Die Lords der Sith
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Review: Star Wars – Jedi-Chroniken: Die Lords der Sith

Lesezeit circa: 7 Minuten

Die dunkle Seite der Macht lockt nicht nur machthungrige Thronerben, sondern auch Jedi wie Ulic Qel-Droma und Exar Kun.

Die Lords der SithDie Handlung

Die beiden Sith-Magier Satal und Aleema Keto führen im Kaiserin-Teta-System einen Putsch gegen ihre eigenen Eltern durch. Nach dem Mord an selbigen regieren sie das System mit eiserner Faust und schlagen jeden Widerstand blutig nieder. Ein Befreiungsversuch der Republik und der Jedi scheitert zunächst an der übermächtigen Sith-Magie. Daraufhin fasst Ulic Qel-Droma den Entschluss, den Sith-Geheimbund Krath auf Cinnagar zu unterwandern. Dies birgt jedoch die Gefahr, der dunklen Seite anheimzufallen, zumal Ulic wegen des Todes seines Meisters Arca ohnehin schon von Zorn zerfressen ist.

Meister Vodos Schüler Exar Kun begibt sich unterdessen ebenfalls auf dunkle Pfade und ignoriert den gut gemeinten Rat, sich nicht mit den Lehren der Sith zu beschäftigen. Er fliegt nach Korriban, wo ihn der Geist von Freedon Nadd in eine Falle lockt. Schwer verletzt kann er nur noch mit den Kräften der dunklen Seite geheilt werden, doch dazu muss er sich dieser erst einmal ergeben. Sein nächstes Ziel soll Yavin IV sein, wo er auf die mutierten Massassi stößt. Diese glauben, in ihm einen prophezeiten Erlöser zu erkennen.

Nachdem er gegen mutierte Monster gekämpft und den Geist von Freedon Nadd vernichtet hat, entdeckt Exar Kun das antike Schlachtschiff des dunklen Lords Naga Sadow. Mit diesem und seiner Armee von Massassi-Kriegern hofft er, das Sith-Imperium wieder aufbauen zu können.

Dabei hat er jedoch Konkurrenz, denn die Ketos wollen ebenfalls über die Galaxie herrschen. Sie starten einen Angriff auf Deneba, wo sich gerade die Jedi versammeln, um über ihre nächsten Schritte zu beratschlagen. Ihre Reihen lichten sich, obendrein verlieren sie gleich zwei der ihren an die dunkle Seite. Neben Exar Kun verfällt nämlich auch Ulic Qel-Droma immer mehr den Verlockungen der dunklen Seite.

Er glaubt immer noch, die Sith nur besiegen zu können, indem er sie infiltriert. Die Ketos haben ihn jedoch längst enttarnt, und während Satal ihn am liebsten hinrichten lassen würde, entscheidet seine Cousine, ihn weiter mit der dunklen Seite zu manipulieren. Einen Rettungsversuch durch seinen Bruder Cay, seine Geliebte Nomi Sunrider und seinen Freund Tott Doneeta lehnt er ab und entschließt sich, auf Cinnagar zu bleiben. Satal hat er bei dieser Gelegenheit zwar ausgeschaltet, doch erliegt er schlussendlich dessen Cousine Aleema.

Bei einem zweiten Rettungsversuch trennt sich Ulic von Nomi und entscheidet sich für die hinterhältige Sith-Hexe. Zu allem Übel taucht auch noch Exar Kun auf der Bildfläche auf und fordert ihn zum Duell heraus. Doch bevor einer den anderen besiegen kann, taucht der Geist eines dunklen Sith-Lords auf und beendet den Kampf. Er befiehlt Exar Kun, Ulic als Schüler anzunehmen. Gemeinsam sollen sie die Rache der Sith vollenden und die Republik vernichten.

Rezension von Jedi-Chroniken: Das Geheimnis der Jedi-Ritter

Band 3 knüpft direkt an Nr. 4 an und ergänzt die Handlung um den Werdegang von Exar Kun. Dieser wurde bereits in der Romantrilogie Jedi-Akademie als einstiger Sith-Lord aus grauer Vorzeit eingeführt. Hier gibt es nun seine Vorgeschichte. Diese kann leider nicht vollends überzeugen. Seine Faszination für die dunkle Seite scheint eher aus einer Laune heraus zu entstehen – einen Auslöser gibt es zunächst nicht.

Immerhin allerdings ringt Exar noch ein wenig mit sich selbst. Als er auf Korriban von Freedon Nadd schwer verletzt wird, fleht er zuerst die helle Seite um Hilfe an. Erst als dies misslingt, lässt er sich auf die dunkle Seite der Macht ein. Am Geist von Freedon übt er zwar Rache, indem er es irgendwie schafft, einen Toten zu töten. Allerdings zieht ihn das nur noch tiefer in die Finsternis. Auf Yavin IV kommen dann endlich wieder die Massassi ins Spiel, welche durch Naga Sadows´ dunklen Einfluss über die Jahrhunderte mutiert sind.

Bei Ulic ist der Auslöser für seinen Abstieg derweil klar. Er kommt einfach nicht über den Tod seines Meisters Arca hinweg und will die Sith vernichten. Warum er jedoch glaubt, dies nur vollbringen zu können, indem er sie infiltriert, ist nicht ganz nachvollziehbar. Undercover nach Cinnagar zu reisen, um Informationen zu sammeln, ist eine Sache. Satal und Aleema vor einem Attentat zu retten, macht dagegen überhaupt keinen Sinn. Diese beiden sind immerhin der Kopf des Krath-Geheimbundes und mit ihrer Rettung verdammt er die Rebellen zum Tode.

Wenig überraschend zeigen sich die beiden Sith-Magier auch wenig dankbar. Satal will Ulic töten, während Aleema ihn mit Sith-Gift infiziert und manipuliert. Dennoch glaubt der Jedi weiter, er könne sie besiegen, indem er ihr Vertrauen gewinnt. Damit erreicht er genau das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt. Auf seine Freunde will er weiterhin nicht hören, er verzichtet sogar auf die Liebe von Nomi zugunsten einer falschen Schlange, die nur mit ihm spielt.

Mit Schlangen schmückt sich Aleema tatsächlich, was schon ein geradezu biblisches Motiv für das Böse ist. Der Einsatz von Magie erscheint zudem fast schon märchenhaft. Natürlich handelt es sich nur um mentale Projektionen, doch warum wird das nicht so benannt, sondern immer wieder als Zauberei hingestellt? Und woher hat Aleema überhaupt derartige Geisteskräfte? Das Studium von alten Sith-Schriften allein sollte nicht ausreichen. Selbst machtsensitive Personen brauchen jahrelanges Training, sie jedoch kann von jetzt auf gleich ganze Jedi-Heerscharen in die Flucht schlagen.

Ulic ist dagegen trotz seines lebenslangen Trainings hoffnungslos unterlegen und erliegt zudem noch seinem eigenen Denkfehler. Wie konnte das passieren, wo er doch genau über die Wege der Macht Bescheid wusste? Im Gegensatz zu Exar Kun hatte er obendrein nie eine Faszination für die dunkle Seite. Am Ende reicht dann aber der Befehl einer Geistererscheinung, um ihn zum Schüler von Exar Kun zu machen. Das lässt sich dann ebenfalls nur mit seiner Unterlegenheit in der Macht erklären, denn Ulic und Exar sind ungefähr gleichaltrig und waren kurz zuvor beide selbst noch Schüler.

Von solchen Plotschwächen einmal abgesehen wird die Handlung in diesem Band ein gutes Stück vorangetrieben. Außerdem wird eine Brücke zu den ersten beiden Bänden geschlagen, indem Odan-Urr einen Gastauftritt bekommt. Seine Spezies ist offenbar noch langlebiger als jene von Yoda, den Odan-Urr um mindestens hundert Jahre toppen kann. Er ist immerhin ein Zeitzeuge des ersten Sith-Krieges und der liegt bereits ein Jahrtausend zurück.

Optisch lässt Teil 4 wieder etwas nach. Vor allem Gesichter sind teilweise stark vereinfacht und dadurch nicht immer sofort wiedererkennbar. Schatten werden zudem nicht durch die Koloration erzeugt, sondern durch recht grobe schwarze Linienmuster. Ein etwas höherer Detailgrad wäre wünschenswert gewesen. Ebenso etwas mehr Differenzierung bei den Farben. Leichte Verläufe gibt es nur bei Himmelsdarstellungen, ansonsten sind alle Farbtöne vollflächig. Einmal mehr versprechen die hervorragenden Covergestaltungen mehr, als der Inhalt hält.

Fazit

Es macht Sinn, die Reihe der Jedi-Chroniken komplett am Stück zu lesen, denn immerhin werden auch in diesem Band Lücken in der Frühgeschichte des Star-Wars-Universums gefüllt. Von daher ist er selbstverständlich Pflichtlektüre. Exar Kuns und Ulic Qel-Dromas Wege zur dunklen Seite hätten jedoch etwas besser herausgearbeitet werden können, um ihnen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die meisten anderen Charaktere kommen derweil etwas zu kurz. Vor allem Nomi hätte als Geliebte von Ulic etwas mehr Einfluss auf ihn haben müssen. Anakin Skywalker hat seine Padme ja auch nicht für eine Sith-Hexe verlassen, sondern ist im Gegenteil aus Sorge um sie der dunklen Seite verfallen.

Der Wechsel des Zeichenstils ist auch gewöhnungsbedürftig. Er wirkt ebenso antiquiert wie die Geschichte, wobei man den Comics aber zugutehalten muss, dass sie tatsächlich schon über 20 Jahre alt sind. Erschienen ist Die Lords der Sith u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 94 in der Star-Wars-Comic-Kollektion.

Info

Autoren: Tom Veitch & Kevin J. Anderson
Zeichner: Chris Gossett & Art Wetherell
Farben: Pamela Rambo
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
  • Story
    7/10
  • Zeichenstil
    5/10
  • Koloration
    4/10
6/10
Total Score
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