Review: Die Philosophie in Star Trek

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Die Philosophie in Star Trek liegt ein herausforderndes Sachbuch vor.

Der Kopf ist dieses Mal besonders gefordert

Wenn es um Star Trek geht, kann der Cross-Cult-Verlag schon seit Jahren durch sein umfangreiches und großartiges Romanprogramm überzeugen. Sachbücher zu diesem Franchise sind hingegen bislang kaum welche von dem Verlag herausgebracht worden. Wenn, dann war dieses geliebte Universum oft „nur“ Anlass, um darüber aus Fan-Sicht zu schreiben oder die Abhandlungen von Julian Wangler zu zelebrieren.

Die Philosophie in Star Trek ist anders. Das verrät schon der Titel. Anstatt beispielsweise die naturwissenschaftlichen Aspekte abzuhandeln, stehen dieses Mal die geisteswissenschaftlichen Perspektiven im Mittelpunkt. Dafür fand sich ein besonderes Kreativteam.

Klaus Vieweg wurde 1953 geboren und studierte Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sowie der Humboldt-Universität in Berlin. Er promovierte 1980 und habilitierte 1988. Er hatte Gastlehrtätigkeiten überall in der Welt, wie beispielsweise an der Universität Turin oder der Fudan University Shanghai. Ebenso hatte er Forschungsaufenthalte an Universitäten in Wien, Tokyo oder Rom.

Nicht einfach zu lesen

Olivia Vieweg kam 1987 zur Welt. Sie studierte visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität und machte dort auch ihr Diplom. Danach etablierte sie sich als Autorin und Künstlerin von Graphic Novels oder Kinder- und Jugendbüchern.

Die Philosophie in Star Trek ist kein einfach zu lesendes Buch. Das sagt einem der Autor auch gleich im Vorwort. Vielmehr hat man es hier mit einem Sachbuch zu tun, dass einen fordern will und ebenso fordert. Klaus Vieweg empfiehlt einem, manche Passagen mehrmals zu lesen und anschließend über das Gelesene nachzudenken.

Doch selbst dann dürfte es vorkommen, dass einen ein Gefühl der Überforderung überkommt, weil man selbst beim fünften Mal lesen gewisse Gedankengänge ohne genau Kenntnis der Hintergründe nicht nachvollziehen kann. In diesem Fall empfiehlt es sich, erstmal weiterzulesen und später mit etwas Abstand sich nochmal dran zu wagen. Denn Klaus Vieweg bemüht sich durchaus, seine Abhandlungen so zu formulieren, dass man sie auch als Nicht-Philosoph verstehen kann.

Kaum Abschweifungen in andere Trek-Serien vorhanden

Dabei konzentriert er sich fast ausschließlich auf die ursprüngliche Serie als Ausgangsmaterial für seine Texte. Ausflüge in andere Trek-Reihen unternimmt er nur selten und wenn, dann nur für kurze Anspielungen. Das ist einerseits schade, da es einen durchaus interessieren würde, zu was ihn beispielsweise die Taten von Jean-Luc Picard inspirieren würde, der ja von allen Star Trek-Kapitänen der intellektuellste war, aber andererseits hätte eine solche Berücksichtigung vermutlich zu einer Verwässerung seiner Analysen oder einer Überlänge des Buches geführt.

Die Illustrationen von Olivia Vieweg sind gelungene Unterstützungen zu den oft mental herausfordernden Passagen von Die Philosophie in Star Trek. Die Künstlerin skizziert dabei Szenen oder Personen, von denen gerade im Text die Rede ist. Manchmal sind diese Darstellungen noch durch kurze Zitate ergänzt, die den Inhalt der philosophischen Abhandlungen ergänzen. Die Gesichter sind überwiegend nasenlos, doch daran stört man sich schon nach kurzer Zeit nicht, einfach weil die Zeichnungen absolut passend sind.

Die Philosophie in Star Trek ist kein simples Buch. Es erfordert viel Denkarbeit und die Bereitschaft, eine Passage nicht nur ein Mal, sondern gleich mehrere Male zu lesen und auch darüber nachzudenken, ehe man sie versteht. Doch wenn man sich darauf einlässt, bereut man es nicht. Die gelungenen Illustrationen von Olivia Vieweg unterstützen dabei die Aussagen des Autors Klaus Vieweg.

Die Philosophie in Star Trek
Cover © Cross Cult

Bewertung 15/15

Autoren: Klaus Vieweg, Olivia Vieweg
Titel: Die Philosophie in Star Trek
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 06/2016
Einband: Taschenbuch
Seiten: 299
ISBN: 978-3-86425-865-7
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

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Götz Piesbergen
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