Spotlight: Christopher Lambert

Lesezeit circa: 7 Minuten

Christopher Lambert ist unsterblich!

Ein Franzose in Amerika

Wenn man sich die bekanntesten Filme von Christopher Lambert in Erinnerung ruft, Highlander, Mortal Kombat oder Greystroke, könnte man der Meinung sein, dass er ein amerikanischer Schauspieler ist. Doch das ist nicht richtig. Denn auch, wenn er als Christophe Guy Denis Lambert in Great Neck, New York zur Welt kam: Er ist ein Franzose.

Das liegt daran, dass sein Vater Georges Lambert Lamond, ein französischer Diplomat bei den Vereinten Nationen war. Die Familie zog zwei Jahre nach der Geburt zurück nach Europa, genauer gesagt in die französischsprachige Schweiz. Dort, in Genf, wuchs der Junge auf und zog, als er ein Teenager war, nach Paris. Und dort erhielt seine Ausbildung zum Schauspieler, auch wenn sein Vater darauf bestand, dass er im französischen Militär diente.

Seine Schauspielkarriere begann 1979, als er in dem Film Ciao, les mecs auftrat. Und zu Beginn seiner Karriere war er dann auch nur in französischen Kinofilmen zu sehen. So hatte er zum Beispiel 1982 in Eine schmutzige Affäre und Die Handlanger Auftritte.

Es kann mehr als nur einen Erfolg geben

Seine Hollywood-Karriere begann 1984, als er in Greystoke – Die Legende von Tarzan, dem Herren der Affen in der Titelrolle gecastet wurde. Die Titelfigur hatte mit früheren Darstellungen nur wenig zu tun. Christopher Lamberts Tarzan war kein muskelbepackter Hühne, der im Urwald für Recht und Ordnung sorgt, sondern ein Mann, der, nachdem er im Dschungel aufwuchs, versucht, sich an die Zivilisation anzupassen, und daran scheitert.

Gleichzeitig blieb er allerdings auch noch Frankreich treu und trat 1985 in dem Thriller Subway in der Hauptrolle auf. Der Regisseur war übrigens niemand Geringeres als Luc Besson.

Es war 1986, als Christopher Lambert in dem Film auftrat, der ihn ein für alle Mal unvergesslich machte. Es war Highlander – Es kann nur einen geben. Er stellte dort Connor MacLeod aus dem Klan der MacLeods dar. Seine Figur war ein Unsterblicher, jemand, der seit Jahrhunderten lebte und sich mit anderen seiner Art um den „Preis“ duellierte. Nicht zuletzt dank des grandiosen Soundtracks der britischen Rockband Queen und einer Gastrolle von Sean Connery war der Kinofilm ein voller Erfolg, allen Kritiken zum Trotz.

Christopher Lambert

Eine Fortsetzung, über die man besser schweigt

1988 zeigte Christopher Lambert eine andere Seite seines Könnens, als er in der französisch-amerikanischen Co-Produktion Der Priestermord auftrat und den polnischen Pfarrer Vater Alek darstellte. Drei Jahre später sollte er zu Highlander zurückkehren. In der Fortsetzung Highlander II sollte er erneut Connor Mcleod spielen. Über die Qualität dieses Filmes, wie auch über die anderen Fortführungen schweigt man besser.

Wesentlich besser verlief allerdings die Steigbügelhilfe für Highlander – Die Serie, wo seine Figur in der Pilotfolge auftrat, um seinen Verwandten Duncan MacLeod zu unterstützen. Mit Erfolg, da die Fernsehserie danach bis ins Jahr 1998 weiterlief, ohne dass er nochmal auftauchen musste.

1992 spielte Christopher Lambert in dem Thriller Knight Moves die Hauptrolle und wirkte in dem SciFi-Film Fortress – Die Festung ebenfalls als Hauptdarsteller mit. 1994 kam Highlander III heraus und 1995 wirkte in der Videospielverfilmung Mortal Kombat mit. Dort war seine Rolle des Donnergottes Raiden, der den menschlichen Kämpfern half, sich gegen Shang Tsung in einem Martial Arts-Turnier zu erwehren, wo die Duelle auf Leben und Tod liefen. Der Film war netter Trash und hatte Jahre später für den Darsteller interessante Konsequenzen.

Eine Videospielfigur zu Ehren des Schauspielers

Der Schauspieler trat zwar oft in Hollywood-Filmen auf. Doch oft genug machte er auch Abstecher in Filmproduktionen seiner Heimat, wie beispielsweise die Krimikomödie Hercule & Sherlock (1996). Oder ein Jahr später in Frank – Was sie schon immer über Heiratsschwindel wissen wollten.

Im Jahr 2000 standen für Christopher Lambert zwei Fortsetzungen auf dem Programm. Das eine Highlander: Endgame, was auch gleichzeitig seine letzte Teilnahme an dieser Reihe. Und das andere war Fortress – Die Festung 2. Ein Jahr darauf durfte er in seiner Heimat den Nationalhelden Vercingetorix darstellen. Der Film war mit Hochkarätern wie Klaus Maria Brandauer oder Max von Sydow besetzt und wurde einmal auf Französisch und ein Mal auf Englisch gedreht. 2002 konnte er dann mit dem nächsten Schauspieler drehen. Das war mit Dennis Hopper in The Piano Player. Der Film war übrigens die erste Rolle von Diane Krüger. 2006 war er Teil der Filmanthologie Southland Tales. Und gegen Ende des Jahrzehnts war er überwiegend nur in internationalen Produktionen wie Limousine (2008) und White Material (2009) zu sehen.

2011 war Christopher Lambert Teil der Comicverfilmung Ghost Rider: Spirit of Vengeance, wo er an der Seite von Nicolas Cage und Idris Elba mitspielte. Von 2012 bis 2013 hatte er seine erste wiederkehrende Rolle in einer Fernsehserie. Das war für sechs Folgen in Navy CIS: LA. 2013 war ebenfalls das Jahr, wo er in der französischen Miniserie La Source eine der Hauptrollen hatte. Auch 2019 war er für mehrere Folgen in einer Serie zu sehen, und zwar in The Blacklist. Doch die vielleicht interessanteste Rolle, die er in diesem Jahrzehnt innehatte, war die in dem Videospiel Mortal Kombat 11. Die Entwickler von Netherrealm Studios erschufen extra für dieses Spiel einen Raiden, dessen Aussehen sich an dem Donnergott aus der Videospielverfilmung aus dem Jahr 1995 orientierte. Und er selbst sprach den Charakter!

Wenn man nahezu blind spielt

Der Schauspieler ist für seinen Silberblick berühmt. Der allerdings daher kommt, dass er extrem kurzsichtig ist und eigentlich eine Brille bräuchte, um zu sehen. Da er keine Kontaktlinsen tragen kann, muss er oft genug im wahrsten Sinne des Wortes blind agieren, was schon oft zu Verletzungen geführt hat, wenn er seine eigenen Stunts durchgeführt hat.

Christopher Lambert ist neben der Schauspielerei auch Schriftsteller (Er hat zwei Romane geschrieben) und Inhaber von diversen Geschäften. Er betreibt zum Beispiel mit seinem Geschäftspartner Eric Beaumard ein Weingut in Sainte-Cécile-les-Vignes, wo er es sich nicht nehmen lässt, regelmäßig selber Weinproben zu entnehmen und die verschiedenen Entwicklungsstadien des Weins zu überprüfen.

Er war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe war mit der amerikanischen Schauspielerin und Produzentin Diane Lane von 1988 bis zu ihrer Scheidung im Jahr 1994. Aus dieser Beziehung stammt auch sein einziges Kind, seine Tochter Eleanor Lambert, die 1993 zur Welt kam. Die zweite Ehe hielt von 1999 bis ins Jahr 2000. Das war die Hochzeit mit Jaimyse Haft. Von 2007 bis 2014 hatte er eine Beziehung mit der bekannten französischen Schauspielerin Sophie Marceau.

Christopher Lambert im Web


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Götz Piesbergen
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