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Empathische Irrtümer werden in Lower Decks begangen.

Betazoidisches Chaos

Die Cerritos transportiert drei betazoidische Botschafterinnen von Angel One nach Risa. Die Damen machen groß Party und ihre Laune scheint sich auf immer mehr Besatzungsmitglieder auszudehnen, die ihrerseits immer wilder und irrationaler agieren. Einzige Ausnahme ist die Vulkanierin T’Lyn (Gabrielle Ruiz), die schon bald einen gewissen Verdacht hegt, was die Ursache für das Chaos sein könnte.

Und in der Tat entpuppen sich die Botschafterinnen schon bald als Agentinnen ihrer Heimat, die die Cerritos kidnappen und einen Umweg über die Neutrale Zone planen. Derweil ist Brad Boimler (Jack Quaid) zu Gast bei den Sicherheitsoffizieren des Schiffes, um mehr über diese Abteilung zu erfahren. Doch es zeigt sich, dass sich deren Training komplett von seinen Vorstellungen unterscheidet, was ihn verständlicherweise etwas knickt.

Mit Empathische Irrtümer geht jetzt die erste Hälfte der vierten Lower Decks-Staffel zu Ende. Und passend dazu bieten die Macher der Serie eine Hammer-Episode, die einen von Anfang bis Ende unterhält. Im Fokus des Geschehens steht dieses Mal T’Lyn.

Der Wunsch, zurückkehren zu dürfen

Seitdem die Vulkanierin am Ende von Die Sterne in der Nacht der Crew der Cerritos beigetreten ist, war sie in jeder Episode der vierten Season vertreten. Häufig war ihre Rolle die des logisch agierenden, stoischen Konterparts zu den emotionalen Überschwängen ihrer Kameraden*innen. Oft genug war ihre trockene, emotionslose Art genau das, was diese brauchten, um wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen.

T’Lyn selbst wurde dabei nie ausführlich charakterisiert. Wobei es in Etwas Geliehenes, etwas Grünes dann erste Ansätze gab, ihre Figur auszubauen. Und mit Empathische Irrtümer steht sie das erste Mal im Mittelpunkt einer Folge, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass sie endgültig Teil der Lower Decks-Serie geworden ist.

Man erlebt dabei eine Vulkanierin, die zu Beginn der Folge, ehe das ganze Chaos ausbricht, zurück zu den ihren möchte. Das war ja schon seit ihrem ersten richtigen Auftritt ihr bestimmendes Charaktermerkmal. Aber dieses Mal wird es auch für die Handlung wichtig, weil man merkt, wie sehr die Frustration über ihre Behandlung ihren Charakter und damit ebenso diese Episode bestimmt.

Die Tatsache, dass die Crew durchdreht, verstärkt anschließend nochmal den Kontrast zwischen ihr und den anderen, weil sie anscheinend nicht davon betroffen ist. Zu sehen, wie sie sich dann auf eine Spurensuche begibt, um die Ursache herauszufinden, ist genial. Es ist für sie eine gute Ablenkung von ihrer Frustration und für den Zuschauer eine spannende Jagd, die vor allem von den gelungenen Plottwists lebt. Denn was am Ende der Grund für das Chaos ist, ist ein großartiger Einfall und bringt die Figur in Empathische Irrtümer enorm weiter.

Wobei ebenso die drei betazoidischen Botschafterinnen nicht von schlechten Eltern sind. Sie scheinen das Chaos bewusst zu verstärken und auszunutzen. Erinnerungen an Lxwana Troi kommen auf, die sich ja ähnlich hedonistisch gab, auch wenn soe sich nicht so sehr Alkoholrausch hingab. Hier kommt es ebenfalls zu einem wunderbaren Plottwist, den man so nicht hat kommen sehen.

Auch der Captain glänzt

Gleichzeitig ist das auch die Folge, in der Captain Carol Freeman profitiert. Der Schiffskommandant der Cerritos fiel in der letzten Zeit ja nicht immer positiv auf, sondern mehr durch fragwürdige Entscheidungen. Doch dieses Mal gerät sie in Empathische Irrtümer in eine Notsituation und kann sich trotz der deutlich wahrnehmbaren Tatsache, dass sie angeschlagen ist, beweisen. So gefällt der Captain, so sollte sie immer dargestellt werden, als eine Frau, die ihren Posten nicht umsonst innehat.

Ein interessantes Training

Der dritte Plot dieser Episode behandelt Brad Boimler Zeit im Sicherheitsdienst. Hierbei zeigt sich einmal mehr, dass Lower Decks dann am besten ist, wenn es Erwartungen nicht entspricht. Und hier sieht man durch die Perspektive des Unterdecklers, dass er etwas enttäuscht ist, weil er hier nicht im Kämpfen unterwiesen wird, sondern, in seinen Augen, sinnlose Spiele mitmacht. Deren Sinn sich dann am Ende allerdings sehr wohl erweist.

Sehr schön ist die Interaktion zwischen ihm und Shax. Oder wenn man sieht, wie der Bajoraner seine Leute „trainiert“ und mit ihnen umgeht. Oder wie diese, wenn es nötig ist, von jetzt auf gleich umschalten und ernst werden.

Doch auch der Subplot mit dem mysteriösen Raumschiff wird in Emphatische Irrtümer nicht vergessen. Er wird am Ende aufgegriffen und mit der Cerritos in Verbindung gebracht. Welche Konsequenzen das haben wird, ist natürlich noch offen. Aber für diese Nebenhandlung ist es ein enormer Fortschritt, der Lust auf die zweite Hälfte der Serie macht.

Eine erstklassige Episode, ein wahres Brett, die zeigt, dass die Reihe dann am Besten ist, wenn ihre Charaktere im Vordergrund stehen.

 

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Götz Piesbergen

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