Spotlight: James Cameron

Lesezeit circa: 8 Minuten

James Cameron ist einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Filmemacher aller Zeiten.

Wenn man nie das Handwerk gelernt hat

Es ist schier unmöglich, ein Werk des Kanadiers James Cameron nicht gesehen zu haben. Schließlich hat der am 16. August 1954 geborene Regisseur viele Filme erschaffen, die zeitlos sind. Terminator 1 und 2, Titanic oder Avatar, um nur ein paar seiner Werke zu nennen, die unvergesslich sind.

Dabei hat es eine Zeit gebraucht, bis James Francis Cameron, wie sein voller Name lautet, zum Film kam. Er war das älteste von fünf Kindern und ging zunächst auf das Stamford Collegiate in dem Ort Niagara Falls. Seine Familie zog anschließend nach Brea, Kalifornien, wo er zunächst auf die Sonora High School ging und dann zur Brea Olinda High School überwechselte. Nach der High School schrieb er sich beim Fullerton College ein, um dort Physik zu studieren. Doch da ihm dieses Studienfach nicht zusagte, wechselte er zu Englisch über, verließ aber am Ende 1974 das College ohne Abschluss.

Danach schlug sich James Cameron mit Gelegenheitsjobs durch, wobei er nebenbei schrieb und das Special-Effects-Handwerk lernte. Nachdem er 1977 Star Wars im Kino sah, war seine Begeisterung für den Film geweckt. Er kündigte seinen aktuellen Job als LKW-Fahrer und ging ins Filmgeschäft.

Ein eigener Kopf

1978 fing er dort an. Denn nachdem er sich Geld von einem Konsortium von Zahnärzten geliehen hatte, drehte, schrieb er das Drehbuch und produzierte den Film Xenogenesis, gemeinsam mit einem Freund. Es war für ihn eine wertvolle Erfahrung, wobei es bis zum nächsten Mal, wo er dies wieder machen konnte, noch ein Weilchen dauern würde.

In der Zwischenzeit war James Cameron vor allem für die Special Effects in verschiedenen Filmen verantwortlich. Das tat er zum Beispiel bei John Carpenters Die Klapperschlange (1981). Und dann, ein Jahr später, ergab sich für ihn die nächste Möglichkeit, Regie zu führen. Ursprünglich war er für den Horrorfilm Fliegende Killer – Piranha II nur für die Spezialeffekte vorgesehen gewesen. Doch nachdem der originale Regisseur Miller Drake die Produktion aufgrund von Differenzen mit dem Produzenten Ovidio Assonitis verließ, wurde Cameron sein Nachfolger. Allerdings hatte auch er seine Probleme mit dem Produzenten und war mit dem Endergebnis nicht glücklich. Immerhin einen Vorteil hatte dieses traumatische Erlebnis: Er hatte einen Alptraum über einen unbesiegbaren Robotermann aus der Zukunft, der ihn umbringen sollte. Das wurde für ihn die Inspirationsquelle für sein Durchbruchswerk.

Aus diesem Traum bastelte er 1984 ein Drehbuch zu einem potenziellen Film mit dem Namen Terminator. Doch bis er damit seinen Durchbruch feiern konnte, dauerte es noch ein Weilchen. Er wollte nämlich das Skript unter der Bedingung verkaufen, dass er der Regisseur werden würde. Und auch wenn die Filmstudios sich an der Geschichte interessiert zeigten, scheuten sie gleichzeitig davor zurück, einen in ihren Augen komplett Unerfahrenen mit der Umsetzung des Drehbuchs zu beauftragen. Am Ende gelang die Verfilmung nur, weil seine damalige Ehefrau Gale Anne Hurd, sich dafür einsetzte. Die Rechte landeten schließlich bei dem Filmstudio Hemdale Pictures und James Cameron machte sich ans Werk. Dabei setzte er wiederholt seinen eigenen Kopf durch, indem er beispielsweise die Rolle des titelgebenden Killerroboters dem Body Builder Arnold Schwarzenegger gab und Lance Henriksen, den das Studio in der Hauptrolle sehen wollte, eine Nebenrolle gab. Doch das Ergebnis war ein voller Erfolg und für den Filmemacher der Durchbruch.

James Cameron

Maßstäbe werden gesetzt

Dem er ein paar Jahre später noch einen draufsetzte, als er 1986 Aliens drehte, die Fortsetzung von Ridley Scotts Kultfilm Alien. Camerons Version war weniger ein Horrorfilm als vielmehr ein Actionfilm, was dem Erfolg jedoch keinen Abbruch tat. Am Ende gewann der Film auch einen Oskar fürs beste Sound Editing und für die besten Visual Effects.

1989 drehte der Regisseur Abyss – Abgrund des Todes, einen SciFi-Film, der überwiegend unter Wasser spielte. Bereits damals zeigte sich, dass er ein Händchen für besondere Technologie hatte, weil er nämlich in diesem Leinwandstreifen das erste Mal fortgeschrittene Computertechnologie für die Spezialeffekte einsetzte, um das außerirdische Wesen zu animieren. Etwas, war er auch ein Jahr später machte, in Terminator 2 – Tag der Abrechnung. Dort waren es die Spezialfähigkeiten des Antagonisten, des T-1000, die völlig am Computer erstellt wurden.

T2, wie der Film auch genannt wurde, war einer der besten Kinofilme, die es jemals gab, und setzte Maßstäbe. So setzte er unter anderem den Rekord für das beste Einspielergebnis eines R-Rated Films an einem Wochenende. Dabei arbeite James Cameron erneut mit Arnold Schwarzenegger zusammen, ebenso wie mit Linda Hamilton, die er später heiraten sollte. Und auch in den kommenden Jahren konnte er nie ganz von dem Franchise loslassen, sondern kehrte wiederholt zurück, um Kurzfilme, Videospiele oder Serien zu drehen oder zu produzieren.

Nicht nur Regisseur, auch Produzent und Drehbuchautor

Danach war James Cameron eine Zeitlang vor allem als Produzent tätig. So produzierte er den SciFi-Film Strange Days, bei dem seine damalige dritte Ehefrau Kathryn Bigelow Regie führte. Doch 1997 nahm er wieder Platz auf dem Regiestuhl, als er mit Titanic das Schicksal des gleichnamigen Schiffs verfilmte, das Anfang des 20. Jahrhunderts auf tragische Art und Weise unterging. Der Film, mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen, war ein Megaerfolg und für lange Zeit der Film mit dem höchsten Einspielergebnis aller Zeiten. Einen Rekord, den James Cameron selbst erst Jahre später brechen sollte.

Doch bis dahin zog er sich ein wenig aus dem Filmgeschäft zurück. Überwiegend war er als Produzent tätig, wie beispielsweise bei der kurzlebigen Fernsehserie Dark Angel oder drehte Dokumentationen, die zum Beispiel seine Tauchfahrt zum Titanic-Wrack behandelten. Erst im Jahr 2009 setzte er sich wieder auf den Regiestuhl, als das Projekt Avatar realisierte. Die Idee dazu trug er schon seit 1995 mit sich herum, doch erst jetzt war die Technologie soweit, dass er sich an die Umsetzung wagte. Dabei setzte er erneut auf eine neue, bahnbrechende Technologie, indem er beispielsweise den Film komplett in 3D drehte. Ursprünglich wollte er es bei dieser Version auch belassen, doch dann wurde das Leinwandabenteuer in 2D konvertiert. Der Lohn der Mühe war, dass der Regisseur wieder einen der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gedreht hatte, sowie mehrere Auszeichnungen erhielt, darunter den Oskar für die beste Cinematographie.

Das war auch seitdem der letzte Film, in dem James Cameron Regie führte. Seit damals war er entweder als Drehbuchautor oder Produzent tätig. Das war zum Beispiel in Cirque du Soleil: Traumwelten oder der Miniseriendokumentation Story of Science Fiction. Für die Realverfilmung des Mangas Battle Angel Alita war er nicht nur Produzent, sondern ebenfalls der Drehbuchautor. Dasselbe galt auch für seine erneute Rückkehr zum Terminator-Franchise mit dem Teil Dark Fate. Doch seit diesem Jahr dreht er wieder selbst. Denn momentan ist er am Produzieren und Regie-führen der nächsten Teile seiner Avatar-Reihe. Die Teile 2 bis 5 sollen dabei innerhalb des Zeitraums von 2022 bis 2028 in die Kinos kommen.

Ein Diktator am Set

James Cameron gilt als sehr penibler Regisseur, der auf Kleinigkeiten achtet und sich während der Dreharbeiten einen regelrechten Ruf als wahrer Diktator eingehandelt hat. Doch trotz oder gerade wegen seiner Arbeitsweise wird er von vielen Kollegen oder Schauspielern über alle Maßen gelobt.

Der Filmemacher ist seit 2012 Vegetarier und setzt sich für den Umweltschutz ein. Auch ist er ein Weltraumenthusiast, der sogar eine Zeitlang mit der Weltraumbehörde NASA arbeitete, um Kameras für den Mars-Rover Curiosity zu entwickeln. Doch leider wurden diese nicht rechtzeitig zum Start fertig.

James Cameron ist oft verheiratet gewesen. Vier Ehen wurden geschieden und aktuell ist er in seiner fünften. Seine Erste war mit Sharon Williams von 1978 bis 1984. Danach ehelichte er die Produzentin Gale Anne Hurd. Doch diese Heirat hielt nur von 1985 bis 1989. Die nächste Frau in seinem Leben war die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Kathryn Bigelow, mit der er von 1989 bis 1991 zusammen war. Nach diesem Ende lebte er mit Linda Hamilton zusammen, ehe sie von 1997 bis 1999 seine nächste Ehepartnerin wurde. Mit ihr hat er 1994 eine gemeinsame Tochter erhalten. Seit 2000 ist er mit der Umweltaktivistin, ehemaligen Schauspielerin und Model Suzy Amis zusammen. Zusammen mit ihr hat er einen Sohn und zwei Töchter gezeugt.

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Götz Piesbergen
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