Star Trek The Next Generation
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Review: Star Trek TNG 076 – Familienbegegnung

Lesezeit circa: 4 Minuten

Captain Picard besucht das Weingut der Familie.

Familienbegegnung – Family
Staffel 4 – Folge 2

Regie: Les Landau
Buch: Ronald D. Moore
Story: Susanne Lambdin & Bryan Stewart

Inhalt

Während die Enterprise nach dem Kampf gegen die Borg im Erdorbit repariert wird, beschließt Captain Picard (Patrick Stewart), sich auf dem Weingut seiner Familie in Frankreich zu erholen, auf dem sein Bruder Robert zusammen mit seiner Frau Marie und dem gemeinsamen Sohn René lebt. Robert empfängt ihn allerdings alles andere als herzlich, da das Verhältnis zwischen den beiden nicht besonders gut ist. Kurz nach seiner Ankunft erhält Picard das Angebot, Direktor des New-Atlantis-Projektes auf der Erde zu werden. Wegen seines traumatischen Erlebnisses mit den Borg überlegt er ernsthaft es anzunehmen …

Rezension

Familienbegegnung nimmt eine Sonderstellung in der Geschichte von TNG ein, denn dies ist eine Folge, die vollständig ohne Science-Fiction-Elemente auskommt. Vielmehr handelt es sich um eine sehr ruhige Episode, die sich gänzlich auf die Charaktere und hier besonders auf Captain Picard fokussiert. Nachdem dieser im vorangegangen Zweitteiler von den Borg assimiliert wurde, ist er psychisch immer noch angeknackst, auch wenn er dies selbst Troi gegenüber nicht offen zuzugeben vermag.

Auf der Erde erhofft er sich Ruhe und Erholung, was jedoch durch das schlechte Verhältnis zu seinem Bruder erschwert wird. Dieser wird von Gaststar Jeremy Kemp, bekannt aus der Spionagekomödie Top Secret, als ziemlich bärbeißiger Familienvater dargestellt, der sich sorgt, sein einziger Sohn könnte eines Tages in die Fußstapfen seines Onkels treten und der Sternenflotte beitreten, anstatt sich um das Weingut der Picards zu kümmern.

Da wir es hier mit einer sehr dialoglastigen Folge zu tun haben, kommt keine wirkliche Spannung auf, was sie für manchen Zuschauer womöglich etwas langweilig erscheinen lässt. Auf der anderen Seite ist die Folge für alle interessant, die sich für gute Schauspielleistungen begeistern können. Patrick Stewart stellt das Trauma, welches er durch seine Erfahrung mit den Borg erlitten hat, zunächst noch auf eine sehr subtile Art dar. Aber nachdem er sich mit Robert geprügelt hat, sehen wir den Captain zum ersten Mal völlig verzweifelt, als er sich eingesteht, den Borg gegenüber völlig wehrlos gewesen zu sein. Speziell in dieser Szene erbringt Stewart einmal mehr eine großartige Leistung.

Aufgelockert wird die Handlung durch die Szenen mit Worf und seinen menschlichen Zieheltern, welche die Enterprise besuchen. Es ist lustig, mit anzusehen, wie unangenehm es dem Klingonen ist, die beiden auf dem Schiff zu haben. Doch durch die Einbindung von Worfs Entehrung bekommt diese Story auch einen ernsten Kern. Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit Wesley, der eine Holobotschaft seines verstorbenen Vaters erhält. In jener Szene, in der er sie sich ansieht wirkt, er so emotional wie selten zuvor. Wenn man sich vor Augen hält, dass sein Vater davon ausging, ihn noch als erwachsenen Mann zu sehen, als er die Botschaft aufnahm, bekommt man auch als Zuschauer unwillkürlich eine Gänsehaut.

Diese stellt sich auch für all jene Fans ein, die den siebten Kinofilm Treffen der Generationen kennen, in dem wir erfahren, dass Robert und René bei einem Feuer ums Leben gekommen sind. Nachdem sie in Familienbegegnung eingeführt wurden, trifft einen diese Nachricht umso mehr, da sie für den Zuschauer eben mehr sind als bloße Namen aus Picards Familie, über die man sonst nichts weiß.

Noch eine Bemerkung zur Besetzung: René wird von David Tristan Birkin gespielt, der in der sechsten Staffel einen durch einen Transporterunfall wieder zum Kind gewordenen Picard darstellen wird.

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Sven Wedekin

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