Godzilla Attack All Monsters
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Review: Godzilla: Attack all Monsters (1969)

Lesezeit circa: 5 Minuten

Auch wenn der Film Godzilla: Attack All Monsters heißt, ist er im Prinzip keiner.

Kein Godzilla-Film, sondern ein Minilla-Streifen

Kritisch gesehen war die Einführung von Minilla in Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn nicht so gelungen. Die Figur nervte in jeder Szene, in der sie auftrat. Sein zweiter Auftritt in Frankenstein und die Monster aus dem All war zwar besser, was allerdings auch daran lag, dass sein Auftreten auf ein absolutes Minimum reduziert war und dementsprechend wenig zum Allgemeingeschehen beitragen konnte. Doch in Godzilla: Attack All Monsters sollte er wieder im Zentrum des Geschehens stehen.

Dabei war dieser Film etwas Besonderes. Nicht nur, dass er mit einer Laufzeit von ungefähr 1:09 Stunden zu den eher kürzeren Abenteuern der Filmserie zählte, auch stand im Zentrum des Geschehens als Protagonist kein Erwachsener, sondern ein Kind.

Godzilla: Attack All Monsters hatte Letztere als Zielgruppe im Visier. Alles wurde daran orientiert und ausgerichtet, sodass Godzilla selbst für seine Verhältnisse noch mehr in die Rolle eines Gaststars zurückgestuft wurde. Womit klar war, dass – auch wenn mit seinem Namen im Titel geworben wurde – dieses Leinwand-Abenteuer im Prinzip eben nicht der neuste Godzilla-Film war, sondern eher ein Spinoff mit seinem Sohn Minilla.

Dieser war ein kleiner Junge von vielleicht sechs bis sieben Jahren. Tomonori Yazaki hieß er und seine Figur war Ichiro Mitsuki. Seine abwesenden Eltern wurden von Kenji Sahara und Machiko Naka dargestellt. Der beste Freund des Protagonisten, der Spielzeugmacher Shinpei Minami, fiel dann in den Zuständigkeitsbereich des Godzilla-Veteranen Hideyo Amamoto. Die Bankräuber wurden von Sachio Sakai und Kazuo Suzuki geschauspielert. Ins Minillas-Kostüm schlüpfte einmal mehr Marchan the Dwarf, derweil Godzilla selbst erneut von Haruo Nakajima zum Leben erweckt wurde.

Blühende Fantasie führt über Umwegen zur Stärke

Ichiro Mitsuki ist ein kleiner Junge, der in den 1960er Jahren mit seinen Eltern im industriellen und stark verschmutzten Kawasaki lebt. Beide Elternteile sind berufstätig, weshalb ihr Sohn häufig alleine zu Hause ist, wobei der befreundete Spielzeugmacher Shinpei Minami auf ihn aufpasst. Das Kind hat eine blühende Fantasie.

Eines Tages träumt er davon, dass er sich auf einer Insel befindet, wo auch Godzilla wohnt. Er beobachtet, wie das Ungetüm mit einer kleinen Gruppe von Gegner aufräumt, ehe er Minilla begegnet und sich mit ihm anfreundet. Und genau wie er selbst, so leidet auch Godzillas Sohn darunter, dass er von anderen, in diesem Fall dem Monster Gabara, gehänselt wird.

Sparen, wo es geht

Im Vergleich zu den vorherigen Godzilla-Teilen, waren die Produktionskosten von Godzilla: Attack all Monsters sehr gering. Der Film kostete nur 150.000 Dollar, weshalb an vielen Ecken und Enden gespart wurde. Das merkt man vor allem an den Auftritten des Titelcharakters.

Denn diese wurden überwiegend aus früheren Leinwandabenteuern entnommen. Es finden sich Szenen aus Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer, Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn sowie Frankenstein und die Monster aus dem All. Auch aus dem Nicht-Godzilla-Film King Kong: Frankensteins Sohn wurde Filmmaterial entnommen. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass dies in der Geschichte dieser Filmserie geschieht, aber es ist trotzdem immer wieder eine Enttäuschung.

Was auch für den Plot von Godzilla: Attack all Monsters gilt. Zugegeben, die früheren Teile der Serie hatten, bis vielleicht auf den ersten Godzilla-Film, nie sonderlich intelligente oder innovative Handlungen. Doch in diesem Fall ist es so, dass man die Geschehnisse auf einem DIN-A5-Blatt zusammenfassen könnte und am Ende immer noch mehr als ausreichend Platz vorhanden wäre.

Platt und vorhersehbar

Es ist am Ende ein Kinderfilm und noch nicht einmal ein besonders guter. Die Idee, die Probleme von Ichiro Mitsuki mit denen von Minilla zu verknüpfen, mag auf dem Papier gut geklungen haben. Doch in Wahrheit führt dies dazu, dass die Handlung langweilig und vorhersagbar wird. Denn natürlich muss es zum Schluss noch eine moralische Lektion geben. Natürlich muss der Protagonist lernen, sich auf seine innere Stärke zu besinnen, um aus einer gefährlichen Situation herauszukommen. Und natürlich muss in den letzten Minuten alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Wie langweilig.

Dabei ist das Finale insofern interessant, als dass Regisseur Ishiro Honda ursprünglich kein positives, sondern ein von der Stimmung her ein eher gedämpftes im Kopf hatte. Der Film sollte damit enden, dass die Mutter des Protagonisten weinte, weil sie keine Zeit mit ihm verbringen konnte. Doch der Filmemacher wurde dazu gebracht, ein fröhlicheres Finale zu drehen, was er allerdings, als Godzilla: Attack all Monsters auf VHS herausgebracht wurde, wieder entfernte.

Die Darstellung von Minilla war übrigens auch interessant. Die Tatsache, dass er in dem Film reden und die Größe verändern konnte, konnte man auf den Tagtraum des Protagonisten zurückführen. Doch ansonsten blieb die Figur uninteressant. Dass er gehänselt wurde, spricht einen deshalb nicht an, weil er ja anders als der Hauptcharakter nicht alleine ist, da immer noch Godzilla im Hintergrund aktiv ist. Was der ganzen Message des Films ein wenig den Zahn zieht.

Godzilla: Attack all Monsters, oder wie er auf Englisch heißt All Monsters Attack, ist ein schwacher Film. Und zwar sowohl für sich alleinstehend, wie auch als Kaiju-Film.

Warpskala

Warpskala
1 10 0 1
1/10
Total Score

Negativ

  • Platt und vorhersehbar
  • Filmmaterial wird wieder verwendet
  • Kaum vorhandener Plott
Götz Piesbergen
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