Maskerade
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Review: Perry Rhodan 3148 – Maskerade

Lesezeit circa: 4 Minuten

Zurück in der LEUCHTKRAFT – auf der Suche nach einem alten Freund.

MaskeradeTitel: Maskerade
Autorin: Susan Schwartz
Zeichner:  Dirk Schulz
Erschienen: Freitag, 17. Dezember 2021

Worum geht es in diesem Roman?

Perry Rhodan kehrt mit Lousha Hatmoon, Vetris-Molaud, Gucky, Gry O’Shannon, Kemur und Vimuin Lichtschlag an Bord der STATOR-FE in die Kluft zurück, um dort seinen alten Freund Alaska Saedelaere und dessen Kosmokraten-Schiff, die LEUCHTKRAFT, mithilfe des Hypertraktors zu retten.

Der Leseeindruck

Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters, dumm ist nur, wenn das dann noch von der Tagesform abhängig ist. Schreiben ist der Versuch, die Vorstellungswelt des Autors mittels stark abstrahierter Schriftzeichen in die Vorstellungswelt des Lesers zu transportieren. Eine solch starke Kompression kann mit Verlusten einhergehen. Bei mir hat diese Übertragung von Susan Schwartz „Maskerade“ erst im zweiten Anlauf funktioniert. Ich habe das Heft ausnahmsweise schon am Mittwoch erhalten und bin dort nicht allzu weit gekommen, bevor ich die Lektüre entsetzt abgebrochen habe. Der Anfang des Romans hat mich am Mittwoch definitiv nicht abgeholt.

Einen Tag später, am Donnerstag, sah das dann ganz anders aus. Ich hatte, nach etwas Recherche, beschlossen, dem Roman doch noch eine Chance zugeben. Und ich muss sagen, es wurde ein Donnerstagsroman, den ich mit zunehmender Freude förmlich verschlungen habe. Durch den Versuch am Mittwoch wusste ich, was auf mich zu kommt, und hatte meine Erwartungen an den Roman über Board geworfen. Eine weise Entscheidung, denn unvorbelastet konnte sich die doch sehr auf der Metaebene arbeitende Gesichte voll entfalten.

Wir beginnen erst mit einem uns längere Zeit ungekannt bleibenden Ich-Erzähler, der dann zu Perry Rhodan ebenfalls in der ersten Person wechselt. Die Handlungsstränge wechseln sich ab und langsam enthüllt sich dann das Geheimnis um den unbekannten Erzähler. Persönlich bin ich weder ein Freund von zwei konkurrierenden Handlungssträngen noch von der Ich-Perspektive. Letztere ist meiner Meinung nach schwierig und erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, während Wechsel von einer Handlung zur anderen Handlung mich aus der Immersion wirft und ich etwas brauche, um mich wieder einzufinden. Zudem gestaltete sich die Anreise Perrys sehr im Schnelldurchlauf. Ein Umstand, der sich vielleicht hätte vermeiden lassen, wenn man den Leuchtkraft-Kluft-Handlungsblock nicht unterbrochen hätte. Die Beschaffung des Hypertraktors war nun wirklich sehr beiläufig.

Ich glaube, ich spoilere nicht mehr, als so oder so schon auf dem Cover abgedruckt ist: Wir sind an Board der LEUCHTKRAFT, die mit den Mächten des Chaos um ihre Existenz ringt, und wir versuchen, Ihren Kommandanten, Alaska Saedelaere, zu retten. Wir bekommen also einiges an Sense-of-Wonder und einige weitere Informationen zu den hohen Mächten geboten.

Die Geschichte muss man sich allerdings erarbeiten, da wir mit Alaska zusammen tief in seine Erlebniswelt eintauchen und uns zusammen mit ihm dort herausarbeiten müssen. Das war auf seine eigene, faszinierende Art fordernd und schön.

Mir hat es jedenfalls gefallen, auch weil dieser Roman aus dem üblichen Raster herausfällt.

Die Punktevergabe

Immersion (max. 4 Punkte für einen Roman, der einen die Zeit vergessen lässt): Streng gesehen wären das in dieser Kategorie 0 Punkte, wenn man den Mittwoch mit zählt und 3,5 Punkte für die Lektüre der Geschichte am Donnerstag. Ich ziehe einen Punkt für den Anfang ab und einen Punkt für den sehr erklärenden Schluss, was an dieser Stelle 1,5 Punkte für die Immersion ergibt.

Der Sense-of-Wonder Anteil (max. 2 Punkte): An Sense-of-Wonder spart dieser Roman definitiv nicht! Volle 2 Punkte.

Die Zyklushandlung (max. 2 Punkte) bzw. der übergeordnete Spannungsbogen: Hier bin ich wieder voll im Geschehen der eigentlichen Haupthandlung des Zyklus. Für mich funktioniert das und es ist schön, wenn ein Plan funktioniert, 2 Punkte.

Die Leistung des Autors, d.h. Sprache und Ausdruck (max. 2 Punkte): Bei der Leitung der Autorin schummel ich etwas, da sich der Aufbau der Geschichte doch über das sonst in der Serie Übliche erhebt, und vergebe einen Extrapunkt für die Metaebene der Geschichte, also 3 Punkte.

In Summe ergibt das 8,5 Punkte für einen doch fordernden, aber schönen Roman.

Ich bin definitiv auf die zweite Hälfte dieses Handlungsblocks gespannt, da kommt noch einiges auf die Protagonisten zu.

Wer neugierig geworden oder vollkommen anderer Meinung ist, dem sei natürlich neben der Lektüre des Romans selbst noch die YouTube-Version der Rezension empfohlen. Auch oder wegen der Tatsache, dass ich selbst nicht mehr alles genau so formulieren würde …

 

Markus Gersting

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