Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 141 – Tiefes Unrecht

Lesezeit circa: 4 Minuten

Kira Nerys erfährt in Tiefes Unrecht mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter.

Eine überraschende Rückkehr

Am Geburtstag von Kira Nerys (Nana Visitor) verstorbener Mutter nimmt der flüchtige Gul Dukat (Marc Alaimo) Kontakt mit ihr auf. Er offenbart ihr, dass das, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubte, nicht der Wahrheit entspricht. Dies verunsichert den Major und sie beschließt, mit Hilfe des Drehkörpers der Zeit in die Vergangenheit zu reisen, um dort mehr zu erfahren.

Als sie in der Zeit der cardassianischen Besetzung von Bajor angekommen ist, schlüpft sie in die Rolle der Luma Rahl. Als diese muss sie miterleben, wie ihre Mutter Kira Meru (Leslie Hope) zusammen mit anderen Bajoranerinnen als Komfortfrauen auf das damalige Terok Nor gebracht wird. Doch schon bald scheint sich zwischen ihr und Gul Dukat eine richtige Beziehung anzubahnen – sehr zum Entsetzen des Majors.

Seitdem Gul Dukat in Das Gute und das Böse entdeckt hat, dass er alle Bajoraner hasst, und später fliehen konnte, hatte man auf seine Rückkehr gewartet. Dass dies jetzt in Tiefes Unrecht geschieht, damit dürfte man nicht gerechnet haben. Und um ehrlich zu sein, fragt man sich, ob es wirklich eine so gute Idee war, ihn einfach so wieder auftreten zu lassen.

Ein eindeutiges Symptom

Immerhin kann er in dieser Folge wieder mit Kira Nerys interagieren und sie auf den Pfad bringen, mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden. Man sieht ihn im Laufe der Episode noch öfter, wenn auch eher als sein Vergangenheits-Ich und nicht als der Gegenwärtige. Dennoch kann man sich des Gefühls nicht verwehren, dass dadurch viel Potential vergeudet wurde. Besser wäre gewesen, man hätte seiner Rückkehr gleich eine ganze Folge geschenkt und nicht nur den Anfang einer Folge; dass sie generell effektiver inszeniert worden wäre.

Es ist nur ein kleiner Eindruck, der allerdings symptomatisch für Tiefes Unrecht steht. Denn die gesamte Folge kann einen nicht wirklich überzeugen. Und das, obwohl die Beteiligten sich Mühe geben, eine glaubwürdige und dramatische Handlung zu stricken.

Der Blick in die Vergangenheit der Deep Space Nine, in die Zeit der Besetzung von Bajor durch die Cardassianer hat durchaus seinen Reiz. Leider wurde dieser jedoch eher spärlich eingesetzt. Dass Komfortfrauen zu jener Zeit existiert haben, ist übrigens keine neue Erkenntnis. Doch ihr Wirken in dieser Folge das erste Mal real mitzuerleben, ist schon eine völlig andere Erfahrung.

Unausgegoren und wenig durchdacht

Kira Nerys ist dabei in Tiefes Unrecht quasi die körperliche Repräsentanz des Zuschauers. Sie spiegelt die Gefühle wieder, die man als solcher beim Anblick der Bajoranerinnen empfindet, die den Cardassianern in jederlei Hinsicht zu Diensten sein müssen. Und ebenso kann man an ihr die Verwirrung erkennen, als gezeigt wird, dass zwischen Kira Meru und Gul Dukat wohl mehr existiert, als man es ursprünglich vermutet hätte.

Allerdings wird am Ende nicht wirklich etwas daraus gemacht. Stattdessen hat man als Zuschauer das Gefühl, dass die Handlung nur so vor sich hin plätschert. Ja, Kira Nerys Emotionen sind nachvollziehbar – schließlich ist sie als Widerstandskämpferin aufgewachsen. Dann aber zu erkennen, dass ihre Mutter dem eben nicht geholfen hat, sondern sogar einen cardassianischen Geliebten hatte, ist für sie ein ziemlicher Schlag.

Aber trotzdem wirkt an Tiefes Unrecht alles irgendwie unausgegoren und wenig durchdacht. Vor allem das Finale der Episode irritiert. Da leiert Kira Nerys ein Attentat auf ihre Mutter und Gul Dukat an, nur um dann im letzten Moment Gewissensbisse zu bekommen und das Vorhaben zu vereiteln. Dieser Gesinnungswechsel wird einfach nicht glaubwürdig vorbereitet und kommt dementsprechend aus dem Nichts.

Nicht genutztes Potential

Allgemein stellt sich die Frage, ob Kira jetzt wirklich in die Vergangenheit gereist ist, oder ob das wieder nur eine Vision des Drehkörpers war. Leider hält sich die Folge bezüglich einer Antwort bedeckt. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, ob das, was der Major erlebt, der Wirklichkeit entspricht oder nicht. Eine weitere Enttäuschung.

Das Problem an Tiefes Unrecht ist, dass die Episode zwar einiges an Potential besitzt, dies allerdings nicht genutzt wird. Stattdessen plätschert die Handlung nur so vor sich hin.

Wertung

Wertung
4 10 0 1
4/10
Total Score

Positiv

  • Eine Folge mit Potential

Negativ

  • Potential wird nicht genutzt
  • Wirkt undurchdacht
  • Wiederkehr von Gul Dukat vergedeutet
Götz Piesbergen
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