen und später ihn auch bekämpfen. Der Kampf gegen Heisenberg findet dann auf einem Mini-Panzer statt, der neben einem MG und einem Raketenwerfer auch eine Kettensäge zum Blocken hat. Haben wir all dies geschafft, wechseln wir kurz zu Chris Redfield. Dieser hat nicht die Waffen von Ethan, findet aber wirklich überall Munition. Wir mähen einfach alles um, was uns in den Weg kommt – dazu gehört auch der ältere Bruder von Urias, was den Bosskampf von Chris darstellt.
Dann geht es zurück zu Ethan, der sich mit der Drahtzieherin Mutter Miranda anlegt – dieser Bosskampf ist dann im Vergleich recht „normal“. Schießen und ausweichen. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch im Mercenaries-Modus austoben, der ähnlich wie in den bisherigen Versionen ein Kampf gegen die Zeit und Gegner ist.
DLC
In der Gold Edition sind auch noch sämtliche Erweiterungen enthalten. Dies beinhaltet die Story-Erweiterung Shadows of Rose, neue Charaktere für den Mercenaries-Modus und die Option, in die Third-Person-Ansicht zu wechseln. In Shadows of Rose spielen wir Rose, die Tochter von Ethan und Mia, die mittlerweile ein Teenager ist und übersinnliche Fähigkeiten hat. Sie arbeitet für Chris Redfield, der ihr einen Auftrag gibt – Rose will aber lieber ihre Fähigkeiten loswerden und ein normales Mädchen sein. Als sie sie Chance dazu bekommt, wird sie schnurstracks in den Folterkeller von Schloss Dimitrescu gezogen. Rose hat dabei andere Möglichkeiten – so kann sie die Gegner lähmen, muss sich aber auch mal leise fortbewegen. Hier glänzt der DLC, denn im zweiten Abschnitt steckt der meiste Horror des gesamten achten Teils. Ankreiden kann man lediglich, dass es nur leicht veränderte alte Gebiete gibt. Da war man bei anderen Spielen bei den Bonusspielen/DLCs auch schon mal einfallsreicher.
Fazit zu Resident Evil 8 – Village
Ich gebe es ehrlich zu, als Resident Evil Fan spiele ich die meisten Spiele zum Release. Auch dieses wollte ich spielen, hatte aber bei der Attacke im Dorf – also so grob nach 10 Minuten Spielzeit, keine Lust mehr. Ich wollte es zu einer anderen Zeit nachholen, doch es kamen viele andere Spiele dazwischen. Jetzt, nachdem ich Resident Evil 9 durchgezockt hatte, habe ich mich wieder gewagt. Und ich muss sagen, mir gefällt der Teil. Ich hätte mich nicht ins Bockshorn jagen lassen sollen und es einfach weiter versuchen, denn dieser Teil der Winters-Story steht dem ersten in nichts nach. Anders – aber trotzdem gut. Deswegen gibt es die gleiche Wertung wie beim direkten Vorgänger.
Info
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Veröffentlichung: 7. Mai 2021
Plattform: Google Stadia, Microsoft Windows, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series, macOS
Spiel-Engine: RE Engine
Genre: Survival Horror
Altersfreigabe: USK 18
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