Das Spiel der Götter Das Reich der sieben Städte
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Review: Das Spiel der Götter 02: Das Reich der sieben Städte

Lesezeit circa: 4 Minuten

Das Reich der Sieben Städte ist die Quelle einer Rebellion.

Mildernde Umstände

Die Wüste Ranraku wird für das malazinische Imperium zu einer potentiellen Bedrohung. Denn in ihr braut sich eine Rebellion zusammen, und die örtlichen Kräfte, angeführt von der Faust Coltaine, sind in der eindeutigen Unterzahl.

Doch ist dies nicht das Einzige, was in dem Reich der Sieben Städte geschieht. Da ist zum einen das Jaghut-Halbblut Icarium, das auf der Suche nach seinen Erinnerungen ist und von dem Trell Mappo begleitet wird, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass sein Gefährte mit der Mission scheitert. Und da ist die Adelige Felisin aus dem Haus Paran, die von ihrer Schwester Tavore verraten und gefangen worden ist. Ihre Begleiter sind der Historiker und ehemaliger Fener-Priester Heboric und der stoische und undurchschaubare Baudin.

Das Reich der Sieben Städte ist der erste Roman in der Das Spiel der Götter-Reihe, bei dem die Vorlage auf zwei deutsche Bände aufgeteilt wurde. Normalerweise würde dies hier jetzt zu erheblicher Kritik führen. Doch im Falle von Steven Eriksons Romanreihe gibt es diverse mildernde Umstände. Da ist zum einen der Umfang: Wäre der übersetzte Roman in einem Teil auf den Markt gekommen, hätte er locker an der 1000-Seiten-Marke gekratzt. Und Bücher mit einem solchen Umfang sind nur sehr, sehr, sehr selten erhältlich. Zu anderen hat der Autor seinen Roman selber in „Bücher“ genannte Teile aufgeteilt, die zwar insgesamt eine zusammenhängende Story erzählen, aber dennoch für sich alleine stehen und sich auch dementsprechend lesen lassen.

Tiefes Luftholen

Dabei wirkt das Buch ein wenig wie Luftholen. Wie die Vorbereitung für eine kommende Katastrophe. Das merkt man vor allem beim Plot um Coltaine, die Faust – so der Titel eines malazanischen Kommandanten –, die von der drohenden Rebellion weiß. Und deshalb Informationen sammelt und Vorsorge trifft.

Doch der eigentliche Protagonist dieser Handlung in Das Reich der Sieben Städte ist der Historiker Duiker. Hier lernt man einen älteren Mann kennen, der eine militärische Vergangenheit besitzt und Verbindungen zum früheren Imperator hat. Er ist jemand, der die Ereignisse mit einer gewissen Nüchternheit beobachtet und doch gleichzeitig von Geschehnissen überrascht wird.

Dass etwas geschieht, merkt man auch beim Plot um Icarium und Mappo. Hier erfährt man, dass Gestaltwechsler und Vielwechsler – also Wesen, die sich in mehrere Gestalten gleichzeitig verwandeln können – sich auf den Weg ins Zentrum der Wüste machen. Etwas ist dort, was sie wie magisch anzieht.

Ein ungewöhnliches Paar

Dabei lernt man ein eher ungewöhnliches Protagonistenpaar kennen. Icarium ist ständig auf der Suche nach seinen Erinnerungen und Mappo soll ihn insgeheim daran hindern, diese wiederzukriegen. Eine Aufgabe, unter der er leidet, weil er sich ständig Sorgen um seinen Freund macht, dass er zu große Fortschritte macht, dass er sich an zu viel erinnert. Wieso genau dies so schlimm ist, das deutet Steven Erikson in Das Reich der Sieben Städte erstmal nur an.

Der vielleicht heftigste Plot des gesamten Buches beinhaltet die Geschehnisse um Felisin, Heboric und Baudin. Heftig vor allem deshalb, weil einem das Schicksal der jüngeren Schwester von Ganoes Paran nahe geht. Der Autor verschont den Leser nicht, als er schreibt, wie sie sich in der Gefangenschaft den Drogen und den Versprechungen des stärksten Mannes hingibt, und ihre Persönlichkeit dabei immer zynischer und negativer wird. Etwas, was Baudin nicht so gut gefällt.

Heboric ist dabei in diesem Trio der Abgeklärteste.Weil er eine kontroverse Position vertreten hat, hat er seine Hände verloren. Sie wurden ihm abgehakt, weshalb er jetzt mit Armstümpfen durch die Gegend rennt.

Die Charakterisierungen sind Das Reich der Sieben Städte gelungen. Wobei auch hier wie beim ersten Band gilt, dass man sich die Geschichte erarbeiten muss. Was vor allem dadurch erschwert wird, dass der Handlungsschauplatz ein völlig anderer ist und Verbindungen zu den Ereignissen und Protagonisten des vorherigen Teils kaum vorhanden sind. Doch es lohnt sich, sich auf die Story einzulassen. Denn erzählen, das kann Steven Erikson wie kaum ein anderer.

Das Spiel der Götter 02 Das Reich der sieben Städte
Cover © Blanvalet

Autor: Steven Erikson
Titel: Das Spiel der Götter 02: Das Reich der sieben Städte
Originaltitel: Deadhouse Gates. A Tale of the Malazan Book of the Fallen 2, Part 1
Übersetzer:  Tim Straetmann
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 10/2013
Einband: Taschenbuch
Seiten: 506
ISBN: 978-3-442-26965-5
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Positiv

  • Icarium und Mappo
  • Duiker
Götz Piesbergen

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