Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 150 – Tränen der Propheten

Lesezeit circa: 5 Minuten

Tränen der Propheten rollen, als der Sisko nicht auf ihre Warnungen hört.

Es ist die eine Folge

Der Krieg gegen das Dominion und Cardassia steht vor einer entscheidenden Wende. Die Allianz aus Föderation, Klingonen und Romulaner will ein wichtiges Sternensystem erobern, in dem eine kriegsentscheidende Technologie der Gegenseite zum Einsatz kommen soll. Benjamin Sisko (Avery Brooks) soll die gemeinsame Flotte von der Defiant aus anführen.

Doch die Propheten warnen ihn davor, auf diese Mission zu gehen. Der Captain ignoriert diese Warnungen allerdings und bereut schon bald diese Entscheidung. Denn in seiner Abwesenheit tötet ein von einem Pah-Geist besessener Gul Dukat (Marc Alaimo) – eine ihm wichtige, nahestehende Person.

Tränen der Propheten ist diese eine Folge. Die eine, die noch heute, Jahre nach ihrer Erstausstrahlung berühmt-berüchtigt ist. Die eine, die die Serie einschneidend verändert. Es ist die Episode, in der Jadzia Dax getötet wird.

Tränen der Propheten

Schicksalsschläge kommen selten allein

Über die Hintergründe des Abgangs von Terry Farrell gibt es mittlerweile viele verschiedene Versionen. Sie hat zu einem Zeitpunkt behauptet, dass sie eigentlich nur um weniger Folgen gebeten hatte, sie aber stattdessen aus der Serie rausgeschrieben wurde. Andere sind hingegen der Meinung, dass die Darstellerin von sich aus aussteigen wollte. Welche Aussage die richtige ist, ist schwierig zu entscheiden, da die Quellen sich da teilweise auch selbst im Laufe der Zeit widersprechen.

In jedem Fall ist Tränen der Propheten ein grandioser Abschied von der Trill, vom alten Mann und der Ehefrau von Worf. Sie erhält in dieser Episode genügend Szenen, damit einem ihre Figur in guter Erinnerung bleibt. Und dass ihrem Abgang nichts Heldenhaftes beiwohnt, sondern sie nur deshalb starb, weil sie dem besessenen Gul Dukat im Weg stand, passt zu dieser Fernsehserie.

Es ist auch nicht der einzige Schicksalsschlag, der in dieser Folge stattfindet. Die Tatsache, dass ein einzelner Pah-Geist dafür sorgt, dass das Wurmloch anscheinend zerstört wird, und Benjamin Sisko so von den Propheten abgeschnitten worden ist, geht dem Zuschauer ebenfalls nahe. Und man sieht am Ende der Folge sehr schön, wie unsicher der Captain von Deep Space Nine geworden ist. Auf einmal hat er etwas verloren, an das er sich so lange gewöhnt hatte.

Eine richtig falsche Entscheidung

Denn Tränen der Propheten verdeutlicht, dass er in seine Rolle als Abgesandter mittlerweile hineingefunden hat, dass er sich da wohlgefühlt hat, nur um dann vor die Entscheidung gestellt zu werden, welche Funktion er jetzt genau innehaben möchte: die eines Sternenflottenoffiziers oder die einer religiösen Figur. Dass er zu Beginn am Schwanken ist, spricht für ihn. Ebenso wie sein Entschluss für die Sternenflotte, da dies die Rolle war, die ihn sein Leben lang begleitet hat. Auch wenn es am Ende die falsche war.

Allerdings zeigt diese Folge, dass ihm am Ende keine andere Möglichkeit blieb. Denn was diese Episode auch wunderbar präsentiert, ist, dass seine Funktion innerhalb der Allianz die eines Vermittlers ist. Er ist es, der die Klingonen beruhigt und er ist es, der die Romulaner dazu bringt, dass sie am Ende beim Angriff mitwirken.

Der ist übrigens in Tränen der Propheten spektakulär inszeniert worden. Es ist ein Massenaufgebot an Raumschiffen, darunter auch solche, die vom Design her an die spätere NX-Enterprise erinnert. Das Kampfgeschehen beeindruckt, vor allem deshalb, weil es extrem abwechslungsreich geschieht. Man sieht den Fanatismus, mit dem die Jem’Hadar teilweise Selbstmordangriffe durchführen, aber ebenso, wie die Drohnen für enorme Verluste sorgen. Damit ist klar, dass diese Mission einen hohen Preis von den Angreifern verlangt.

Tränen der Propheten

Er ist zurück

Tricktechnisch ist das eine gelungene Kombination aus echten Modellen und am Computer erstellten Schiffen. Zwar fällt einem schon beim Zugucken auf, was wie erstellt worden ist, aber für die damalige Zeit ist dies spektakulär.

Tränen der Propheten ist gleichzeitig auch die endgültige Rückkehr von Gul Dukat nach den Ereignissen von Das Gute und das Böse. Und es ist eine Wiederkehr nach Maß. Es zeigt sich, zu was allem der Cardassianer bereit ist, nämlich sogar, sich von einem Pah-Geist übernehmen zu lassen. Am Ende hatte er Erfolg und Misserfolg zugleich. Einerseits hat er das Wurmloch geschlossen und so Benjamin Sisko empfindlichen Schaden zugefügt. Aber andererseits ist das Dominion selbst jetzt erst recht von Nachschub abgeschnitten. Mal sehen, was hier noch geschehen wird.

Tränen der Propheten ist eine Episode, die die sechste Staffel hervorragend abschließt. Man fragt sich, was jetzt noch weiter passieren wird, da viele Dinge noch offen sind. Vor allem natürlich die Frage, wer der oder die nächste Dax sein wird.

Götz Piesbergen

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