Doom Patrol
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Review: Doom Patrol 08 – Danny Patrol

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Danny Patrol bittet eine lebendige Straße um Hilfe.

Lebendige Straßen? Warum nicht?

Das Büro der Normalität will Danny die Straße vernichten. Diese benötigt, um das zu verhindern, Hilfe und wendet sich daher an die Doom Patrol. Victor Stone und Larry Traynor (Matt Bomer (Stimme), Matthew Zuk (Körper)) folgen dem Hilferuf und wissen zunächst nicht, wie sie vorgehen müssen. Denn der Straße geht es nach Jahren des Davonlaufens sehr schlecht.

Derweil kommt nach den Ereignissen der letzten Zeit eine Persönlichkeit von Crazy Jane (Diane Guerrero) zum Vorschein, die unbedingt aufgehalten werden muss. Es handelt sich um Karen, die die Fähigkeit besitzt, dass sich Leute in sie verlieben. Davon sind auch unschuldige Menschen betroffen, weshalb Rita Farr (April Bowlby) und Cliff Steele (Brendan Fraser (Stimme), Riley Shanahan (Körper))  versuchen, sie so sanft wie möglich zu überreden, dass ihr Vorgehen keine gute Idee ist. Doch ob sie wirklich erfolgreich sind, steht auf einem anderen Blatt.

In Danny Patrol lernt man Danny die Straße kennen, eine Straße, die sich ihrer selbst bewusst und außerdem genderqueer ist, ebenso kann sie sich oder andere teleportieren. Eine verrückte Idee, deren Ursprung auf die Grant Morrison-Stories der Doom Patrol-Comics zurückzuführen ist und die in dieser Folge sehr gut umgesetzt wird.

Danny Patrol

Eine Persönlichkeit ohne Körper

Vor allem die Art und Weise, wie Danny mit ihrer Umgebung kommuniziert, ist absolut genial. Denn im Prinzip ist alles, was auf ihr zu finden ist, eine Möglichkeit, mit der sie mit anderen Leuten interagieren kann. So wird Rauch in Worte geformt oder Werbeanzeigen dazu genutzt, Sätze anzuzeigen. Zu keinem Zeitpunkt wird sie mit einem menschlichen Körper als Avatar dargestellt und trotzdem hat man wirklich das Gefühl, dass man es hier mit einem lebendigen Charakter zu tun hat.

Einem, der den Leuten, die wegen ihrer sexuellen Vorlieben gejagt werden, eine Möglichkeit bietet, sich hier auszuleben. Deshalb findet man hier vor allem Dragqueens oder Transmenschen vor, die, so wird es gesagt, normalerweise gezwungen werden, bestimmten Erwartungen zu entsprechen und wenn sie dies nicht tun, gejagt werden. Gleichzeitig sind diese Personen für sie auch eine wichtige Energiequelle, denn wenn die Leute, die auf ihr wohnen, aktiv sind oder Party machen, tut ihr das gut.

Die Einführung des Büros der Normalität als Gegenspieler ist ebenso gelungen. Es sind interessante Antagonisten, von denen man gerne mehr erfahren möchte. Anscheinend sind sie sehr darauf aus, diejenigen, die sie als abnormal empfinden, entweder dazu zu nutzen, um sie als Soldaten gegen die einzusetzen, die sie als feindlich definieren. Oder die, die sich weigern oder zu unnormal sind, wie es eben bei Danny der Fall ist, werden gejagt und vernichtet. Auch Larry Traynor hat so seine Erfahrungen mit dieser Organisation gemacht und zwar keine positiven.

Erstaunlicherweise Langeweile

Das Interessante in Danny Patrol ist, wie sowohl Larry als auch Victor mit dem Hilfegesuch der Straße umgehen. Derweil Cyborg in bester Superheldenmanier agiert und den Feind direkt attackieren will, ist Larry zurückhaltender. Dabei wird klar, dass ihm bei der Wiederbelebung der Straße eine wichtige Rolle zukommt. Das Problem ist nur, dass er sich ziert und nicht wirklich möchte. Eher widerwillig wird er quasi dazu gebracht, was für die Serie typisch ist. Und in dieser Folge hat dies für ihn sogar positive Auswirkungen.

Derweil also der Plot rund um die titelgebende Straße begeistern kann, sieht es bei der Handlung um die neueste Persönlichkeit von Jane im Vergleich nicht so gut aus. Zwar ist es interessant zu sehen, was diesen Charakter ausmacht, doch will dieser Handlungsfaden an sich nicht so recht überzeugen.

Das Problem ist, dass man sich hier langweilt. Zwar kann man verstehen, dass die Macher der Serie in Danny Patrol versuchen, etwas Neues zu wagen und so beispielsweise Cliff Steele buchstäblich draußen in der Kälte stehen lassen, doch die Kombination Rita und Jane will hier nicht funktionieren. Denn die Versuche der ehemaligen Schauspielerin, mit ihrer Teamkollegin vernünftig zu reden, wirken eher halbherzig und uninspiriert. Der Funke will nicht so recht überspringen.

Danny Patrol

Ein vielversprechendes Ende

Dabei hat dieser Plot durchaus einige interessante Aspekte aufzuweisen. Etwa, wenn man sieht, wie eine andere Jane-Persönlichkeit in einer verbal heftigen Sprache vor Karen warnt. Oder das Ende, das verspricht, dass man sich endlich näher mit der Quelle der vielen Aspekte von Crazy Jane beschäftigen wird. Nur leidet dies eben darunter, dass die Handlung an sich einen eher nicht anspricht.

„Danny Patrol“ ist eine „Doom Patrol“-Serie, in der ein Plot interessanter ist als der andere. Immerhin verspricht das Ende, dass man sich jetzt mit einem Thema beschäftigen wird, dass schon vor langer Zeit angesprochen, aber nie ausführlich behandelt worden ist.

Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Wunderbar schräge Danny the Street
  • Darstellung der Straße
  • Vielversprechendes Ende

Negativ

  • Plot um Karen-Persönlichkeit von Crazy Jane
Götz Piesbergen
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