Review: Star Wars – Crimson Empire

Lesezeit circa: 5 Minuten

Kir Kanos war einst ein Leibwächter Imperators Palpatine. Nach dem Sieg der Rebellen sinnt er auf Rache an allen Verrätern aus den eigenen Reihen.

Crimson EmpireDie Handlung

Das Imperium ist Geschichte. Zumindest weitgehend, sieht man einmal von den zersplitterten Fraktionen des Restimperiums ab. Der einstige imperiale Gardist Kir Kanos ist nach Imperator Palpatines Tod arbeitslos, aber keineswegs ruhelos. Es gilt noch, Rache an all jenen zu nehmen, die seinen einstigen Arbeitgeber verraten haben. Nicht an Darth Vader, denn der ist ja selbst längst tot. Auch nicht an den Rebellen, denn die sind wenigstens untereinander loyal. Kir Kanos’ Zorn gilt seinem einstigen Kameraden Carnor Jax, der es zugelassen hat, dass Luke Skywalker den Klon des Imperators tötete.

Jax ist in den Augen des loyalen Ehrengardisten ein Hochverräter, der vorsätzlich gehandelt hat, um selbst über die Galaxis zu herrschen. Der selbsternannte neue Imperator bringt dabei nicht nur Terror und Tod über zahllose Welten, sondern hat obendrein ein Kopfgeld auf Kanos ausgesetzt. Der gemeinsame Feind macht aus dem Rächer zeitweilig einen Verbündeten der neuen Republik, auch wenn er deren Werte nicht teilt. Zu der Rebellin Mirith Sinn entwickelt sich dennoch ein fast schon vertrauensvolles Verhältnis.

Zusammen gelingt es, Carnor Jax zu stoppen. Doch während die Republik den Tyrannen verhaften will, besteht Kanos auf dessen Tod. Als sich der Rebell Sadeet seiner Rache in den Weg stellt, bezahlt dieser es mit dem Leben. Nach vollendeter Mission gehen Kir Kanos und Mirith Sinn wieder getrennte Wege.

Rezension von Crimson Empire

Kir Kanos ist ein typischer Antiheld. Er steht selbst nach Palpatines Tod noch loyal zu diesem Monster und hat einen absolut verkorksten Wertekompass. Kein Wunder, wurde er doch während seiner Ausbildung einer radikalen Hirnwäsche unterzogen, wie eine Rückblende offenbart. Wer zur Leibgarde des Imperators gehören wollte, musste als finale Prüfung seinen besten Freund im Kampf töten. Damit wurden Kir Kanos sämtliche Skrupel aberzogen, doch tief im Innern hat er sich dennoch einen Funken Mitleid und Ehrgefühl bewahrt.

In der Gegenwart tut er aus den falschen Gründen das Richtige. Zumindest meistens. Er bewahrt die Galaxis vor dem Aufstieg eines neuen grausamen Imperators, obwohl er sich selbst nach wie vor als treuen Diener des untergegangenen Imperiums sieht, welches nicht minder grausam war. Das macht ihn zu einem sehr komplexen Charakter, den man gleichzeitig irgendwie mag und doch nicht über den Weg trauen kann.

Auf der Seite der neuen Republik ist Mirith Sinn mit diesem Konflikt konfrontiert. Sie setzt sich einerseits für Kir Kanos ein und versucht, ihn auf die Seite des Lichts zu ziehen, muss jedoch am Ende erkennen, dass er immer noch ein überzeugter Imperialer ist. Neben ihr hat übrigens mit General Wedge Antilles ein bekanntes Gesicht einen kurzen Auftritt.

Die Handlung ist durchgehend spannend erzählt und gewährt tiefe Einblicke in die Psyche des Antihelden. Obwohl Crimson Empire ein eigenständiger Dreiteiler ist, erweist es sich als hilfreich, vorab ältere Comics aus dem erweiterten Universum gelesen zu haben. Allen voran die Reihe Das dunkle Imperium, in der Luke Skywalker die Klone des Imperators ausschaltet. Darauf baut der vorliegende Band nämlich auf.

Der Zeichenstil kann sich sehen lassen. In den Bildern steckt viel Bewegung, die Gesichter wirken lebendig und die Raumschiffe sind sehr detailliert. Die Koloration ist ebenfalls weitgehend gelungen, lediglich an Glanzeffekten mangelt es ein wenig. Problematisch sind zuweilen nur die eingefügten Hintergrundbilder von Sternen und Planeten. Diese sind oft unscharf und insbesondere den Planeten fehlt es an Tiefe. Von Hand gezeichnete und digital nachkolorierte Planeten wären hier eindeutig die bessere Wahl gewesen.

Fazit

Crimson Empire wartet mit einem vielschichtigen Protagonisten auf, der noch am Anfang seiner Entwicklung steht. Kir Kanos wandelt beim ewigen Kampf von Gut gegen Böse auf dem schmalen Grad in der Mitte. Verpackt ist seine Geschichte in farbenfrohe Zeichnungen, die größtenteils sehr gelungen sind. Diese Comicreihe zählt nicht umsonst zu den beliebtesten Klassikern des Franchise. Erschienen ist Crimson Empire u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 33 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Bewertung: 14/15

Text: Mike Richardson & Randy Stradley
Zeichnungen: Paul Gulacy
Farben: Dave Stewart
Verlag: Panini
Sonstige Informationen:

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