Spotlight: Edward Norton

Lesezeit circa: 7 Minuten

Edward Norton hat sowohl den Ruf eines exzellenten Schauspielers, wie auch den einer schwierigen Persönlichkeit.

Von Kindheitsbeinen an an der Schauspielerei interessiert

Es ist unmöglich, einen Film mit Edward Harrison Norton in einer wichtigen Rolle gesehen zu haben und diesen dann anschließend wieder zu vergessen. Denn wo auch immer der am 18. August 1969 geborene Schauspieler auftritt, schafft er es problemlos, den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das liegt vor allem an seinem intensiven Spiel, der Art und Weise, wie er seine jeweiligen Rollen zum Leben erweckt, die dafür sorgen.

Dass er Schauspieler werden würde, das wusste er schon von Kindheitsbeinen an. Dabei war er in eine Familie geboren worden, die mit der Schauspielerei noch nicht einmal ansatzweise was zu tun hatte. Sein Vater Edward Mower Norton Jr. diente in Vietnam, ehe er Anwalt für Umweltrecht und Vertreter des Umweltschutzes wurde, der in Asien arbeitete. Seine Mutter Lydia Robinson „Robin“ Rouse war hingegen Englischlehrerin. Das Paar hatte neben dem späteren Darsteller auch zwei weitere Kinder, nämlich Molly und James.

Die Liebe zur Schauspielerei wurde in Edward Norton erweckt, als er fünf Jahre alt war. Denn die Familie ging mit ihm in eine Aufführung des Musicals Cinderella. Ebenso schaute er gerne als Kind Filme gemeinsam mit seinem Vater, wobei er allerdings mehr an der Art interessiert war, wie der Film gemacht wurde, als der Darstellungskunst der Schauspieler. Wie er sich später erinnerte, war es das Theater und nicht der Kinofilm, das in ihm das Interesse an der Schauspielarbeit weckte. Seinen ersten Auftritt hatte er, als er im Alter von acht Jahren in dem Musical Anne Get Your Gun auftrat. Es sollten zahlreiche weitere Theaterstücke folgen, von denen einige von der Regisseurin Toby Orenstein geleitet wurden.

Endlich Auftritte

Interessanterweise studierte er nicht Schauspielerei, als er 1987 mit der Highschool fertig war. Auch wenn die Darstellungskunst ihn nie wirklich losließ, so gewann er 1984 den Acting Cup in Pasquaney, schrieb er sich für Geschichte am Yale College ein. In diesem Fach machte er seinen Bachelor. Nebenbei studierte er Japanisch, trat in Theaterproduktionen der Universität auf und war kompetitiver Ruderer. Nachdem er 1991 mit dem Studium fertig war, arbeitete er zunächst non-Profit für die Firma seines Großvaters in Japan.

Doch die Schauspielerei ließ ihn nicht los. Und so zog er fünf Monate später nach New York, wo er in unterschiedlichen Jobs tätig war, um Geld zu verdienen. Gleichzeitig erforschte er sechs Monate lang verschiedene Schauspieltechniken, wie beispielsweise das Method Acting. Ebenso nahm er Schauspielunterricht von dem Schauspielcoach Terry Schreiber. Er schrieb diverse Theaterstücke, die allerdings nie umgesetzt wurden und nahm an einigen Castings teil, hatte jedoch nie das Glück, eine Rolle zu erhalten, obwohl er die Leute mit seinem Arbeitsethos beeindruckte.

Immerhin hatte er 1994 seine erste Rolle im Film und Fernsehen. Denn er trat in der Erziehungsanthologie Only in America auf, wo in acht lustigen Kurzfilmen Leuten geholfen wurde, amerikanisches Englisch auf Beginnerniveau zu lernen. Erst zwei Jahre später hatte er schließlich Glück und trat in dem Kinofilm Zwielicht auf. Sein Casting war ein Glücksfall, da der Hauptdarsteller Richard Gere zuvor gedroht hatte, sich von dem Film zurückziehen, weil für die wichtige Rolle des jungen Aaron lange Zeit kein Darsteller gefunden wurde. Für seine Arbeit erhielt der Schauspieler übrigens den Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Edward Norton

Ein eigener Kopf

Doch seinen großen Durchbruch konnte Edward Norton „erst“ 1998 feiern, als er in American History X als der geläuterte Neonazi Derek brillieren konnte. Für seine darstellerische Leistung wurde er für den Oskar als bester Schauspieler nominiert, konnte die Auszeichnung allerdings nicht gewinnen. Übrigens zeigte sich hier bereits die Angewohnheit des Darstellers, seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Weil er mit dem finalen Cut des Regisseurs Tony Kaye unzufrieden war, erstellte er schließlich selber einen eigenen Final Cut, der rund 40 Minuten länger war und von der Kritik hochgelobt wurde, sehr zum Ärger des eigentlichen Filmemachers. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass der Schauspieler seine eigenen Interessen durchsetzte.

Ein weiterer Kinofilm, der ihn berühmt machte, war Fight Club (1999). Für diesen Film, wo er mit Brad Pitt und David Fincher zusammenarbeitete, trainierte der Darsteller extra Boxen, Taekwando und Ringen, genauso wie er speziell für seine Rolle einige Kilo abnahm. Der Kinofilm konnte an den Kinokassen zwar nicht überzeugen, entwickelte sich allerdings dank des DVD-Releases zu einem Kulthit. Ein Jahr darauf kam der erste Film in die Kinos, den er selber produzierte, Regie führte und auch eine der Hauptrollen innehatte. Das war die Komödie Glauben ist alles!.

2003 trat er gemeinsam mit Mark Wahlberg und Donald Sutherland in dem Krimifilm The Italian Job auf. Doch auch hier sorgte Edward Norton für Kontroversen, da er sich weigerte, den Kinofilm irgendwie zu promoten. Das lag daran, weil Paramount Studios, die den Film produzierten, vorher drohten, ihn wegen des Bruchs eines Vertrags über drei Filme zu verklagen. Das Studio hatte zuvor Zwielicht und The Score vertrieben.

Ein privater Mensch

2008 wurde der Schauspieler in der Rolle von Bruce Banner für die Comicverfilmung Der unglaubliche Hulk gecastet. Und auch wenn der Darsteller hier wieder überzeugen konnte, gab erneut Kontroversen. Denn er schrieb jedes Mal Teile des Drehbuchs um, was zwar dem Regisseur Louis Leterrier gefiel, aber nicht dem ursprünglichen Drehbuchautor Zack Penn. Ebenso promotete er den Film nicht, sondern fokussierte sich stattdessen auf humanitäre Projekte in Afrika.

Im Jahr 2012 arbeitete Edward Norton mit Jeremy Renner in Das Bourne Vermächtnis zusammen. Und trat 2014 gemeinsam mit Michael Keaton in Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) auf. Zuletzt führte er erneut Regie und zwar in Motherless Brooklyn, wo er übrigens wieder als Hauptdarsteller und Produzent tätig war. Und ebenso war er zum ersten Mal als Drehbuchautor für diesen Leinwandstreifen zuständig.

Der Schauspieler ist jemand, der sich sehr viel für gemeinnützige Zwecke einsetzt. So war er, als er berühmt wurde, einer der ersten, die in Los Angeles Photovoltaik-Zellen nutzen. Ebenso setzt er sich für das afrikanische Wildleben ein. Außerdem ist er jemand, der um sein Privatleben eine hohe Mauer zieht und nicht darüber redet. Bekannt ist allerdings, dass er seit 2012 mit der kanadischen Filmproduzentin Shauna Robertson verheiratet ist und ein Kind mit ihr hat.

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Götz Piesbergen
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