Review: Star Trek – Corps of Engineers 21: Kriegsgeschichten I

Lesezeit circa: 5 Minuten

In Kriegsgeschichten I versucht ein Feind der DaVinci, mehr über die Mannschaft des Schiffes herauszufinden.

Vorbereitet in den Krieg ziehen

Zwei Mal schon hat die DaVinci die Bemühung der Androssi durchkreuzt. Es ist klar, dass sich Dinge ändern müssen. Weshalb sich der Aufseher Biron daranmacht, mehr über seine Feinde herauszufinden. Und dazu studiert er die Logbucheinträge der Crew.

Es handelt sich um Eindrücke von Dr. Lense, dem Kryptographen Bart Faultwell und Chief Engineer Sonya Gomez. Alle waren in der einen oder anderen Art und Weise mit in den Krieg gegen das Dominion involviert. In allen Fällen mussten sie auf ihre jeweils eigene Weise über sich hinauswachsen, um erfolgreich zu sein.

Mit Kriegsgeschichten I meldet sich Keith R. A. DeCandido wieder zurück. In der bisherigen Historie der Star Trek – Corps of Engineers-Reihe war er bislang derjenige, der am häufigsten Romane beigesteuert hat. Und das auf einem überwiegend hohem Niveau.

Eine Mogelpackung

Wobei es sich dieses Mal mehr um eine Art Mogelpackung handelt. Anstatt nämlich eine einzige Story zu präsentieren, hat man es dieses Mal mit gleich drei Erzählungen zu tun, die in einer Rahmenhandlung eingebettet sind. Diese Erzählweise ist eine, die nur allzu leicht scheitern kann, sei es, weil der Rahmen nicht überzeugt oder weil der Zusammenhang zwischen allen Stories nicht sehr glaubwürdig ist.

Doch Kriegsgeschichten I ist anders. Die entsprechenden Geschichten sind unterschiedlich, allerdings folgen sie einem nachvollziehbaren roten Faden, indem sie jeweils verschiedene Aspekte des Dominionkrieges wiedergeben. Dies kombiniert mit dem Wunsch des Aufsehers Biron, mehr über seine Gegner herauszufinden, macht diesen Roman so lesenswert.

Zunächst einmal ist die Wahl des Androssi als Handlungsträger der Rahmenhandlung eine richtige gewesen. Auch wenn er und sein Volk im Laufe der bisherigen Geschichte nur zweimal aufgetreten sind, kann man sie doch als Erzfeind der DaVinci titulieren, einfach weil die Animosität zwischen ihnen und dem Föderationsraumschiff persönlich ist. Dabei sieht man wunderbar auch den mentalen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Androssi haben einen strikten Hierarichiegedanken und scheuen nicht davor zurück, einen Kunden reinzulegen, wenn das dem eigenen Vorteil gerecht werden würde.

Kontrastprogramme

Wenn man dies anschließend direkt mit der ersten Story vergleicht, dann ist dass das Gegenteil zur Mentalität der Sternenflotte. Man erlebt eine Dr. Lense, die in einer ausweglosen Situation über sich hinauswächst. Und die gleichzeitig die Aufopferung eines Offiziers mitkriegt, der sein Leben opfert, um das von anderen zu retten. Es ist eine düstere Erzählung, die unter die Haut geht, die packend geschrieben wird und vieles von dem erhellt, was die Verhaltensweise der Ärztin in den früheren Romanen erklärt.

Das komplette Kontrastprogramm ist dagegen die Story um Bert Faultwell, der als Kryptograph die verschlüsselte Kommunikation des Dominions zu entschlüsseln versucht. Hier tauchen Parallelen zur Enigma-Geschichte des Zweiten Weltkrieges auf, die Keith R. A. DeCandido offen anspricht. Im Vergleich zur Vorgängerstory ist diese wesentlich lockerer und fröhlicher, auch wenn natürlich die Thematik ernster ist. Doch dies passt ebenfalls perfekt zu Kriegsgeschichten I, eben weil es um unterschiedliche Erfahrungsberichte geht und ein Krieg viele Facetten hat.

Wie man es auch im Erlebnisbericht von Chief Engineer Sonya Gomez erlebt. Hier gibt es zu Beginn Gastauftritte einiger bekannter Deep Space Nine-Figuren, die der Story quasi Lokalkolorit geben. Doch was man dann liest, ist nochmal etwas komplett anderes, als bei den anderen Geschichten. Auch hier gibt es Tote zu beklagen, allerdings ist der Tonfall nicht so düster, wie bei der Erinnerung von Dr. Lense. Es ist mehr eine Mischung aus der Atmosphäre von beiden vorherigen Stories, in der man mehr über den Ehrgeiz und den Erfindungsreichtum des derzeitigen Ersten Offiziers der DaVinci erfährt.

Kriegsgeschichten I ist eine fantastische Erzählung, die neugierig auf die Fortsetzung macht.

Star Trek Corps of Engineers 21 Kriegsgeschichten I
Cover © Cross Cult

Bewertung 15/15

Autor: Keith R. A. DeCandido
Titel: Star Trek – Corps of Engineers 21: Kriegsgeschichten I
Originaltitel: Star Trek – Corps of Engineers: War Stories, Book 1
Übersetzer: Susanne Picard
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 05/2016
Einband: eBook
Seiten: 96
ISBN: 978-3-86425-720-9
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen
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