In Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen lernt Beckett Mariner Wichtiges über ihre Beförderung.

Beförderungen und ihre Vor- und Nachteile

Während Brad Boimler (Jack Quaid) die Vorteile seiner Beförderung „genießt“ und sein eigenes Zimmer bekommt, wo er allerdings auf Schwierigkeiten stößt, gibt es bei D’Vana Tendi (Noël Wells) und Sam Rutherford Probleme (Eugene Cordero). Genauer gesagt versucht letzterer alles, um seinen Freunden rangmäßig nachzukommen. Doch egal, was er probiert, ständig ist jemand schneller als er. Was ihn wiederum so sehr antreibt, dass er sich, sehr zur Sorge seiner Freundin, regelrecht aufreibt.

Beckett Mariner (Tawny Newsome) hat andere Sorgen. Sie ist mit ihrer Beförderung alles andere als zufrieden und will möglichst schnell wieder degradiert werden. Da scheint eine Mission mit dem ersten Offizier der Cerritos, Jack Ransom (Jerry O’Connell), wie gemacht dafür. Sie sollen Menschen aus einer außerirdischen Menagerie holen. Eigentlich eine einfache Mission, bis mit einem Moopsy eine süße Kreatur ausbricht, die allerdings absolut mörderisch ist.

Natürlich ist der Titel Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen eine Anspielung an Harlan Ellisons Meisterwerk Ich habe keinen Mund und muss schreien. Doch ist das die einzige Gemeinsamkeit, die diese Folge mit dem Roman hat.

Ein netter Running Gag

Sie wurde zeitgleich mit der Auftaktepisode Twovix herausgebracht. Was inhaltlich sogar Sinn macht, da in ihr die Veränderungen, die in jener Folge stattfanden, weiter geführt werden. Genauer gesagt wird beleuchtet, wie die jeweiligen Figuren mit ihren Beförderungen bzw. Nicht-Beförderungen umgehen.

Brad Boimlers Umgang damit dient in Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen, als ein Running Gag. Er bezieht sein eigenes Quartier, stößt allerdings auf Schwierigkeiten und zieht deshalb weiter – wo es erneut Probleme gibt. Es ist im Vergleich zu den anderen Plots der Folge eine nette Abwechslung, die auch die „Schattenseiten“ einer Beförderung zeigt.

Sehr schön ist ebenfalls, dass in dieser Episode die Tatsache thematisiert wird, dass Rutherford keine Beförderung erhalten hat. Es wird dafür kein Grund genannt, was aber auch nicht nötig ist. Stattdessen setzt der letzte noch verbliebene Ensign der Vierergruppe des Maincasts alles daran, doch noch eine Beförderung zu erhalten.

Der widerspenstigen Zähmung?

Auch dieser Plot wird in Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen eher humorig dargestellt, wobei er am Ende einen ernsten Unterton erhält. Eben weil man sieht, wie sehr sich der Ingenieur aufreibt, um ebenso zum Lieutenant Junior Grade befördert zu werden, und damit seinen Freunden nachzufolgen. Doch was auch immer er anstellt, am Ende ist jemand besser und schneller als er. Man kann gut nachvollziehen, wieso er letzten Endes wie besessen agiert.

Doch der eigentliche Hauptplot dieser Folge sind die Bemühungen von Beckett Mariner, wieder degradiert zu werden. Bereits am Ende von Twovix wurde gezeigt, dass sie mit der Beförderung alles andere als einverstanden war. Weshalb sie, wie es ihre Natur ist, alles daran setzt, sich so daneben zu benehmen, dass ihren Vorgesetzten, vor allem Jack Ransom keine Möglichkeit bleibt, als sie wieder zum Ensign herabzustufen.

Wer jetzt allerdings befürchtet, dass sie in Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen wieder auf Teufel komm raus ihre schlechte Seite raushängen lässt, der irrt sich. Ja, zu Beginn gibt es jede Menge Momente, in denen sie versucht, Jack Ransom so zu ärgern, dass ihm nichts anderes als ihre Degradierung übrig bleibt. Doch dann schwenkt die Handlung um und der Tonfall wird für Lower-Decks-Verhältnisse gruselig.

Süß, aber tödlich

Mit dem Moopsy wird eine Kreatur eingeführt, die einerseits süß aussieht, aber andererseits absolut tödlich ist – andere Wesen saugt sie regelrecht leer. Hoffentlich taucht sie demnächst wieder irgendwo in Star Trek auf.

Interessant ist, welcher Punkt am Ende dazu führt, dass Beckett Mariner ihre Meinung ändert und sie ihre Beförderung trotzdem akzeptiert. Zum einen wird genau das in Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen gelungen präsentiert und mit der Auflösung der Moopsy-Thematik verknüpft. Zum anderen ist dies ein Zeichen dafür, dass die Macher von „Lower Decks“ anscheinend willens sind, den Status quo der ersten drei Seasons hinter sich zu lassen und so auch die bislang eher renitente Beckett Mariner sich weiterentwickeln zu lassen.

Übrigens wird in dem Prolog der Episode die Handlung des Epilogs der vorherigen Folge weitergeführt. Nur, dass es dieses Mal ein romulanisches Schiff ist, das durch das unbekannte Raumschiff zerstört wird. Mal schauen, was sich hier noch entwickelt.

Keine Knochen, muss aber trotzdem fliehen ist wieder ein Lower-Decks-Highlight. Hoffentlich wird das hohe Niveau beibehalten, weil uns dann eine vierte Staffel bevorsteht, die absolut sensationell sein wird.

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Götz Piesbergen

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