Diane Guerrero

Spotlight: Diane Guerrero

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Diane Guerrero hat in ihrer Jugend einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen.

Allein in der Heimat

Stell dir vor, du kommst nach Hause und findest heraus, dass deine gesamte Familie nicht mehr da ist. Noch schlimmer, später stellt sich heraus, dass du die Einzige bist, die von dem Schicksal, dss deine Familienmitglieder getroffen hat, verschont geblieben bist. Und du bist erst 14 Jahre alt.

Dieses Schicksal hat Diane Guerrero erlitten. Sie kam am 21. Juli 1986 in Passaic, New Jersey zur Welt. Ihre Eltern waren Kolumbianer, die, mit ihrem älteren Bruder, versuchten, die US-Staatsbürgerschaft zu erlangen, die sie ja dank ihrer Geburt in den Vereinigten Staaten automatisch erhielt. Doch die Bemühungen fruchteten nicht, so dass die Familie, bis auf Diane, zurück nach Kolumbien deportiert wurden.

Für die spätere Schauspielerin war dies ein schwerer Schlag. Sie selbst war, als dies geschah, 14 Jahre alt. Laut eigener Aussage kam sie von der Schule nach Hause zurück und fand es leer vor. Die Lichter waren an und das Essen war gerade vorbereitet worden, doch es war niemand mehr da. Erst ihre Nachbarn konnten sie aufklären, was da geschehen war. Alleine wurde sie in den darauffolgenden Jahren von anderen kolumbianischen Familien aufgenommen.

Zu arm für die Schauspielerei?

Diane Guerrero studierte an der Boston Arts Academy Musik. Während dieser Zeit sang sie in einer Jazz Band. Sie träumte zwar von der Schauspielerei, doch meinte sie, dass dies für eine arme Latina, die sie damals war, nicht in Frage käme. Und so arbeitete sie nach ihrem Studium in einer Anwaltsfirma. Erst als sie 24 Jahre alt war, wagte sie sich daran, die Schauspielkunst zu erlernen. 2011 zog sie nach New York und studierte das darstellerische Handwerk in den Susan Batson Studios, wo sie auch ihren späteren Agenten und Verlobten Josh Taylor kennenlernte.

Ihre erste Filmrolle war in dem Kurzfilm Ashley/Amber, wo sie die Titelrolle erhielt. Ein Jahr darauf hatte sie eine kleine Rolle in dem Film Beyond Control und trat in dem Kurzfilm Saved by the Pole als Stripperin Princess auf.

Doch ihren großen Durchbruch konnte sie 2013 feiern. In diesem Jahr wurde sie in der Netflix-Comedy-Drama-Reihe Orange is the New Black in die Rolle der Maritza Ramos gecastet. Und genau wie Diane Guerrero selbst hatte auch diese Figur kolumbianische Wurzeln. Die Schauspielerin war von der zweiten bis zur fünften Staffel Teil des Maincasts und kehrte für einen Gastauftritt in der neunten und letzten Season zurück.

Eine facettenreiche Schauspielerin

2014 landete sie eine wiederkehrende Rolle in der Comedyserie Jane the Virgin. Insgesamt 24 Mal konnte man als Lina bewundern, eine Figur, die sie bis 2019 wiederholt darstellte. 2014 war auch das Jahr, in dem sie in dem Drama Emoticon 😉 eine große Rolle hatte. Und 2015 war sie die Hauptdarstellerin in Peter and John.

Nach all den Dramen kehrte Diane Guerrero 2017 wieder ins Comedy-Genre zurück, als sie in der kurzlebigen Reihe Superior Donuts eine Rolle erhielt. So konnte sie in der zweiten Staffel der Serie für insgesamt 21 Episoden Sofia darstellen, in die sich der Hauptcharakter Franco verliebte.

Es war schließlich im Jahr 2019, als die Schauspielerin ihre Paraderolle erhielt. In der Serie Doom Patrol, die auf den gleichnamigen Comics basierte, spielte sie Crazy Jane. Eine Frau mit über 40 verschiedenen Persönlichkeiten, die noch dazu unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Eine große schauspielerische Herausforderung für sie, da sie diese 40 entsprechend unterschiedlich darstellen musste. Doch war dies eine Aufgabe, die sie mit Bravour meisterte und immer noch meistert, da die Serie erst vor Kurzem verlängert wurde. 2021 sprach sie in dem Zeichentrickfilm Encanto die Figur Isabela. Ebenso sang sie auch die Lieder, in der dieser Charakter zu hören war.

Über die Deportation ihrer Eltern und was das für sie für Konsequenzen hatte, schrieb Diana Guerrero gemeinsam mit Michelle Bufford eine Biographie mit dem Namen In The Country We Love. Die sollte auch verfilmt werden, doch nach langem hin und her landeten die Filmrechte bei Fox, die seit 2018 nichts dafür getan haben. Gleichwohl setzt sie sich für Immigranten und deren Rechte ein, wofür sie 2015 von dem damaligen Präsidenten Barak Obama zu einer der Presidential Ambassadors for Citizenship and Naturalization ernannt wurde.

Diane Guerrero im Web

Götz Piesbergen
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