Star Trek Deep Space Nine
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Review: DSN 135 – Das Gute und das Böse

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Das Gute und das Böse wird ein für alle Mal festgelegt, wer jetzt was ist.

Ambivalente Charaktere

Gul Dukat (Marc Alaimo) ist Gefangener der Föderation und soll vor Gericht gestellt werden. Benjamin Sisko (Avery Brooks) begleitet den Cardassianer, der sich anscheinend von dem Tod seiner Tochter Ziyal erholt hat, auf dem Transport. Doch dann wird das Raumschiff angegriffen und vernichtet.

Benjamin Sisko und Gul Dukat überleben den Abschuss und bauen eine Bruchlandung auf einem fremden Planeten. Der Stationskommandant wird dabei verletzt, weshalb der Cardassianer sich um ihn kümmert. Dabei kommt nach und nach heraus, dass er noch immer verrückt ist. Und er steht kurz davor, endgültig durchzudrehen.

Star Trek – Deep Space Nine ist nicht nur die Geschichte einer Raumstation, die sich auf einmal im Zentrum von galaktischem Geschehen befindet, sondern auch die von zahllosen Figuren wie Quark, dem ferengischen Barkeeper, Julian Bashir, dem Stationsarzt und ebenfalls Gul Dukat. Dieser war, ebenso wie sein Gegenstück Garak, überwiegend ein ambivalenter Charakter.

Das Gute und das Böse

Fast ein Kammerspiel

Wo allerdings der Stationsschneider insgesamt mehr dem Guten zuneigte, auch wenn er ab und an böse Taten beging, wie beispielsweise die Folter an Odo in Der geheimnisvolle Garak II, war das bei dem früheren Stationskommandanten anders. Wiederholt wurde das Bild eines opportunistischen Cardassianers gezeichnet, der eine Notlage in In der Falle für seinen eigenen Vorteil ausnutzen will. Der aber sich andererseits in Indiskretion zu seiner Tochter Ziyal bekennt, wobei er keine Probleme hat, sie dann später in Söhne und Töchter als Werkzeug für seine eigenen Pläne zu benutzen. Doch ihr Tod in Ein kühner Plan hat ihm am Ende einen schweren Schlag versetzt, der ihn mental abstürzen ließ.

Umso überraschter ist man zu Beginn von Das Gute und das Böse, als man ihn anscheinend gefasst in seiner Zelle sieht. Ruhig und besonnen interagiert er mit Benjamin Sisko, so als ob er die Trauer und den Wahnsinnsanfall über den Tod seiner Tochter überwunden hat. Dass dem nicht der Fall ist, zeigt dann die restliche Handlung.

Die Folge entwickelt sich dabei fast wie ein Kammerspiel. Hauptsächlich findet sie vor wenigen, spärlichen Kulissen statt, die eine Höhle darstellen sollen. Und überwiegend spielen sich Avery Brooks und Marc Alaimo gegenseitig die Bälle zu.

Die Maske fällt

Das Gute und das Böse macht ein für alle Mal klar, dass Gul Dukat, anders als Garak, kein Held ist. Das alle ambivalenten Darstellungen, die vielleicht beim Zuschauen seiner früheren Auftritte die Hoffnung erweckten, dass er ein positiver Charakter wird, trügerisch wahren. Es ist gruselig, wenn man sieht, wie sehr der Cardassianer im Laufe der Folge immer tiefer in den Wahnsinn abgleitet und wie sehr seine Halluzinationen diesen Abstieg noch verstärken.

Mindestens ebenso heftig sind dann die Szenen, in denen klar wird, was für ein Charakter er wirklich ist. Der Moment, wo er sich selbst als Held sieht, der dafür sorgte, dass es den Bajoranern, so seine Perspektive, besser ging und die es ihm mit Anschlägen dankten, auf die er dann „bedauerlicherweise“ mit Strafaktionen reagieren musste, ist dabei besonders grandios. Denn hier sieht man mit aller Deutlichkeit, dass Gul Dukat ein Rassist ist, der auf die bajoranische Rasse hinabsieht. Man hat schon früher Andeutungen gesehen, aber hier und jetzt wird es mit aller Vehemenz bestätigt.

Und Benjamin Sisko? Er ist überwiegend passiv. Er macht gute Mine zum bösen Spiel, wobei die Macher der Serie dennoch darauf achten, dass er etwas zu tun kriegt. Gehandicapt entdeckt er die Lügen von Gul Dukat auf und bringt ihn dazu, schließlich Farbe zu bekennen. Und erschafft dadurch vielleicht sogar einen lebenslangen Todfeind.

Das Gute und das Böse

Fantastisch

Interessant ist die restliche Handlung. Sie beschreibt, wie die Defiant unter dem Kommando von Commander Worf nach den Überlebenden sucht. Deutlich spürt man die bedrückte Stimmung an Bord des Schiffes, die vergebliche Hoffnung und das Zeitlimit, das ihnen im Nacken sitzt. Besser kann man nicht verdeutlichen, wie viel Benjamin Sisko seinen Untergebenen bedeutet.

Das Gute und das Böse ist eine fantastische Folge, mit erstklassigen Darstellern.

Wertung

Wertung
10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • Grandioses Schauspiel von Marc Alaimo
  • Schon fast ein Kammerspiel
  • Unglaubliche Atmosphäre
Götz Piesbergen

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