[Star Trek – Deep Space Nine 8.09] So der Sohn

Lesezeit circa: 4 Minuten

 

»So der Sohn« ist der vorletzte Roman, ehe die aktuelle achte Staffel von »Star Trek – Deep Space Nine« zu Ende geht.

Star Trek Deep Space Nine 9 So der Sohn
© Cross Cult

Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Jake Sisko ist seit den Ereignissen von Offenbarung Buch 2 verschollen. Er geriet damals im Wurmloch in Turbulenzen und verschwand. Dass er überlebte, durfte man dann am Ende von Mission Gamma 4 erfahren, als die Defiant ihn mit einigen anderen Überlebenden, darunter auch die ehemalige Kai Opaka, von einem Schiff des Dominions übernahm. Was ihm zwischen diesen Bänden geschah, darf man jetzt in »So der Sohn« lesen. Das Buch wurde übrigens von S. D. Perry geschrieben, die bereits die Auftaktbücher der achten Staffel schrieb.

Als Jake Sisko erneut aus dem Wurmloch im Gamma Quadranten herauskommt, ist sein Shuttle Schrott. Ihm droht der sichere Tod, bis das Raumschiff Even Odds ihn rettet. Die Besatzung ist eine Gemeinschaft unterschiedlicher Wesen, die gemeinsam kleinere und größere Gaunereien begehen.

Für Jake Sisko bedarf es einiger Gewöhnungsarbeit, um sich an Bord des Schiffes heimisch zu fühlen. Zwar findet er schnell Freunde, doch am Ende ist es eine andere Gemeinschaft als solche, die er aus dem Alpha-Quadranten und der Föderation her kennt. Gerade, als er sich damit abgefunden hat, für immer Teil der Crew zu bleiben, trifft er überraschend auf Opaka Sulan, womit sich für ihn alles ändert.

Kein typischer „Star Trek“-Roman

»So der Sohn« ist kein typischer »Star Trek«-Roman. Vielmehr erinnert die Darstellung der Even Odds und ihrer bunten und vielfältigen Crew mehr an »Star Wars«. Wie Jake Sisko selber bemerkt, ist dies nicht die Föderation und die moralischen Gewohnheiten sind hier andere. Die Besatzung des Schiffes besteht überwiegend aus Ganoven, deren erstes Interesse vor allem sich selber und ihrem Geldbeutel gilt.

Dass sich Jake Sisko trotzdem so schnell heimisch fühlt, liegt vor allem daran, dass die gesamte Besatzung liebenswert und charmant ist. S. D. Perry macht sich dabei die Mühe, jedes einzelne Mitglied der Crew wenigstens kurz vorzustellen, sodass man diese Entscheidung Jakes nachvollziehen kann. Dadurch, dass die jeweiligen Crewmitglieder überwiegend exzentrische Eigenschaften besitzen, bleiben sie einem immer präsent.

Interessant wird die Geschichte dann ab der zweiten Hälfte, wo Opaka Sulan auftaucht. Und es gelingt S. D. Perry problemlos, das Charisma der ehemaligen Kai ebenso in Romanform einzufangen und wiederzugeben. Dafür, dass die Figur im »Star Trek«-Kanon schon seit Jahren kaum noch erschien, verlor sie an Wirkkraft nichts, wie man an diversen kleineren Szenen sieht. Es ist ein Highlight, nicht nur von »So der Sohn«, sondern ebenfalls von der achten Staffel.

Ein interessantes Ende

Auch die Einführung zweier weiterer Spezies gegen Ende ist interessant. Vor allem, weil beide allem Anschein nach mit dem bajoranischen Glauben an die Propheten in Verbindung stehen. Jedoch merkt man hier an, dass die Autorin nur Grundsteine für weitere Romane legt. Auf dem ersten Blick liest es sich zwar abwechslungsreich, aber viele Aspekte werden nur angerissen, bzw. wird der Plot zu schnell beigelegt. Zu schnell, da man hier durchaus noch ein wenig mehr Umfang hätte rausziehen können. Zukünftige Bücher werden zeigen, was für Potenzial in dieser Einführung steckt.

»So der Sohn« ist ein guter Roman, der das Warten auf den Abschluss der achten Staffel erschwert.

Bewertung 12/15

Autor: S. D. Perry
Titel: Star Trek – Deep Space Nine 8.9: So der Sohn
Originaltitel: Star Trek – Deep Space Nine: Rising Son
Übersetzer: Christian Humberg
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 02/2012
Einband: Taschenbuch
Seiten: 301
ISBN: 978-3-941248-69-4
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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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