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Die achte Flotte soll im Talbot-Sternenhaufen für Recht und Ordnung sorgen.

Honor Harrington 21 Die Achte Flotte
Cover © Bastei Lübbe

Eine neue Front

Einst war Michelle Henke, die beste Freundin von Honor Harrington und enge Verwandte der manticorischen Königin Elizabeth, in havenitische Gefangenschaft geraten. Sie wurde wieder freigelassen, damit die Republik einen Friedensvertrag mit dem Sternenkönigreich verhandeln konnte. Eine der Bedingungen für ihre Freilassung war allerdings, dass sie nie wieder in Kampfhandlungen gegen Haven involviert sein sollte.

Damit diese Bedingung eingehalten wird, erhält sie das Kommando über die achte Flotte und wird in den Talbot Sternenhaufen abkommandiert. Denn dort droht der Konflikt gegen die solare Liga immer noch zu eskalieren. Das nutzt Manpower of Mesa aus, um dafür zu sorgen, dass eine Flotte der Liga nach Talbot verlegt wird. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass der Oberkommandierende jemand ist, der die Manticorianer verächtlich als Neobarbaren und somit als unterlegen ansieht.

Der Schatten von Saganami und An Bord der Hexapuma waren zwei unterhaltsame Romane. Sie waren der Auftakt zu einem anderen Handlungsort, fern ab des Kriegs zwischen Haven und Manticore, der ja unlogischerweise wieder ausgebrochen war. Die Bücher hatten zwar ihre Fehler, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass Bastei Lübbe die US-Vorlage aufgespalten hatte. Doch insgesamt konnten sie überzeugen.

Rückfall in alte Zeiten

Leider muss man sagen, dass Die achte Flotte wieder ein Rückfall in alte, schlechte Zeiten darstellt. Mit Michelle Henke übernimmt zwar eine bekannte Protagonistin das Ruder, die der Autor in früheren Auftritten durchaus sympathisch dargestellt hat. Doch mit ihrem Auftreten steht im Fokus eben die titelgebende achte Flotte und nicht ein einzelnes Schiff, womit der Vergleich zu den Anfängen der Honor Harrington-Reihe hinfällig ist.

Wenn man diesen Band mit anderen Büchern vergleichen muss, dann kommt er vor allem den letzten Geschichten mit Honor Harrington als Hauptfigur gleich, wie zum Beispiel Ein neuer Krieg. Sprich, man hat es wieder mit vielen langen Dia- und Monologen zu tun, die sich noch dazu langweilig und einschläfernd lesen. Eigentlich dachte man, dass David Weber dies mittlerweile überwunden hätte.

Auch die Tatsache, dass die solare Liga wieder durch jemanden repräsentiert wird, bei dem man sich fragt, wie er es jeden Morgen schafft, sich die Schnürsenkel selber zuzumachen, sorgt nicht unbedingt für Besserung. Admiral Josef Byng fällt leider sehr unangenehm auf und wie ein Rückschritt in längst vergangene Zeiten der Romanreihe, wo viele Antagonisten platt wirkten.

Wiedergekäute Ereignisse

Es hilft ebenfalls nicht, dass David Weber in Die Achte Flotte viele frühere Ereignisse nochmal wiederkäut. Er beschreibt unter anderem nochmal, wie es dazu kam, dass Michelle Henke gefangengenommen wurde und wieder freikam. Er begründet das in seinem Vorwort zwar damit, dass die Reihe einen solchen Umfang angenommen habe, dass es eine Vielzahl an Protagonisten und Handlungen gibt. Aber dieses Argument mag nicht überzeugen, da der Autor diese extensiven Rückblenden erst jetzt einbaut und nicht schon wesentlich früher. Selbst wenn man die aufgespaltenen Romane als einen zählt, bleibt die Tatsache bestehen, dass die „Honor Harrington“-Reihe mittlerweile sehr umfangreich ist. Der Zeitpunkt, zu dem er damit anfängt, wirkt daher unglaubwürdig.

Letzten Endes hat all das den Nachteil, dass sich der Roman dadurch sehr langatmig liest. Im Prinzip wird über weite Teile nur das wiedergekäut, was man schon von früher kennt. Nur dieses Mal aus anderen Perspektiven, die nur bedingt etwas Neues hinzufügen.

Und natürlich nervt es, dass Bastei Lübbe erneut die US-Vorlage von Die Achte Flotte aufgeteilt hat. Denn dadurch wirken die langatmigen Szenen noch langweiliger, als sie es eigentlich sein sollten.

Autor: David Weber
Titel: Honor Harrington 21: Die Achte Flotte
Originaltitel: Storm from the Shadows, Teil 1
Übersetzer:  Ulf Ritgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 06/2010
Einband: Taschenbuch
Seiten: 558
ISBN: 978-3-404-23343-4
Sonstige Informationen:
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