Spotlight: Jack Arnold

Lesezeit circa: 5 Minuten

Jack Arnold ist vor allem für seine SciFi-Filme aus den 1950er Jahren bekannt.

Geprägt durch die Kindheit

Wenn man sich das Oeuvre von Jack Arnold anguckt, so findet man eine interessante und vielfältige Karriere vor. Er hat Regie sowohl bei Dokumentationen, wie auch bei SciFi-Filmen und Krimiserien geführt. Aber vor allem sein Werk aus den 1950er Jahren war es, das ihn berühmt machte.

Geboren wurde er am 14. Oktober 1916 in New Haven, Connecticut. Seine Eltern waren russische Immigranten. Er selbst las als Kind sehr viele Science-Fiction-Geschichten, was ihn und seine Karriere prägen sollte. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden, weshalb er sogar auf die American Academy of Dramatic Arts ging, um dort zu studieren. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er zunächst als Vaudeville-Tänzer, ehe er 1935 seine erste Rolle am Broadway erhielt.

Doch dann kam der Zweite Weltkrieg. Und als Pearl Harbor geschah, der japanische Angriff auf den gleichnamigen amerikanischen Hafen, meldete er sich fast sofort zur Armee und wurde dort Kadett, mit dem Ziel, Pilot zu werden. Flugzeuge waren in dieser Zeit jedoch eher spärlich gesät, weshalb es Jack Arnold zeitweise zum Signal Corp verschlug, wo er einen Crashkurs in Kinematographie erhielt. Er wurde daraufhin Kameramann und unterstützte als solcher den Filmemacher Robert Flaherty bei dessen diversen Militärfilmen. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau Betty kennen. Schließlich wurde er zum Piloten und war zeitweise in New Rochelle, New York stationiert.

Ein Meister der SciFi

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete er gemeinsam mit dem Geschwaderfreund Lee Goodman eine Produktionsfirma. Das Geschäftskonzept von Promotional Films Company war, dass sie Filme zum Spenden-Sammeln für gemeinnützige Organisationen drehten. Zeitgleich trat der spätere Regisseur jedoch auch weiterhin auf dem Broadway auf, wo er sogar zeitweise mit Bela Lugosi auf derselben Bühne stand.

Seine Film- und Fernsehkarriere fing 1947 an, als er den Dokumentationsfilm The Valley of Shadow produzierte und auch gleichzeitig Regie führte. Dokumentationen waren wirklich das, was die Karriere von Jack Arnold in jener Zeit prägte. Höhepunkt war sicherlich 1950, als er beauftragt wurde, With These Hands, eine Doku über die Arbeitsbedingungen des frühen 20. Jahrhunderts, zu machen. Er selbst trat übrigens in dem Film in einer Minirolle als kommunistischer Agitator auf. Der Lohn der Mühe war eine Nominierung für den Oscar als beste Dokumentation.

Der erste Standardfilm, den er drehte, war 1953 der Film-Noir Das Gläserne Netz. Doch was ihn für viele Science-Fiction-Fans zu einer Legende machte, waren seine phantastischen Werke in den 1950er Jahren. Er erschuf diverse Genre-Streifen, angefangen mit Gefahr aus dem Weltall, der auf dem damaligen 3D-Hype mitfuhr. Der Schrecken vom Amazonas (1954) sowie die eher unbekannte Fortsetzung Die Rache des Ungeheuers präsentierten eine furchterregende Kreatur mit nachvollziehbaren Motiven. Auch Metaluna IV antwortet nicht aus dem Jahr 1955 gilt für viele Fans als ein Highlight jener Epoche. Für den Horrorfilm Tarantula schrieb Jack Arnold außerdem zusätzlich die Story des Films. Von 1955 bis 1956 drehte er vier Folgen für die Fernsehserie Science Fiction Theatre.

Der Mann fürs Kultige

Doch Höhepunkt dieser Zeit war Die unglaubliche Geschichte des Mr. C. Der Film wurde für sein Skript und die visuellen Effekte hochgelobt, ebenso wie auch die Schwarz-Weiße-Kinematographie hervorgehoben wurde. Diese Periode des Schaffens von SciFi-Filmen ging dann mit Auslaufen der 1950er Jahre langsam zu Ende. Zu den letzten Genre-Werken, die er drehte, gehörten The Space Children (1958) und Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958).

Doch das bedeutet nicht, das Jack Arnold dadurch arbeitslos wurde. Im Gegenteil: Er blieb weiterhin im Film- und Fernsehgeschäft aktiv, in dem er beispielsweise von 1959 bis 1960 die Comedy-Thriller-Serie Mr. Lucky sowohl produzierte, wie auch in einigen Episoden Regie führte. Ebenso schrieb er das Drehbuch zu Staatsaffären, den er zusätzlich noch drehte, einem Comedyfilm mit Bob Hope in der Hauptrolle. Die Kultcomedyshow Gilligans Insel war ebenfalls eine Serie, wo er bei vielen Folgen auf dem Regiestuhl saß, derweil er gleichzeitig auch als Produzent der Reihe aktiv war.

Ihr Auftritt, Al Mundy war die nächste Kultserie, bei er viele Funktionen hinter der Kamera übernahm. Und in der berühmten Comedyshow Drei Mädchen und drei Jungen führte er bei insgesamt 15 Folgen Regie. 1974 verschlug es ihn ins Western-Genre als er Boss Nigger, einem Blaxploitation-Film, drehte. 1977 erschuf er mit Sex and the Married Woman einen der ersten Softcore-Filme und kehrte 1981 zurück zur Scifi.

Ein letztes Mal die Science-Fiction

Denn die Serie Buck Rogers ließ ihn für zwei Folgen auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Seine letzten Regiearbeiten waren von 1977 bis 1984 acht Episoden von Loveboat. Der Abschluss seiner Film- und Fernsehkarriere geschah 1985, als er einen Auftritt als Mann mit Hund in Kopfüber in die Nacht hatte, einer Actionkomödie mit Jeff Goldblum und Michelle Pfeifer in der Hauptrolle.

Jack Arnold verstarb am 17. März 1992 an einer Arteriosklerose im Alter von 75 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau Betty Arnold, mit der er seit 1945 verheiratet war, sowie zwei Kinder, darunter auch Susan Arnold, die wie ihr Vater Produzentin wurde.

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Götz Piesbergen
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