Obi-Wan Kenobi
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Review: Star Wars Obi-Wan Kenobi – Teil 3

Lesezeit circa: 5 Minuten

Obi-Wan Kenobi findet unerwartete Hilfe.

Während Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) versucht, mit dem Machtgeist von Qui-Gon Jinn zu kommunizieren, bereitet sich Darth Vader vor, seinen alten Meister zu jagen. Imposant wird hier in den ersten Sekunden der dritten Episode das Setting abgesteckt. Ben hört die Stimmen aus der Prequeltrilogie seines alten Meisters und seines Schülers und zum Schluss sehen wir, wie Vader „angekleidet“ wird. Das haben wir zwar schon mal gesehen, aber nicht so detailliert. Hier ist schon klar: Die beiden werden sich wiedersehen.

Es passt auch wunderbar in diese Phase des Lebens des alten Kenobis, dass er es nicht schafft, mit Qui-Gonn zu reden. Er hat die Macht weitestgehend hinter sich gelassen, und man braucht eine starke Verbindung zur Macht, um mit einem Machtgeist zu reden.

Mustafar

Wir verweilen nur kurz auf Mustafar. Der Planet hat eine starke Verbindung zur dunklen Seite der Macht und ist als Austragungsortes des letzten Duells zwischen Meister und Schüler natürlich auch von persönlicher Bedeutung. Vader (Hayden Christensen) baute hier seine Festung, die er häufig zum Meditieren nutzte, und die wir zum ersten Mal in Star Wars Rebels und später auch in Rogue One sahen. Hier bekommt er die Info von Reva (Moses Ingram), dass sie bereits auf der Suche nach Kenobi sind. Und wir erfahren, dass sie Kenobi für den Tod des Großinquisitors verantwortlich macht, dieser dem Sith-Lord aber ziemlich egal ist. Und auch, dass die Dritte Schwester momentan in seiner Gunst steht, dies sich aber auch ändern kann.

Die Szene ist kurz, aber sie vermittelt perfekt den Hass, den der ehemalige Jedi gegenüber seinem alten Meister hat, der ihn verkrüppelte und zum Sterben zurück ließ. Wüssten wir nicht, was in Episode IV passiert, wäre dies noch intensiver, denn man sieht da schon eine Parallele zu Moby Dick und könnte gespannt sein, ob es eine ähnliche Entwicklung nimmt. Leider wissen wir aber, dass dem nicht so ist.

Mapuzo

Während Ben den kleinen Droiden von Leia (Vivien Lyra Blair) repariert, erklärt er ihr in einfachen Worten, wie sich die Macht anfühlt. Das Handelsschiff landet auf Mapuzo, einem Bergbauplaneten des Imperiums. Sie halten sich bedeckt, ihr Kontakt taucht nicht auf. Also müssen sie auf eigene Faust loslegen. Leia, rebellisch wie sie nun mal ist, ignoriert die Anweisung, nicht zu reden, und hält den Transporterfahrer Freck (gesprochen von Scrubs-Star Zach Braff) an.  Sie tischt ihm eine riesige Hintergrundgeschichte auf, was entweder bedeutet, dass sie super im Improvisieren ist oder dass sie diese Story schon im Vorfeld erdacht hat. Der Transporter gehört natürlich zum Imperium und nimmt auch noch Sturmtruppen auf. Brenzlige Lage, die Leia und Ben aber gekonnt meistern. Als Kenobi sich verspricht und sie Leia nennt, obwohl ihr Tarnname Luma ist, fällt dies natürlich den Sturmtruppen auf. Aber Ben erzählt einfach, dass dies der Name ihrer Mutter war und er sie in ihr wiedererkenne. Und das wirkt so glaubwürdig, weil er es so meint. Leia ist allerdings kein dummes Kind, sie merkt daran, dass er ihre Mutter kannte.

Als ein Suchdroide sie scannt, erledigt Obi diesen mit seinem Blaster und direkt im Anschluss auch die Sturmtruppen. Leider trifft Verstärkung ein. Glücklicherweise ist der Kontakt, den die beiden suchten, die imperiale Offizierin Tala (Indira Varma), welche die Truppen begleitet und ausschaltet.

Die Inquisitoren kommen

Der Droide konnte natürlich sein Signal trotzdem senden, was die Jagdsaison eröffnet. Tala erzählt vom Untergrundnetzwerk, welches Jedi und andere Machtsensitive in Sicherheit bringt und mit neuen Identitäten versorgt. Einige haben sich an der Wand verewigt, darunter der aus Episode 1 und The Clone Wars bekannte Quinlan Vos. Wohl ein Hinweis darauf, dass wir ihn später noch in irgendeiner Form sehen werden.

Als das Imperium an die Tür klopft und die Gruppe fliehen will, weil sie aufgeflogen ist, spürt Ben seinen ehemaligen Schüler. Um ihn rauszulocken, quält er die Bewohner des Dorfes wahllos. Ben versucht ihn abzulenken und läuft ihm quasi direkt in die Arme. Er will aber keine Auseinandersetzung mit ihm. Während Inquisitoren und Sturmtruppen das Dorf durchsuchen, findet Reva den Unterschlupfs des Untergrundnetzwerkes. Das Symbol der Jedi scheint etwas in ihr auszulösen, was wohl meine Theorie aus der ersten Episode bestätigt.

Ben ist absolut kein Gegner für Vader, der die letzten 10 Jahre wohl eher selten, wenn überhaupt, trainiert hat. Er zieht den alten Jedi Meister durch Feuer, was dessen Arm ziemlich mitnimmt. Tala und ihr Ladedroide kommen Ben zur Hilfe und können ihn retten, während Reva die kleine Leia ausfindig macht.

Ein paar Worte zur Musik

Verantwortlich ist hier John Williams, der schon die Originaltrilogie musikalisch unterlegt hat. Er hat das Titelthema erschaffen, während Natalie Holt die anderen Tracks beisteuert. Und sie schafft es tatsächlich, Williams zu zitieren, ohne dass es in eine Kopie abdriftet. So erinnert ihr (zumindest für uns) noch unbenanntes „Inquisitorenthema“ an den legendären Imperial March. Und auch anderen Stücke merkt man die Verwandtschaft an.

Fazit

Gemischte Gefühle hinterlässt diese Episode bei mir. Es war schon cool, Vader wiederzusehen, der im Original wieder von James Earl Jones gesprochen wird. Der langsame Aufbau der Geschichte wirkt sich hier aber zum ersten Mal störend aus, auch wenn die Interaktion zwischen Ben und Leia einfach schön sind, vor allem, wenn sie über Familie reden. Trotzdem bleibt diese Episode ein kleiner Hänger, der erst am Ende der Episode an Fahrt aufnimmt. Wenn man tempotechnisch nun so weiter macht, dann ist alles gut für mich.

Warpskala

Warpskala
7 10 0 1
7/10
Total Score

Positiv

  • Vader is back
  • Ben & Leia

Negativ

  • Zu langsamer Aufbau
Marco Golüke

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