Spotlight: J. G. Hertzler

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Der am 18. März 1950 geborene J. G. Hertzler dürfte vielen Leuten als der Klingonengeneral Martok in Erinnerung sein.

Ein Politikwissenschaftler wird Schauspieler

Der Schauspieler, dessen voller Name John Garman Hertzler Jr. lautet, wurde in Savannah, Georgia, geboren. Seine Familie hatte deutsche Amisch-Wurzeln. Sein Vater John G. Hertzler diente in der U.S. Air Force, derweil seine Mutter Francis Beaver Hertzler Französisch- und Lateinlehrerin war. Aufgrund der Arbeit seines Vaters zog die Familie oft um und lebte so unter anderem in El Paso, Texas oder Casablanca, Marokko.

Er ging auf die Bucknell Universität und hatte die Position des Linebackers in deren American Football-Mannschaft inne. Zum Schauspielen kam er, als die Drama-Abteilung nach großen Leuten für das Stück „Marat/Sade“ suchte und ihn dafür schließlich anheuerte. Nach seinem Abschluss in Politikwissenschaften 1972 machte er seinen Master in Set Design an der University of Maryland und ging für ein Jahr auf die Law School der American University. Um sich sein Studium zu finanzieren, hatte er ein weites Spektrum an verschiedenen Jobs. Er arbeitete für die Nixon-Regierung, fuhr Taxi und kellnerte.

Seine Schauspielkarriere begann 1978, als er in dem Film „The Redeemer: Son of Satan“ eine kleine Rolle hatte. Ein Jahr später trat er in „…und Gerechtigkeit für alle“ auf. Danach sollte es lange dauern, bis man ihn wieder im Kino sehen würde.

J. G. Hertzler als General Martok
General Martok

Das Theater als wahre Berufung

Dabei war er die Zeit nicht inaktiv. Er hatte im Gegenteil eine produktive Theaterkarriere. Er trat in verschiedenen Broadwaystücken auf und zog 1981 nach San Francisco um, wo er dem American Conservatory Theater beitrat. Dort war er in diversen Stücken zu sehen, führte bei anderen Regie und wurde dort sogar Dozent. 1988 verlagerte er seinen Wohnstandort nach Südkalifornien.

1990 trat er auch das erste Mal im Fernsehen auf. Er hatte eine Rolle in einer Episode der Fernsehserie „Zurück in die Vergangenheit“. Ein Jahr später hatte er seine erste größere Rolle. Das war in der Fernsehreihe „Zorro“, wo er von 1991 bis 93 als Alcalde Ignacio de Soto auftrat, der primäre Antagonist zum Titelhelden.

Seine erste Begegnung mit „Star Trek“ geschah im Jahr 1993, als er in der Pilotepisode von „Deep Space Nine“ Der Abgesandte als der vulkanische Captain des Raumschiffes Saragota auftrat. Danach versuchte er mehrere Male eine Rolle zu landen, doch jedes Casting war vergebens. Das änderte sich erst, als er für die Figur des klingonischen Generals Martok vorsprach. Ursprünglich stellte er diesen zu milde dar, bis er angewiesen wurde, ihn aggressiver wirken zu lassen. Woraufhin er einen Stuhl aufnahm und gegen die Wand schmiss, was ihm die Rolle einbrachte.

Mit „Star Trek“ verbunden

Seinen ersten Auftritt hatte er in der Episode der vierten Staffel „Der Weg des Kriegers“, gefolgt von „Die Apokalypse droht“. In dieser Folge wurde sein Charakter als ein Wechselbalg enthüllt und auch getötet. Doch der eigentliche General wurde zurückgebracht und trat bis zum Ende der Serie wiederholt auf. J. G. Hertzler mochte die Figur, da sie ihm eine enorme Bandbreite an darstellerischen Möglichkeiten bot.

Der Schauspieler trat auch in anderen Rollen auf. So spielte er den Wechselbalg Laas in der Episode „Hirngespinst“, einen Hirogen in der Voyager-Folge „Tsunkatse“ oder einen klingonischen Anwalt in der „Enterprise“-Folge „Das Urteil“. Er tritt immer wieder auf „Star Trek“ – Conventions und Veranstaltungen auf.

Außerhalb von „Star Trek“ konnte man ihn nur selten in Film oder Fernsehen sehen. Was daran lag, dass er vor allem ein Theaterschauspieler ist. So zog er 2007 nach Ulyssey, New York, um, um dort Resident Professional Teaching Associate an der Cornell University, Department of Theatre, Film and Dance zu werden. Dort führte er Regie in diversen Stücken und trat ebenso in anderen auf.

Politik prägt das Leben

Neben seiner Schauspielkarriere hat J. G. Hertzler auch zwei „Star Trek“ – Romane mit dem Schriftsteller Jeffrey Lang verfasst. Die beiden Bücher „Left Hand of Destiny Book 1“ und „Book 2“ sind allerdings hierzulande nie herausgekommen. Ebenso hatte er ein Drehbuch basierend auf seinen Erfahrungen bei der „Zorro“-Fernsehserie geschrieben. Und er verlieh seine Stimme mehreren Videospielen, darunter auch „Bioshock“.

J. G. Hertzler ist außerdem politisch sehr aktiv. 2013 wurde er in den Stadtrat seiner Heimat Ulysses gewählt. Er hat sich 2016 für Bernie Sanders als U. S. Präsident ausgesprochen und wurde im selben Jahr gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen James Cromwell wegen zivilem Ungehorsam bei einem Protest verhaftet. Ebenso kandidierte er 2017 für das Repräsentantenhaus, zog seine Kandidatur jedoch wenig später zurück.

Über sein Privatleben ist nichts bekannt. Er ist wohl Vater, allerdings weiß man nicht, wer die Ehefrau ist und wie viele Kinder er hat.

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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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