Lesezeit circa: 4 Minuten

Luke Cage ist nach Falcon der zweite afroamerikanische Marvel-Held. Zu den Avengers ist er allerdings erst sehr spät gestoßen.

Power ManHandlung

Der Band beginnt mit vier Ausgaben der Power Man & Iron Fist-Reihe. Luke Cage ist gerade erst freigesprochen worden, da wird er auch schon von zwei Cops attackiert, die mit dem Urteil nicht einverstanden sind. Nachdem Luke und Danny die beiden abserviert haben, bekommen sie es in der Nightshade-Trilogie mit Kampfrobotern eines weiblichen Verbrecherbosses zu tun. Auf die Spur der Gangsterin bringt sie allerdings die Polizistin Misty Knight.

In der New Avengers-Story verschlägt es Luke Cage derweil nach Philadelphia, wo ein ehemaliger Schützling von ihm Probleme mit dem organisierten Verbrechen hat. Leodis liegt bei Lukes Ankunft bereits im Krankenhaus, aber wie sich zeigt, ist er daran nicht ganz unschuldig. Er hat sich nämlich den Gangstern angeschlossen und dabei nicht einkalkuliert, dass diese Konkurrenten haben.

Um Leodis aus der misslichen Situation rauszuhauen, muss Luke erst mal in Erfahrung bringen, wer der wahre Kopf des organisierten Verbrechens in Nordphiladelphia ist. Dabei hilft ihm Arthur, der Cousin von Leodis. Der Computernerd findet tatsächlich eine Spur, welche in die Politik führt. Nachdem Cage dort aufgeräumt hat, kann er endlich zurück zu seiner Frau Jessica Jones und der gemeinsamen Tochter Danielle.

Rezension zu Power Man

Die alten Hefte machen diesmal mehr als die Hälfte des Bandes aus, weshalb es sich nicht vermeiden lässt, sie in die Gesamtwertung einfließen zu lassen. Der Auftakt ist noch ganz okay, die Nightshade-Trilogie wirkt dagegen arg an den Haaren herbeigezogen. Selbst wenn Nightshade schlau ist und studiert hat, stellt sich unweigerlich die Frage, wo sie ihre Armee von Kampfrobotern her hat. Alle selbst gebaut? Wenn ja, woher stammte das Material? Das bekommt man ja nicht mal ebenso im Baumarkt um die Ecke. Das ist hochentwickelte Militärtechnologie.

Obendrein wirken die Terminatoren total lebensecht, sodass Luke Cage und Danny Rand sie erst einmal für Menschen mit Superkräften halten. Das übersteigt bei Weitem den technologischen Stand der Entstehungszeit dieser Comichefte. Von daher hätte es schon eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte gebraucht, um der Story Glaubwürdigkeit zu verleihen. Stattdessen muss einfach hingenommen werden, dass die Schurkin irgendwie an diese Killermaschinen gekommen ist.

Immerhin bieten die alten Hefte aber Einblicke in das Umfeld von Luke Cage. Wer die Netflix-Serie kennt, wird dabei vieles wiedererkennen. So wird ein Gegner namens Bushmaster erwähnt und ebenso kommt die Polizistin Misty Knight vor, welche bereits einen Cyborgarm besitzt. Allerdings haben Power Man und Iron Fist noch ihre albernen Superheldenkostüme, die sie in nur jeweils einer Folge der entsprechenden Netflix-Serien tragen. Eine nette Hommage an die Comics aus den 1970er und 80er Jahren.

In der drei Kapitel umfassenden New Avengers-Story hat Luke Cage bereits das Aussehen aus der späteren Serie – mit Glatzkopf und normaler Alltagskleidung. Außerdem ist er mit Jessica Jones zusammen und hat mit dieser eine gemeinsame Tochter. Diese Beziehung wird in der Jessica Jones-Serie zumindest vorübergehend aufgegriffen.

Die Handlung um Lukes in Not geratenen ehemaligen Schützling ist ganz okay. Es geht mal wieder um organisiertes Verbrechen und illegale Drogengeschäfte. Street-Level halt. Es könnte sich genauso gut um einen Shaft-Comic handeln. Wer sich für so etwas begeistern kann, ist mit dem Comic bestens bedient. Positiv ist auf jeden Fall, dass Luke Cage etwas Anstand und Moral vermittelt. Außerdem ist er inzwischen kein „Held für Geld“ mehr, sondern handelt aus Überzeugung, weil er einfach hilfsbereit ist.

Grafisch sind diese drei Kapitel nicht ganz einheitlich. Vor allem das erste wirkt ziemlich dahingekritzelt, die anderen beiden sind etwas sauberer gezeichnet. Die größte Verbesserung gegenüber den alten Heften sind die gelungenen Perspektiven, welche die Bilder um einiges lebendiger wirken lassen. Die Koloration ist okay, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau. Alles in allem passt der Stil zum eher rauen Straßenniveau.

Im Bonusmaterial gibt es wie immer Hintergrundinfos zum Charakter des Helden sowie zu seiner Entstehung. Es sollte nicht überraschen, dass vor allem die ersten Werke stark an die Blaxploitation-Filme der 1970er angelehnt sind. Kein Wunder also, dass sie stark überzeichnet sind.

Fazit

Was den vorliegenden Band so interessant macht, sind die Wurzeln der Netflix-Serien zu Luke Cage, Iron Fist und Jessica Jones. Wie diese sind auch die Comics stark miteinander verwoben. Die Storys der frühen Hefte können nicht wirklich mitreißen, die Handlung der New Avengers-Ausgaben ist da schon deutlich aussagekräftiger. Somit ist der Band, welcher als Nr. 14 in der Marvel Superhelden-Sammlung erschienen ist, durchaus interessant, wenn auch kein Meilenstein.

Info

Autor: Chris Claremont / John Arcudi
Zeichner: diverse / Eric Canete & Pepe Larraz
Farben: diverse / Chris Chuckry & Andres Mossa
Verlag: Marvel / Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

Warpskala

Warpskala
5 10 0 1
  • Story
    5/10
  • Zeichenstil
    4/10
  • Koloration
    6/10
  • Vorgeschichte
    3/10
5/10
Total Score

Kommentar verfassen