Zweite NAtur
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Review: Star Trek – Seekers 1: Zweite Natur

Lesezeit circa: 4 Minuten

Zweite Natur ist der Auftakt zu der neuen von David Mack, Kevin Dilmore und Dayton Ward erdachten Star Trek – Seekers-Reihe.

Lang, lang ist’s her

Es war 2012, als hierzulande mit Sturm auf den Himmel die Star Trek – Vanguard-Reihe auf eine überaus dramatische Art und Weise beendet wurde. Es gab zwar noch mit Spuren des Sturms zwei Jahre später eine Fortsetzung, die allerdings mehr eine Art Epilog war und zur eigentlichen Handlung nichts mehr beitrug. Mit Star Trek – Seekers startete 2017 ein Spinoff jener Serie, erdacht und geschrieben von denselben Autoren, die auch Vanguard steuerten, also David Mack, Kevin Dilmore und Dayton Ward.

Das Besondere an dieser Romanserie ist dabei die Tatsache, dass die Schriftsteller sich von den Bildern des Künstlers Rob Caswell inspirieren ließen. Dieser hatte mit The Seekers Cover für eine Star Trek-Pseudobuchreihe erschaffen, die vorgeblich in den 1970ern verfasst worden sein sollen.

Mit Zweite Natur liegt jetzt der Startroman der Serie vor. Geschrieben wurde dieser von David Mack selbst.

Entdeckung von neuen Problemen

Sechs Monate, nachdem die Vanguard-Raumstation in einem spektakulären Inferno unterging, erkundet die USS Sagitarius das Weltall. Dabei stößt sie auf merkwürdige Signale, die von dem Planeten Nereus II stammen. Da diese Welt vorgeblich von primitiven Lebensformen bewohnt wird, wird eine Geheimexpedition losgeschickt, um nicht gegen die oberste Direktive zu verstoßen.

Was die Forscher zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass die Bewohner des Planeten zu ihrem 18. Geburtstag eine dramatische Wandlung durchlaufen, in der sie zwar einerseits unglaubliche Kräfte erhalten, aber gleichzeitig auch den Verstand verlieren. Es wird erwartet, dass sie sich kurz vor dieser Verwandlung selber opfern. Doch Nimur, die erst vor Kurzem ein Kind zur Welt brachte, will das nicht machen und widersetzt sich dieser Tradition. Womit sie womöglich eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes auslöst.

Mit Star Trek – Vanguard schrieben sich David Mack, Kevin Dilmore und Dayton Ward in den Autorenhimmel des Litverse. Es war eine enorm spannende Reihe, mit jeder Menge unvorhergesehenen Wendungen. Als Leser wurde man von Anfang bis Ende unterhalten. Und auch nach dem Finale jener Serie lieferten diese drei Schriftsteller zuverlässig häufig erstklassige Arbeit ab.

Alles richtig, so oberflächlich gesehen

Bei dem Erfolg, den die Reihe damals hatte, liegt die Idee eines Spinoffs natürlich nahe. Als Grundlage für die Serie wurden schließlich die beiden Raumschiffe Sagitarius und Endeavor gewählt, die in jener Zeit Teil von Vanguard waren und deren Besatzung auch stellenweise ausführlicher vorgestellt wurde. Doch trotz dieser Voraussetzungen vermag Zweite Natur nicht überzeugen.

Vermutlich ist es ein Fehler, dass zwischen dem Ende der Vanguard-Serie und dem Anfang der Seekers-Reihe so viele Jahre vergangen sind. Fünf Jahre ist eine große Zeitspanne, in der viele andere Romane und ebenso Einzelwerke sich in den Vordergrund des Bewusstseins des Lesers gedrängt haben.

Dabei macht Zweite Natur oberflächlich gesehen alles richtig. Der Leser lernt die wichtigsten Charaktere kennen und was auf dem Spiel steht. Hierbei gibt es viele kleine Anspielungen auf die Vanguard-Serie, sowie auch die TOS-Reihe. Und gleichzeitig erinnern die »erwachten« Nereus-Bewohner an sich an die diversen übermächtigen Wesen, die man aus vor allem aus der klassischen Star Trek-Ära her kennt.

Zu viele Charaktere

Doch wenn man Seekers mit Vanguard vergleicht, so lässt die Reihe sehr zu wünschen übrig. Wo letztere ein Thriller war, bei dem man mit den Charakteren mitlitt, ist erste einfach nur eine gefühlte 08/15-Raumschiffstory, bei der die Figuren bestenfalls oberflächlich dargestellt werden. Das liegt auch an der enormen Menge an handlungstragenden Figuren.

Denn in Zweite Natur hat man es eben nicht nur mit der Crew der Sagitarius zu tun. Sondern ebenfalls der Endeavor, sowie den Klingonen und den Erwachten. Und bis auf letztere hat man nie wirklich das Gefühl, dass man mit den Charakteren warm wird. Im Gegenteil: Sie bleiben einem egal.

Auch sind die Erwachten keine guten Antagonisten. Sie haben Potential dazu, eben weil man mit ihnen, vor allem mit Nimur, zu Beginn mitfühlt. Doch dann werden sie immer mehr und mehr zweidimensionaler und fangen an, zu langweilen. Es fehlt ihnen das gewisse »Etwas«, das sie auf Dauer interessant gestalten könnte. Einfach nur »verrückt« und übermächtig zu sein, reicht nicht.

Vielleicht liegt es angesichts des Autors an einer übersteigerten Erwartungshaltung. Aber Zweite Natur ist keine Glanzleistung von David Mack. Im Gegenteil, es ist enttäuschend.

Star Trek Seekers 1 Zweite Natur
Cover © Cross Cult

Autor: David Mack
Titel: Star Trek – Seekers 1: Zweite Natur
Originaltitel: Star Trek – Seekers: Second Nature
Übersetzerin: Susanne Picard
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 10/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 350
ISBN: 978-3-95981-737-9
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

Wertung

Wertung
3 10 0 1
3/10
Total Score

Positiv

  • Viele kleine Anspielungen auf Vanguard und die TOS-Serie
  • Figuren werden eingeführt

Negativ

  • Die Erwachten langweilien
  • Charaktere sind einem egal
  • Gefühlte 08/15-Story
Götz Piesbergen
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