Star Trek Lower Decks
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Review: Star Trek Lower Decks 22 – Das ungefährlichste Spiel

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ist Das ungefährlichste Spiel für Boimler wirklich so eine gute Wahl?

Standard halt

Damit Mariner (Tawny Newsome) endlich lernt, nicht mehr so impulsiv zu handeln und auch den Befehlen ihrer Vorgesetzten zu folgen, wird sie dazu verdonnert, mit Commander Jack Ransom (Jerry O’Connell) zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit diesem, Sam Rutherford (Eugene Cordero) und Lieutenant Commander Billups (Paul Scheer) begibt sie sich auf eine Außenmission zu einer paradiesischen Welt, deren Weltraumaufzüge kaputt sind. Doch der Commander schickt die Techniker auf die Planetenoberfläche und will die Reparatur mit dem Ensign selber vornehmen. Und natürlich geht alles schief, was schiefgehen kann.

Brad Boimler (Jack Quaid) versucht derweil, damit klarzukommen, dass ein ihm bekannter Offizier Captain geworden ist, während er immer noch Ensign ist. Tendi (Noël Wells) ermutigt ihn dazu, mehr zu wagen und des Öfteren auch zu ihm unbekannten Sachen „Ja“ zu sagen. Was allerdings nach hinten losgeht, als er beschließt, einen ganzen Nachmittag zu allem „Ja“ zu sagen. Das führt am Ende dazu, dass er einwilligt, Beute eines Jägers an Bord der Cerritos zu werden.

Das ungefährlichste Spiel fühlt sich wie eine Rückkehr zur Routine an. Zu einem Ablauf, den man schon kennt. Und wie er für Lower Decks Standard ist.

Und wieder ein Gast

Das ist jetzt nichts Schlechtes, da selbst dann, wenn die Serie sich im normalen Trott befindet, ihr Niveau immer noch das Beste aller „New Trek“-Serien ist, die in Deutschland gelaufen sind oder laufen. Denn egal, was kommt, man wird exzellent durch eine gelungene Mischung aus Easter-Eggs und charakterzentrischen Plots unterhalten.

Und so eröffnet Das ungefährlichste Spiel damit, dass die vier Hauptcharaktere gemeinsam eine Runde Bath‘lets und BiHnuchs spielen. Was einerseits eine Anspielung auf Dungeons & Dragons ist. Aber andererseits auch auf das Star Trek-Brettspiel aus den 1990ern, dem eine VHS-Kassette beilag, bei der Gowron-Darsteller Robert O’Reilly einen Klingonen mit dem Namen Kago darstellte. In dieser Episode ist es ein Tablet, auf dem Martok zu sehen ist, der im Original auch von J. G. Hertzler persönlich gesprochen wird. Wodurch Lower Decks die Tradition weiterführt, dass es immer wieder bekannte Schauspieler aus früheren Star Trek-Serien so einbaut, dass sie einerseits die Handlung erweitern, aber andererseits diese nicht dominiert.

Doch das gesellige Beisammensein wird jäh gestört und die Figuren brechen in ihre jeweiligen Handlungen auf. Es ist natürlich wieder eine Mariner- und Boimler-zentrische Folge, bei der Tendi und Rutherford nur bestenfalls Stichwortgeber spielen. Das ist allerdings insofern zu verschmerzen, als dass man weiß, dass die Macher von der Serie garantiert schon bald eine Episode herausbringen werden, in der dann die beiden anderen im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Das muss bei Rutherford bereits fast zwangsläufig stattfinden, da ja noch der eine Plot offen ist, der in dem Finale der zweiten Season angefangen wurde.

Der bessere Plot

Der Plot um Mariner in Das ungefährlichste Spiel wird natürlich von ihrer Interaktion mit Commander Ransom dominiert. Und hier merkt man, wie schwer es ihr fällt, sich am Riemen zu reißen, wenn sie es mit offensichtlichen Nonsense-Befehlen zu tun hat, wie etwa, dass nicht die kommandierenden Offiziere auf die Planetenoberfläche gehen, sondern die Ingenieure. Gleichzeitig wird auch gezeigt, dass sie ihre Neigung, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und eigenständig zu handeln, noch nicht abgelegt hat. Was sich dann später ein wenig rächt.

Interessant ist, dass sie und Ransom komplett normal miteinander umgehen. Keine Spur mehr davon, dass sich bei zueinander zugezogen fühlen. Wobei dies ja auch zuletzt in der ersten Season angedeutet wurde und seitdem nicht mehr. Von daher gut möglich, dass das fallen gelassen worden ist.

Dabei ist diese Handlung in Das ungefährlichste Spiel klar der bessere Plot. Sie ist witzig und spannend zugleich. Ständig gibt es neue Plottwists, sodass man als Zuschauer hängen bleibt.

Lektion gelernt?

Die Handlung von Boimler ist natürlich im Vergleich ebenfalls gelungen. Nur braucht sie etwas länger, um Fahrt aufzunehmen. Dass der Ensign Karriere machen möchte, ist ja hinlänglich bekannt. Ebenso, dass er sich meistens selber im Weg steht, bzw. sehr selten spontan agiert, was ihm ja Tendi sagt, als sie ihn aufmuntern, öfter Ja zu sagen. Was ihr Freund natürlich zu wörtlich nimmt und übers Ziel hinausschießt.

Die Jagd des Aliens K’Ranch wird hervorragend inszeniert. Dabei zeigt sich einmal mehr, was für ein Hasenfuß Brad Boimler manchmal sein kann. Doch das Beste an diesem Plot in Das ungefährlichste Spiel ist natürlich, wie er beendet wird. Und hier muss man wieder den Hut vor Lower Decks ziehen, weil sie ein Mal mehr eine Lösung offerieren, mit der man nicht gerechnet hat. Nur ob Boimler die richtige Lektion daraus gezogen hat? Das Ende lässt da Zweifel aufkommen.

warpshop

Warpskala

Warpskala
9 10 0 1
9/10
Total Score

Positiv

  • Mariners Plot

Negativ

  • Boimlers Plot braucht, um Fahrt aufzunehmen
Götz Piesbergen

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