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Mit seinem Schüler Xanatos wird Meister Qui-Gon Jinn nach Telos IV geschickt, um einen Mord aufzuklären.

Jedi Die dunkle SeiteHandlungen

Noch bevor Obi-Wan Kenobi sein Schüler wird, bildet Qui-Gon Jinn den Padawan Xanatos aus. Ihre letzte gemeinsame Mission führt sie auf dessen Heimatwelt Telos IV, wo sie den Mord an der Hohepriesterin Liora aufklären und Aufstände befrieden sollen. Hilfe erhalten sie dabei von Meisterin Thal und der Padawan Orykan. Da Thal keine Schülerin ausbilden möchte, vermutet Xanatos, dass er durch die Twi’lek ersetzt und in seine Heimat abgeschoben werden soll.

Unter zusätzlichen emotionalen Stress gerät der instabile Padawan dadurch, dass der Herrscher von Telos kein Geringerer ist als sein Vater Crion. Als dann noch seine Schwester Nason bei einem Attentat stirbt, schlägt er sich vollends auf die Seite seines Vaters, zu dem er bisher eigentlich kein gutes Verhältnis hatte. Der ist jedoch nicht das Opfer, als das er sich ausgibt.

Die Aufstände hat der Machthaber selbst angestachelt, um damit die Antarianer von der benachbarten Welt Toprawa zu belasten. Den Mord hat der gescheiterte Jedi Dairoki ebenfalls in Crions Auftrag ausgeführt. Dank erhält Dairoki dafür jedoch keinen, da er den Tod von Nason nicht verhindert hat. Diese war für Dairoki selbst weit mehr als nur sein Kontakt zum Herrscherhaus. Nachdem er dann noch von Crions ithorianischem Berater Hukowl abgewiesen wird, macht sich der entstellte Attentäter aus dem Staub.

Für Hukowl bringt dieser Kontakt derweil das Fass zum Überlaufen, und er lässt die Intrige seines Meisters in aller Öffentlichkeit auffliegen. Dadurch weiten sich die Aufstände zu einem Flächenbrand aus und Crion wird schlussendlich gestürzt. Xanatos wendet sich daraufhin von den Jedi ab und verschwindet in der Masse. Es wird gemutmaßt, er sei tot. Qui-Gon hat wahrlich keine guten Nachrichten im Gepäck, als er nach Coruscant zurückkehrt. Der Krieg zwischen Telos IV und Toprawa konnte zwar abgewendet werden, doch er konnte einen blutigen Umsturz nicht verhindern und hat überdies einen Padawan verloren.

In der Bonusgeschichte Episode I – Qui-Gon Jinn wird die Szene aus Eine dunkle Bedrohung erweitert, in welcher der Meister Anakin aus den Fängen von Watto befreit. Die Kurzgeschichte setzt nach dem Sieg Anakins beim Podrennen ein und dreht sich hauptsächlich um Wattos Bestreben, den siegreichen Rennfahrer doch noch für sich zu behalten. Er lässt Qui-Gon eine Falle stellen, die der Jedi jedoch mühelos übersteht. Das Ende ist bekannt.

Rezension von Jedi – Die dunkle Seite

Qui-Gon ist ein umstrittener Charakter, da er sich gerne mal gegen den Jedi-Rat stellte. Die vorliegende Geschichte offenbart jedoch, dass der Rat allen Grund hätte, sich in Selbstkritik zu üben. Trotz seines Bemühens, Xanatos die Werte der Jedi beizubringen, versagt nicht nur Qui-Gon bei dessen Ausbildung. Das liegt zum einen an der Überheblichkeit des Jungen, aber auch daran, dass der Meister die Mission auf dessen Heimatwelt Telos IV als Prüfung betrachtet.

Vernünftiger wäre es gewesen, seinen Padawan von dieser Mission fernzuhalten, da dieser aufgrund familiärer Befangenheit gar nicht in dem Mordfall ermitteln dürfte. Diese Befangenheit ist es schließlich auch, die ihn an der Prüfung scheitern lässt. Unfassbar, dass auch der Jedi-Rat Xanatos‘ Teilnahme nicht nur zugestimmt, sondern sie gar anordnet. Dabei zeigt er schon vor der Abreise ein starkes emotionales Ungleichgewicht.

Xanatos‘ Vater handelt derweil ebenso unlogisch. Er schürt Aufstände, um die Antarianer in Misskredit zu bringen, und fordert dann die Unterstützung von Jedi an, die mit den Antares-Rangern verbündet sind. Wozu das Ganze? Will er einen Krieg gegen Toprawa führen? Obendrein sägt er mit der Intrige an dem Ast, auf dem er selbst sitzt. Die zügige Niederschlagung der Aufstände scheitert und am Tod seiner Tochter ist Crion schlussendlich selbst schuld. Gleiches gilt für seinen eigenen Sturz.

Vernünftig handelt nur Hukowl, der zwar eigentlich loyal ist, sich dann aber für das Wohl des gesamten Planeten entscheidet. Das sollte ihm auch in den Genen liegen, denn immerhin waren es einst die Ithorianer, welche die Umwelt von Telos wiederaufgebaut haben, nachdem diese in vergangenen Kriegen weitgehend zerstört worden war. Wer Knights of the Old Republic II gespielt hat, sollte diesbezüglich bestens im Bilde sein.

Optisch ist der Planet, der zu einem Großteil von einer künstlichen orbitalen Hülle umgeben ist, durchaus eindrucksvoll umgesetzt. Die Handlung spielt jedoch nicht auf der schwebenden Stadt in der Umlaufbahn, sondern in der Stadt Thani auf dem Planeten. Der Detailgrad hätte dort ruhig etwas höher sein können, doch er genügt. Die Charaktere sind zuweilen etwas grob geraten, aber immerhin wiedererkennbar. Probleme gibt es zuweilen mit den Fingern.

Insgesamt sind die Bilder sehr stimmungsvoll, was zum einen an den Perspektiven liegt, zum anderen auch an der gelungenen Koloration. Diese wirkt wie aufgetupft, was durchaus reizvoll aussieht. Die kräftige Farbpalette trägt dabei viel zur Atmosphäre bei. Vor allem die blauen Sternenhintergründe sind sehr hübsch anzusehen. Allerdings kommt es hier zu einigen Fehlern. So sind auch im Hyperraum Sterne zu sehen, die dort aber nix zu suchen haben. Im Orbit von Telos ist der Weltraum zudem abwechselnd schwarz und dann wieder von blauen Nebelschleiern durchzogen. Da hätte schon ein Stil konsequent durchgezogen werden müssen.

Rezension von Episode I – Qui-Gon Jinn

Zu Episode I sind mehrere Kurzgeschichten erschienen, welche die Abenteuer der einzelnen Charaktere vertiefen. Es ist dabei nur konsequent, die über Qui-Gon in einen Band zu packen, in dem er ohnehin die Hauptrolle spielt. Zwischen den beiden Geschichten liegen allerdings satte 21 Jahre! Um hier alles chronologisch zu abzuarbeiten, wird es wieder einmal nötig, die Bände der Comic-Kollektion kreuz und quer zu lesen.

Wirklich viel Neues bietet die Geschichte nicht. Watto bereut es, beim Boonta-Eve-Classic gegen seinen Sklaven Anakin gewettet zu haben. Er muss erkennen, dass der Junge ein guter Podfahrer ist, mit dem sich jede Menge Geld machen lassen könnte. Das glaubt auch Gardulla, die ihm Anakin für 50.000 abkaufen will. Wer Episode I gesehen hat, weiß jedoch, dass Watto seinen Sklaven nicht zurück bekommt.

Immerhin bietet die Geschichte noch eine kleine Lektion für Anakin. Als dieser einen rodianischen Jungen vermöbelt, weil dieser ihm Betrug beim Podrennen vorgeworfen hat, lehrt Qui-Gon ihn, andere Meinungen zu tolerieren. Kurz darauf greift Jinn allerdings selbst in einen fremden Konflikt ein, bei dem ein Sklaventreiber seine Untergebenen dürsten lässt. Immerhin verzichtet Qui-Gon auf Gewalt und gibt den Geschundenen lediglich Wasser und bringt den Sklaventreiber per Gedankentrick dazu, es ihm in Zukunft gleich zu tun.

Etwas zweifelhaft ist jedoch Qui-Gons Entscheidung, die Sklaven nicht zu befreien, da diese sonst nicht überleben würden. Woher will er das wissen und was ist das für eine Rechtfertigung, Sklaverei zu tolerieren? Kein Wunder, dass Anakin später am Jedi-Orden zu zweifeln beginnt. Ist hier vielleicht sogar der Samen für seinen Weg zur dunklen Seite gesät?

Grafisch gibt es an dieser Kurzgeschichte jedenfalls nicht viel auszusetzen. Die Charaktere sind allesamt wiederzuerkennen und gleiches gilt für die Szenen aus dem Film. Bei der Kleidung wäre etwas mehr Detailtiefe wünschenswert gewesen, aber die Gesichter und Umgebungen sind dafür umso gelungener. Vor allem die filigrane Darstellung von Haaren und Bärten ist positiv hervorzuheben. Die Koloration passt ebenfalls und besticht durch ein gutes Verhältnis von Licht und Schatten. Die Farbverläufe sind fließend und wirken dadurch sehr natürlich.

Die Covergalerie ist unterdessen sehr durchwachsen, enthält aber einige sehr gute Zeichnungen. Als Bonus gibt es noch einen kurzen Artikel über die Angleichung der Designs von der Prequel-Trilogie hin zu Episode IV.

Fazit

Die Hauptgeschichte ist ein kurzweiliges Abenteuer, welches die Vergangenheit von Qui-Gon Jinn näher beleuchtet und dabei den interessanten Planeten Telos IV vorstellt. Die Bonusgeschichte wirkt etwas Off Topic und hätte eher zusammen mit den anderen Kurzgeschichten aus Episode I in einen Extraband gepasst. Zumindest grafisch ist aber alles durchgehend im grünen Bereich. Erschienen ist Jedi – Die dunkle Seite  u. a. als hochwertiger Hardcover-Band mit der Nr. 34 in der Star Wars Comic-Kollektion.

Info

Autoren: Scott Allie / Ryder Windham
Zeichner: Mahmud Asrar / Robert Teranishi
Farben: Paul Mounts / Chris Chuckry
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
  • Story 1
    6/10
  • Zeichenstil 1
    7/10
  • Koloration 1
    9/10
  • Story 2
    7/10
  • Zeichenstil 2
    8/10
  • Koloration 2
    10/10
8/10
Total Score

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