Star Trek Deep Space Nine
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Review: Star Trek DSN 165 – Badda-Bing, Badda-Bang

Lesezeit circa: 4 Minuten

In Badda-Bing, Badda-Bang zeigt sich ein Mal mehr, dass kein Plan die Begegnung mit der Realität überlebt.

Die Erfüllung von etwas Überfälligen

Vic Fontaine (James Darren), das beliebte Hologramm auf Deep Space Nine, gerät in Nöten. Seine Lounge wird von dem Gangster Frankie „Das Auge“ Chambers (Robert Miano) übernommen. Dabei handelt es sich um ein cleveres Programm, das von den Sternenflottenoffizieren nicht gelöscht werden kann. Was also tun?

Sie beschließen etwas Verrücktes und eigentlich Idiotisches. Sie wollen das Casino von Frank ausrauben, damit dieser bei der Mafia in Verruf gerät. Doch während beim Trockenlauf noch alles bestens funktioniert, gerät der Plan ins Schwimmen, als es ans Eingemachte geht.

Seit seinem ersten Auftritt in Auf seine Art ist Vic Fontaine ein typischer DS9-Nebencharakter gewesen. Eine Figur, die von Beginn an immer mehr und mehr ins Tagesgeschehen der Raumstation involviert wird und so wie beispielsweise ein gewisser Schneider irgendwann nicht mehr wegzudenken ist. Höhepunkt war dabei sicherlich Leben in der Holosuite, wo er Nog geholfen hat, mit den Nachwirkungen seines Beinverlusts fertig zu werden. Dass er daher in Badda-Bing, Badda-Bang seine erste Folge erhält, in der er im Mittelpunkt der Handlung steht, war so gesehen schon fast überfällig.

Wunderbar leichtfüßig

Es ist dabei eine wunderbar leichtfüßige Folge. Eine, in der der Humor im Vordergrund steht, und etwaige Dramen ganz weit in den Hintergrund verdrängt werden. Man möchte Spaß haben, Abwechslung. Tragödien oder ernste Themen sind dieses Mal nicht gewünscht. Es ist ein Luftholen, ehe es dann vermutlich ab der nächsten Episode wieder heftig wird.

Und diese Funktion erfüllt Badda-Bing, Badda-Bang mit Bravour. Von Beginn wird man bestens unterhalten. Von Anfang an herrscht ein gewisser Humor vor, wobei dieser, wie es für Star Trek üblich ist, nie despektierlich wird. Stattdessen entsteht die Komik vor allem aus den Ereignissen, daraus, wie die Leute auf das Geschehen in Vics Bar reagieren.

Es ist eine wunderbare Ensemble-Episode, bei der eben nicht nur die bekannten Deep Space Nine-Mitglieder mitwirken, sondern ebenso Kasidy Yates und Nog. Und vor allem beim Ferengi wird betont, wieso er so sehr daran interessiert ist, Vic Fontaine zu helfen, eben weil dieser ihm beim Verlust seines Beines geholfen hat. Was ein netter Callback zu Leben in der Holosuit darstellt.

Gekonnte Improvisation

Und so ist es interessant, mit welcher Verve sich die verschiedenen Stationsbewohner daran machen, Vic Fontaine zu helfen. Jeder von ihnen hat dabei seinen eigenen, seinen persönlichen Grund. Doch das Interessanteste ist, wie lange es braucht, bis Benjamin Sisko involviert wird.

Denn am Beginn zeigt der Stationskommandant kein rechtes Interesse daran, Vic Fontaine zu helfen. Und dies macht einen Teil des Charmes von Badda-Bing, Badda-Bang aus. Nämlich die Frage, wie es Kasidy Yates gelingt, ihren Lebensgefährten davon zu überzeugen, sich für die gute Sache einzusetzen. Dabei wird die Zurückhaltung von Benjamin Sisko glaubwürdig begründet.

Doch das wahre Highlight der Episode sind die Vorbereitungen und die Durchführung des Raubzugs. Der Kontrast zwischen den beiden Phasen ist natürlich enorm. Zunächst ist es interessant, wie die jeweiligen Stärken der Teammitglieder eingeplant werden. Odo beispielsweise soll sich getarnt reinschleichen, derweil Nog mit seinem Gehör den Safe knacken soll. Das dann am Ende alles anderes kommt als gedacht, war natürlich zu erwarten. Doch – und das ist ein Highlight der Episode – zu sehen, wie die jeweiligen Leute reagieren, improvisieren und sich den Gegebenheiten anpassen, ist grandios.

Kommt jetzt der Ernst als nächstes?

Man merkt Badda-Bing, Badda-Bang allerdings auch die Spielfreude der Beteiligten an. Noch mehr als sonst sind sie mit Herzblut bei der Sache und sind engagiert. Sie hatten bei den Dreharbeiten Spaß, der sich ebenso auf den Zuschauer übertragt.

Abgeschlossen wird die Episode mit einer der wenigen Momente, in denen Benjamin Sisko sich mal locker macht. Es ist eine eindrucksvolle Szene, die die Freude dieser Folge nur noch mehr unterstreicht. Und die den Eindruck verstärkt, dass es in den nächsten Episoden ernster zur Sache gehen wird. Doch ehe dies geschieht, hatte man wenigstens etwas Spaß.

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Warpskala

Warpskala
0 10 0 1

Positiv

  • Warmherziger Humor
  • Vic Fontaine steht im Mittelpunkt des Geschehens
Götz Piesbergen
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