Der Schatten von Saganami verpflichtet in Honor Harrington die Flotte von Manticore, vor keinem Feind davonzulaufen, wenn es darum geht, unschuldige Leben zu retten.

Honor Harrington 19 Der Schatten von Saganami
Cover © Bastei Lübbe

Ein neuer Mitspieler um die Macht

In den USA war Der Schatten von Saganami der Auftakt zu einer Spin-off-Reihe, ähnlich wie Der Sklavenplanet. Doch genau wie bei dem letztgenannten Roman, wurde die Story auch hierzulande in die Honor-Harrington-Reihe eingegliedert. Was insofern Sinn macht, als dass das Buch die Ereignisse dieses fiktiven Universums weiterführt. Was den Band allerdings von seinem Kollegen unterschiedet, ist die Tatsache, dass Bastei Lübbe es sich nicht nehmen ließ, die US-Vorlage ein Mal mehr auf zwei Bücher aufzuteilen.

Der Reichtum des Sternenkönigreichs Manticore beruht vor allem auf seinen Wurmlochknoten, der ungewöhnlich viele Termini, also Zugänge, besitzt. Erst vor kurzem wurde ein Weiterer entdeckt, der in den Talbot-Sternenhaufen führt. Das ist ein Teil der Galaxie, der quasi im Hinterhof der solaren Liga – dem ältesten Sternenstaat im Honorverse – liegt.

Die Ankunft von Manticore wirbelt dabei das politische Gefüge in diesem Bereich kräftig durcheinander. Denn viele Sternensysteme möchten sich lieber dem Königreich anschließen, anstatt früher oder später zwangsweise Teil eines Protektorats der Solaren Liga zu werden, die damit natürlich alles andere als glücklich ist, wobei sie nicht die einzigen sind. Auf einigen Planeten entstehen Widerstandsgruppen, die, auf unterschiedliche Art und Weise den Anschluss an das Sternenkönigreich verhindern möchten. Ebenso, wie auch Mesa alles andere von den Ereignissen begeistert ist, und deshalb anfängt, still und heimlich die verschiedenen Feinde so zu instrumentalisieren, dass Manticore am Ende nichts anderes bleibt, als zu verlieren. Doch die Tradition des jetzigen Sternenimperiums sieht eine Niederlage nicht vor.

Frisch und unverbraucht

Der Schatten von Saganami fühlt sich im Vergleich zu vielen der letzten Romane der Honor-Harrington-Reihe wie eine frische Brise an. Das Setting ist neu, die Charaktere, die zum Teil in Die Spione von Sphinx eingeführt worden sind, noch verhältnismäßig unverbraucht. Doch das größte Plus ist die Tatsache, dass keine Übergöttin Honor Harrington das Handlungsgeschehen bestimmt.

Dabei fühlt man sich an die Anfangszeit der Serie erinnert. An Auf verlorenem Posten, als sich die Reihe noch frisch und unverbraucht las. Als die Handlung überwiegend auf einem einzigen Schiff spielte und die Kommandantin noch nicht die Karriereleiter erklommen hatte. Genau diese Eindrücke hat man auch hier. Man hat einfach wieder das Gefühl, dass man sich an der Hexapuma und ihrer Crew noch nicht sattgelesen hat.

Der Schatten von Saganami ist aber auch ein Roman, der viele Sachen, die in früheren Geschichten nur angeschnitten worden sind, nochmal deutlich vertieft. Wobei hier weniger Mesa im Mittelpunkt des Geschehens steht, sondern die solare Liga, die als eine korrupte und kaputte Organisation geschildert wird. So werden viele Randsysteme von der Grenzflotte unterworfen und zu einem „Protektorat“ der Liga, was im Prinzip auf eine Versklavung der Planetenbevölkerung hinausläuft.

Unterschiedliche Arten des Widerstands

Allerdings schildert David Weber auch die Perspektive von einigem Widerstand. Vor allem zwei Gruppen werden von dem Autor ausführlich dargestellt: die von Stephen Westland und die von Agnes Nordbrandt. Dabei gehen beide unterschiedlich vor. Stephen Westland wird als ein sturer, aber auch sympathischer Kerl charakterisiert, der auf Todesopfer verzichtet und nur die Infrastruktur angreift. Agnes Nordbrandt hingegen ist eine sprichwörtliche Fanatikerin, bei der der Zweck das Mittel heiligt und die auch bereit ist, über Leichen zu gehen.

Insgesamt muss man sagen, dass Der Schatten von Saganami“ sich exzellent und spannend liest. David Weber hat einige abwechslungsreiche Plots angelegt, bei denen man es kaum erwarten kann, wie es weitergeht. Schade nur, dass Bastei mal wieder die US-Vorlage zweigeteilt hat, was die oft schon kritisierten Konsequenzen hat.

Autor: David Weber
Titel: Honor Harrington 19: Der Schatten von Saganami
Originaltitel: The Shadow of Saganami, Teil 2
Übersetzer:  Dietmar Schmidt
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 12/2007
Einband: Taschenbuch
Seiten: 572
ISBN: 9782-404-23318-2
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Götz Piesbergen
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