Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 161 – Die verlorene Tochter

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die verlorene Tochter kehrt zurück, um nach jemand Verschollenem zu suchen.

Die liebe Familie …

Miles O’Brien (Colm Meaney) wird vermisst. Eigentlich sollte der Chefingenieur von einem Ausflug nach New Sydney zurückgekehrt sein, doch er taucht nicht wieder auf Deep Space Nine auf. Weshalb Benjamin Sisko (Avery Brooks) Ezri Dax (Nicole de Boer) bittet, sich der Sache anzunehmen.

Denn ihre Familie lebt auf dieser Welt. Eher widerwillig stimmt die Trill zu, da sie genau weiß, dass das Verhältnis zwischen ihr und ihren Verwandten, vor allem zu ihrer Mutter, sich seit ihrer Vereinigung mit dem Symbionten abgekühlt hat. Trotzdem willigt sie zu und stößt schon bald auf Hinweise, dass jemand aus ihrer Verwandtschaft anscheinend Dreck am Stecken hat. Und Chief O’Brien kam dieser Sache wohl gefährlich nahe …

Seit Ezri Dax das erste Mal in Tränen der Propheten auftauchte, hat sie sich sehr gut in das Figurenensemble von Deep Space Nine integriert. Und man hat auch gemerkt, dass die Macher sich Mühe gegeben haben, ihre Figur trotz der wenigen Folgen, die ihnen bis zum Serienende blieben, ähnlich gut zu entwickeln wie die anderen Protagonisten der Reihe. Natürlich, ohne dass sie zu sehr im Vordergrund steht und dadurch anderen Figuren das Scheinwerferlicht wegnimmt. Die verlorene Tochter ist daher auch erst die zweite Episode in dieser letzten Season, in der sie allein im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Eine kaputte Familie

Und nachdem man sich in Nachempfindung mit ihrer persönlichen Reaktion auf die Symbiose beschäftigt hat, steht dieses Mal ihr Verhältnis zu ihrer Familie im Zentrum des Geschehens. Was etwas ist, das in ihren bisherigen Auftritten nicht angesprochen wurde. Dennoch ist es interessant zu erfahren, wie ihre Mutter und ihre Brüder auf die plötzliche Veränderung im Leben von Ezri reagiert haben und auch jetzt reagieren.

Dabei lernt man in Die verlorene Tochter eine im Prinzip dysfunktionale Familie kennen. Eine, in der das Familienoberhaupt, die Mutter, das Familiengeschäft über alles stellt und ihre Söhne nur herablassend behandelt. Die sich wiederum schon fast verzweifelt darum bemühen, ihrer Mama zu gefallen und daran förmlich kaputtgehen.

Das merkt man vor allem an den künstlerisch begabten Novor, der im Laufe der Episode immer mehr an seinen Werken zweifelt. Was dann sogar soweit führt, dass er sie vernichtet. Was ein Zeichen dafür ist, wie zerrüttet im Prinzip seine Psyche ist, auch wenn er das gut kaschiert.

Eine gute Charakterfolge für Ezri Dax

Und in diese Familie kommt Ezri zurück. Sie wird freundlich aufgenommen, ganz so wie es in der Bibelgeschichte Der verlorene Sohn war. Nur dass sie Die verlorene Tochter ist, die nach langer Abwesenheit wieder zu den ihren zurückkehrt. Wobei man ihr wirklich anmerkt, wie unwohl sie sich dabei fühlt, wie sie lieber woanders wäre.

Für die Trill ist dies eine wichtige Folge. Denn in ihr wird ihr Charakter enorm ausgebaut. Es zeigt sich, dass sie sehr gut darin ist, Leuten zuzuhören, sie reden zu lassen. Sie ist im Vergleich zu ihren Brüdern verhältnismäßig still und zurückhaltend. Doch wenn man ihre Familie so ansieht, dann kann man verstehen, wieso sie so ist, wie sie ist.

In jedem Fall fängt sie schon bald an, nach dem Verbleiben von Miles O’Brien zu forschen. Und als er wieder zurückgebracht worden ist, versuchen beide herauszufinden, was mit der Witwe eines Kriminellen geschehen ist, mit dem der Chief in Ehre unter Dieben zu tun hatte.

Ein verschwendeter Subplot

Leider ist genau dies die Schwachstelle der Episode. Dieser Plot wird zur Nebensächlichkeit, weil Die Verlorene Tochter sich hauptsächlich auf die Familiengeschichte um Ezri Dax fokussiert. Da hätte dieser Subplot auch gut weggelassen werden können.

Denn zu keinem Zeitpunkt schwenkt der Erzählschwerpunkt auf den Chief um, um den Zuschauer hautnahe an seinen Motiven und Gefühlen teilhaben zu lassen. Stattdessen wird er irgendwann unmotiviert wieder in die Handlung eingeführt und assistiert dann Ezri bei ihren Ermittlungen. Darüber hinaus bleibt er blass.

Im Prinzip hätte seine Aufgabe in Die Verlorene Tochter auch jeder anderer x-beliebiger Charakter ausfüllen können. Für den Chief und seinen Subplot, der noch von früher über war, ist dies eine verschwendete Folge, die vor allem ihn nicht wirklich weiterbringt.

Es ist zwar schön, dass Ezri sich hier sehr gut weiterentwickeln kann. Und es tut der Figur auch gut. Aber dass dafür der Subplot um Miles O’Brien verwendet wurde, ist enttäuschend, weil diese Handlung und der Charakter sich nie wirklich gemäß ihres Potentials entfalten können.

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Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
6/10
Total Score

Positiv

  • Eine sehr gute Ezri Dax-Folge

Negativ

  • Subplot um Miles O'Brien wird vollkommen vergedeutet
Götz Piesbergen
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