Am Scheideweg
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Review: Star Trek – Rise of the Federation 01: Am Scheideweg

Lesezeit circa: 4 Minuten

Die junge Föderation steht in Rise of the Federation bereits Am Scheideweg.

Ein vorläufiges Ende …

Der Romulanische Krieg hat einiges im Alpha-Quadranten verändert. Aus vier teilweise untereinander verfeindeten Rassen ist eine Gemeinschaft entstanden, die Vereinigte Föderation der Planeten. Bemüht, die Schrecken der Vergangenheit hinter sich zu lassen, will dieses Sternenbündnis positiv in die Zukunft schreiten.

Doch das hehre Ideal wird durch die Realität bedroht. Denn es gibt lauter Feinde, die an dem Entstehen dieser neuen Macht kein Interesse haben. Weshalb sie alles Mögliche unternehmen, um dieses politische Gebilde zu Fall zu bringen, ehe es zu groß und für sie zu gefährlich werden könnte. Umso mehr kommt es deswegen jetzt auf Idealisten wie Jonathan Archer und seine ehemalige Crew der Enterprise an.

Die Enterprise-Romanserie war nie einer der Bestseller des Cross-Cult-Verlags. Im Gegenteil: Die Reihe gehörte von allen Star Trek-Serien zu den am schlechtesten verkauften, weshalb auch nach dem Release von Die dem Sturm trotzen sie eingestellt wurde. Genau in dem Moment, wo sie anfing, interessant zu werden.

… und ein überraschender Anfang

Umso überraschender, als 2017 mit Am Scheideweg der erste Band der neuen Rise of the Federation-Reihe herauskam. Denn damit hatte man als Fan des Litverse nicht gerechnet. In den USA ist dieser Roman übrigens Teil der Star Trek – Enterprise-Serie, was hierzulande auf dem Cover verschwiegen wird.

Verfasst wurde der Band von Christopher L. Bennett. Für Litverse-Fans ist das kein unbekannter Name, denn der Autor hat bereits mehrere Romane in diversen Reihen geschrieben, wie beispielsweise das Star Trek – Titan-Buch Hunde des Orion oder Star Trek – Typhon Pact: Kampf.

Am Scheideweg ist das Wiedersehen mit alten Bekannten, wenn auch unter anderen Umständen. Die Enterprise hat den Romulanischen Krieg nur schwer beschädigt überstanden und ist jetzt ein Museumsstück. Ihre Crew wurde auf andere Raumschiffe verteilt. T’Pol ist Captain der Endeavor geworden, dem Flaggschiff von Jonathan Archer, derweil Malcom Reed jetzt die U.S.S. Pioneer kommandiert mit Travis Mayweather als seinem Ersten Offizier. Und Charles „Trip“ Tucker gilt offiziell immer noch als tot, obwohl er in Wahrheit seinen ehemaligen Captain mit Geheiminformationen versorgt.

Neue Charaktere braucht die Reihe

Christopher Bennett hat also das Ende des Romulanischen Krieges genutzt, um Tabula Rasa zu machen, um dafür zu sorgen, dass der Status Quo der Reihe ein vollständig anderer ist, als man es noch aus den früheren Romanen her gewohnt ist. Und er nutzt die Tatsache aus, dass die Crew jetzt auf verschiedenen Raumschiffen ist, gut aus. Denn so kann er neue Crewmitglieder einführen, die einem vielleicht sogar bekannt vorkommen. So begegnet man einem gewissen Tobin Dax, der das Dasein seines Symbionten verschweigt. Oder einen Samuel Abraham Kirk, bei dem noch nicht sicher ist, ob er einer der Vorfahren eines der berühmtesten Sternenflottencaptains aller Zeiten ist.

Doch gleichzeitig beschränkt er sich nicht nur auf die Heldenseite, sondern stellt in Am Scheideweg ebenso die Gegenspieler dar. Denn es gibt viel Gegenwind gegen die junge Föderation. Allen voran des Orionische Syndikat unter der Führung der drei Schwestern D’Nesh, Navaar und Maras sieht in ihr eine Bedrohung für ihr Geschäft und versuchen auf so vielen Fronten wie möglich, gegen sie vorzugehen.

Eigentlich ist dies auch ein spannend geschriebener Roman. Vor allem das große Intrigenspiel der Orioner gefällt. Gleichzeitig wirken einige Plots dann doch sehr konstruiert. So beispielsweise die Transporterproblematik: Dr. Phlox fällt auf, dass die Nutzung des Transporters bei einigen Offizieren genetische Schäden verursacht hat. Und bis diese Problematik nicht behoben worden ist, darf niemand den Transporter nutzen. Man merkt dem Handlungsfaden an, dass er im Prinzip nur vorgeschoben worden ist, damit dieses nützliche Transfervehikel für eine ganze Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Ein Grund, der nicht sehr überzeugen kann.

Doch insgesamt ist Am Scheideweg ein großartiger und unterhaltsamer Roman, der Bock macht auf die Fortsetzung.

Star Trek Rise of the Federation 01 Am Scheideweg
Cover © Cross Cult

Autor: Christopher L. Bennett
Titel: Star Trek – Rise of the Federation 01: Am Scheideweg
Originaltitel: Star Trek – Enterprise: Rise of the Federation – A Choice of Futures
Übersetzer:  Bernd Perplies
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 05/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 380
ISBN: 978-3-95981-188-0
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

Wertung

Wertung
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Ein unverhofftes Wiedersehen
  • Viele alte und neue Charaktere
  • Auch die Antagonisten werden gut dargestellt

Negativ

  • Einige Plots wirken arg konstruiert
Götz Piesbergen
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