Wieder zu Hause
|

Review: Blade Runner 2019 – Wieder zu Hause

Lesezeit circa: 4 Minuten

Wieder zurück auf der Erde macht Ashina Jagd auf Alexander Selwyn, damit dessen Tochter Cleo vor ihm sicher ist.

Blade Runner 2019: Bd. 3: Wieder zu HauseHandlung

Bevor die Haupthandlung einsetzt, gibt es einen kurzen Rückblick auf das Leben von Ashina, beginnend mit ihrer Kindheit im Jahr 2000. In drei Schritten wird erzählt, wie sie ihr Cyborg-Korsett erhalten und schlussendlich 2013 ihre Karriere als Blade Runner gestartet hat.

Von da aus macht der Comic noch einen Sprung ins Jahr 2026, wo Ash wieder auf der Erde weilt und nach Alexander Selwyn sucht. Erst wenn sie ihn ausgeschaltet hat, kann sie sicher sein, dass er seine Tochter Cleo und deren Replikantenersatzmutter Isobel in Ruhe lässt. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig, denn in Ashs Abwesenheit hat sich auf der Erde einiges geändert.

Zunächst einmal ist Tyrell gestorben und dann gab es einen großen Blackout. Tyrells Konzern ist zerschlagen und der Firmensitz liegt in Trümmern, weshalb Ash dort wenig brauchbare Informationen erhält. Nachdem sie in der Ruine von einer Horde Obdachloser aufgemischt wurde, erhält sie immerhin Hilfe von einem verwirrten Tyrell-Mitarbeiter, der das Ende des Konzerns seelisch nicht verkraftet hat. In dem Glauben, es wäre immer noch das Jahr 2022 und Tyrell hätte Ash geschickt, gibt er ihr die Namen aller Beteiligten am Isobel-Projekt.

Bevor sie ihre Suche fortsetzen kann, wird Ash von der Polizei aufgegriffen. Da Selwyn ihr den Mord an seiner Frau angehängt hat, ist ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt. Hilfe erhält sie von ihrer ehemaligen Vorgesetzten Wojciech und einer Handvoll untergetauchter Replikanten. Nachdem sie entkommen ist, begibt sie sich zu Selwyns alter Villa in Santa Barbara. Dort wartet dieser bereits auf Ash und hat zu seiner Unterstützung vier Exemplare von Hythe mitgebracht, die offensichtlich ein Replikantenmodell ist.

Selwyn hat die Reste des Tyrell-Konzerns übernommen und baut illegal weiter Replikanten für die reiche Oberschicht. Diese haben allerdings keinen freien Willen, sondern sind auf absoluten Gehorsam programmiert. Nicht immer ganz erfolgreich, wie sich beim anschließenden Showdown herausstellt.

Rezension von Blade Runner 2019 – Wieder zu Hause

Wieder zu Hause ist der Abschlussband der Blade Runner 2019-Reihe, der mit einer zufriedenstellenden Auflösung aufwartet. Die Handlung nimmt zwischendurch ein paar holprige Wendungen, ist aber sonst klar auf das Finale ausgerichtet. Dieses ist schon fast ein Happy End, denn Cleo und Isobel werden nicht länger verfolgt und können in Frieden nach Arcadia aufbrechen, während Ash auf der Erde bleibt, wo sie sich zu Hause fühlt.

Ob das wirklich das Ende ist, bleibt jedoch abzuwarten. Immerhin wird die nächste Reihe Blade Runner 2029 bereits angekündigt. Das wäre im Übrigen kein so großer zeitlicher Sprung wie zwischen dem ersten und zweiten Band von Blade Runner 2019. Der Titel trifft eigentlich nur auf Teil 1 zu, was ein wenig verwirrend ist. Zusammen mit Ashinas Vorgeschichte erstreckt sich der vorliegende Band sogar über einen Zeitraum von 26 Jahren.

Optisch fällt das Finale wieder etwas bunter aus als der blasse zweite Band. Dennoch wirken die Farben irgendwie entsättigt und holen mitnichten das Maximum an Tiefe aus den Bildern heraus. Die sind an und für sich sehr gut gezeichnet, doch mangels Tusche sind die Linien oft unpräzise, wodurch die Bilder unfertig wirken. Im hinteren Teil des Bandes gibt es neben einer Covergalerie wieder mehrere Prozessbeispiele vom Skript zur fertigen Seite. Ansonsten findet sich diesmal kein weiteres Bonusmaterial.

Fazit

Die durchgehende Erzählung ist über alle drei Bände gelungen und findet hier ihren würdigen Abschluss. Zeichnerisch gibt es kaum etwas zu beanstanden, nur die Koloration hätte etwas besser ausfallen können. Immerhin ist sie nicht gar so blass wie im zweiten Band, aber da die Filmatmosphäre vor allem von den Farben abhängt, wären etwas kräftigere Töne und realistischere Farbverläufe wünschenswert gewesen. Sieht man einmal darüber hinweg, ist die Comicreihe absolut empfehlenswert, da sie eine eigenständige Geschichte mit einer starken Protagonistin im bekannten Blade Runner-Universum erzählt.

Info

Autor: Mike Johnson
Zeichner: Andrés Guinaldo
Farben: Marco Lesko
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

  • Story
    8/10
  • Zeichenstil
    8/10
  • Koloration
    7/10
8/10
Total Score
Letzte Artikel von Sebastian Bach (Alle anzeigen)

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen