Review: Marvel – World War Hulk

Lesezeit circa: 7 Minuten

Nachdem Sakaar zerstört wurde, sinnt der Hulk auf Rache an Black Bolt, Tony Stark, Reed Richards, Dr. Strange und den anderen, die ihn von der Erde verbannt haben.

World War HulkDie Handlung

Mit dem Raumschiff der Schattenältesten ist dem Hulk mit einer Handvoll Mitstreiter die Flucht von Sakaar gelungen. An seiner Seite stehen immer noch das Steinwesen Korg, der Insektoide Miek, die rothäutige Elloe und der Schattenkrieger Hiroim. Gemeinsam setzten sie Kurs auf die Erde, wo der Hulk die vermeintlichen Zerstörer von Sakaar zur Verantwortung ziehen will.

Als erstes macht er auf dem Mond halt, wo die Stadt der Inhumans liegt. Deren Anführer Black Bolt war einer der Hauptverantwortlichen für seine Verbannung, weshalb er jetzt ordentlich eins auf den Deckel bekommt. Weiter geht es zur Erde, wo der Hulk die Einwohner von New York auffordert, die Stadt zu evakuieren. Immerhin möchte er Kollateralschäden vermeiden, wenn er seine Rache an den restlichen Verantwortlichen seines Zorns auslebt.

Als Erster holt sich Iron Man ein paar Schellen ab, danach sind Reed Richards und die anderen Fantastic Four an der Reihe. Zwischendrin sind auch ein paar andere Superhelden beteiligt, die teils aber nicht wissen, worum es eigentlich geht. Nachdem sie allesamt versagt haben, greift General Ross mit dem Militär ein. Keine gute Idee, denn was schon Helden mit Superkräften nicht gelingt, kann er mit Panzern und Helikoptern erst recht nicht.

Dr. Strange versucht derweil, mittels Magie in den Kopf des Hulk einzudringen, wo er Zeuge des Untergangs von Sakaar wird. Doch mit Diplomatie kommt er nicht weiter, da der Hulk nicht an die Unschuld seiner einstigen Freunde glaubt. Da Strange allein dem Hulk unterlegen ist, entfesselt er einen Dämon und lässt diesen Besitz von sich ergreifen. Doch auch mit dieser Macht kommt er nicht weit.

Der Hulk macht aus dem Madison Square Garden eine Arena, verpasst allen Superhelden eine Gehorsamsscheibe und zwingt sie dazu, als Gladiatoren gegeneinander anzutreten. Damit nimmt er die Position des Roten Königs von Sakaar ein, den er zuvor gestürzt hat. Doch er will seine Feinde dann doch nicht töten, sondern ihnen lediglich eine Lektion erteilen.

Wie sich herausstellt, ist er jedoch an der völlig falschen Adresse, denn es war Miek, der die Bombe im Raumschiff des Hulk untergebracht hatte. Da sein Volk durch den Tod der Königin dem Untergang geweiht war, wollte er alle anderen mit ins Grab nehmen. Als der Grüne König das erfährt, haut er den Käfer platt. Kurz darauf trifft Sentry ein, der eigentlich ein guter Freund des Hulk ist und ähnlich unkontrollierbare Kräfte besitzt. Es kommt zu einem Kampf, an dessen Ende von Manhattan fast nur noch rauchende Ruinen übrig bleiben.

Nachdem der Grünling halb Amerika zum Beben gebracht hat, verwandelt er sich erschöpft in Bruce Banner zurück. In dieser Form wird er in eine Hochsicherheitsanlage irgendwo in der Mojave-Wüste untergebracht. Gleichzeitig erhebt sich jedoch aus der Asche von Sakaar ein neuer Hulk.

Rezension von World War Hulk

Die direkte Fortsetzung der Planet Hulk-Reihe ist ein reiner Rachetrip, der in krassem Gegensatz zur Vorgeschichte steht. Statt einer fremdartigen Welt mit jeder Menge tiefgründiger Charaktere spielt alles wieder auf der Erde, wo der Hulk auf alte Bekannte trifft. Diese bleiben leider größtenteils sehr eindimensional, mal abgesehen von Dr. Strange vielleicht. Black Bolt haut es gleich am Anfang aus den Latschen und abgesehen von Stark, Richards und Strange sind alle anderen Superhelden nur Statisten.

Die Gefährten des Hulk machen ebenfalls längst keine so gute Figur mehr wie auf Sakaar. Hiroim hat noch die besten Momente, Elloe ist dagegen nur mehr Sprachrohr des Grünen Königs und Korg versucht sich als dessen Gewissen. Miek macht schlussendlich eine komplette Kehrwende. Auf Sakaar war er noch ein Held und jetzt soll er der Zerstörer seiner eigenen Welt sein? Das will nicht so recht passen. Immerhin gab es noch jede Menge Überlebende seines eigenen Volkes, darunter Kinder. Die soll er jetzt allesamt abgeschlachtet haben?

Wo wir schon mal beim sinnlosen Dahinschlachten sind, ist General Ross’ Angriff auf den Hulk ebenfalls nicht nachvollziehbar. Zwar sind seine Truppen mit Adamantiumgeschossen ausgestattet, seine Niederlage ist aber dennoch vorprogrammiert. Hulk ist dabei schon fast so etwas wie eine Ein-Mann-Abrüstungskampagne. Vielleicht kommt daher der Titel World War Hulk, weil die USA so viel Kriegsgerät verlieren, wie sonst nur in einem Weltkrieg. Wirklich global sind die Ereignisse jedoch nicht, die Schlacht konzentriert sich allein auf Manhattan. Damit verspricht der Titel mehr, als er halten kann.

Schlussendlich wäre da noch Sentry, den Tony Stark um Hilfe bittet. Dieser lehnt zunächst ab. Er ist zwar der stärkste Superheld der Erde, kann die Kraft von Millionen Sonnen aber kaum kontrollieren. Wenn er in Rage gerät, ist er sogar noch gefährlicher als der Hulk. Warum er dann letztendlich doch noch eingreift, obwohl der Grüne König gerade dabei ist, sich abzuregen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Gleiches gilt für das Ende. Aus was ist der zweite Hulk so plötzlich auf der toten Welt Sakaar materialisiert?

Leider ist nicht nur die Story erheblich dünner als die der Vorgängerreihe. Auch die Zeichnungen reichen nicht annähernd an Planet Hulk heran. Der Stil ist um einiges grober und ab Kapitel vier nimmt die Qualität noch weiter ab. Vor allem die Kämpfe sind optisch dermaßen konfus, dass man der Handlung kaum noch folgen kann. Auffällig sind außerdem die Veränderungen in der Darstellung des Planeten Sakaar. Dessen halb zerstörter Mond ist nicht wiederzuerkennen und erinnert nun stark an Pacman.

Die Koloration ist ebenfalls schlichter. Mit Glanzeffekten wurde sehr sparsam umgegangen, ebenso mit Licht und Schatten. Dadurch geht der Realismus größtenteils verloren. In Kombination mit dem Zeichenstil wirkt alles eher wie ein Cartoon. Immerhin die Cover-Artworks können überzeugen und sehen richtig cool aus. Die stammen allerdings teilweise von einem anderen Künstler, sodass sie keine Rückschlüsse auf den Inhalt zulassen.

Fazit

Es wäre besser gewesen, den Hulk auf Sakaar zu lassen. Sein Rachefeldzug ist zwar nachvollziehbar, doch reicht er nicht an die epische Erzählweise von Planet Hulk heran. Gleiches gilt für die Optik. Schade, dass nicht wieder Carlo Pagulayan verpflichtet worden ist, das hätte vieles retten können. Erschienen ist World War Hulk als hochwertige Hardcover-Ausgabe mit der Nr.54 in der Marvel-Comic-Sammlung.

Bewertung: 5/15

Text: Greg Pak
Zeichnungen: John Romita jr.
Farben: Christina Strain
Verlag: Marvel / Panini
Sonstige Informationen:

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