Jon Voight zeigt keine Zeichen von Altersmüdigkeit.

Deutsche Wurzeln

Jon Voight ist einer jener Schauspieler, die in ihrer Karriere schon alles gemacht haben. Der in vielen legendären Filmen aufgetreten ist und auch viele Preise gewonnen hat. Und er ist Vater von zwei Kindern, die in seine Fußstapfen getreten sind und dabei ebenfalls erfolgreich wurden.

Er kam am 29. Dezember 1938 in Yonkers, New York, zur Welt. Seine Familie hat deutsche und slovakische Wurzeln, und sein Vater Elmer Voight war ein Profil-Golfer. Er hat zwei Brüder, die, genau wie er, berühmt geworden sind. Sein älterer Bruder Barry Voight ist ein ehemaliger Vulkanologe, der an der Pennsylvania State University arbeitete. Er hatte den Ausbruch des Mount Saint Helens vorhergesagt. Sein jüngerer Bruder James Wesley Voight ist eher unter dem Namen Chip Taylor bekannt, der als Singer-Song-Writer Lieder wie Wild Things oder Angel in the Morning komponierte.

Jon Voight wurde katholisch erzogen und ging auf die Archbishop Stepinac High School in White Plains, New York, wo sein Interesse für die Schauspielzunft geweckt wurde, als er in dem jährlichen Schulmusical The Song of Norway auftrat. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1956 ging er auf die Catholic University of America in Washington D.C. Dort machte er 1960 seinen Abschluss mit einem Bachelor im Fach Kunst und zog danach nach New York. Hier fokussierte er sich auf seine Schauspielkarriere, erlangte aber noch einen weiteren Abschluss an der Neighborhood Playhouse School of Theatre, wo er unter Sanford Meisner studierte.

Der Mann für Kultfilme

Seine Film- und Fernsehkarriere fing 1963 an, als er in einer Episode von Gnadenlose Stadt auftrat. In dieser Frühzeit seiner Schauspielkarriere wanderte er von Serie zu Serie und hatte diverse Gastauftritte, die häufig nur eine Folge lang dauerten. Sein erster Kinofilm war die Komödie Fearless Frank (1967), in der er die Titelrolle innehatte.

Seinen Durchbruch konnte Jon Voight 1969 feiern, als er in Asphalt Cowboy den arglosen Stricher Joe Buck darstellte, der von Texas nach New York zog und dort den von Dustin Hoffman gespielten Ratso kennenlernte. Der Film wurde mit Preisen und Nominierungen überschüttet und gewann auch mehrere Oscars. Voight selbst war sogar für einen als bester Hauptdarsteller nominiert, ging allerdings leer aus.

Ein Jahr darauf konnte man ihn in einem weiteren Kultfilm sehen, als er Teil des Casts von Catch 22: Der böse Trick wurde. Es war eine Komödie, in dem jede Menge damals berühmter Schauspieler mitwirkten, wie beispielsweise Orson Welles, Martin Sheen oder Bob Newhart. 1972 trat er in einem weiteren legendären Film auf, als er gemeinsam mit Burt Reynolds in Beim Sterben ist jeder der Erste die Hauptrolle innehatte. Auch dieser Kinofilm wurde mit Preisen und Nominierungen überschüttet, darunter gleich drei Oscars. Doch am Ende gewann er keinen einzigen dieser berühmten Auszeichnung.

Jon Voight

Endlich der Oscar!

1975 spielte Voight in der Verfilmung von Friedrich Dürrenmatts Der Richter und sein Henker die Hauptrolle des Walter Tschanz. Und 1978 war es schließlich soweit. Für den Liebesfilm „Coming Home – Sie kehren heim“, wo er mit Jane Fonda zusammen die Hauptcharaktere darstellte. Sie beide gewannen den Oscar als bester Hauptdarsteller für ihr jeweiliges Geschlecht. Es war der absolute Höhepunkt seiner Karriere.

1982 konnte man Jon Voight in der Komödie Der Zocker sehen. Das Besondere an diesem Film war, dass es das erste Mal für ihn war, dass er neben der Hauptrolle ebenso am Drehbuch mitwirkte. 1985 spielte er in dem Thriller Express in die Hölle mit und war 1990 erneut Drehbuchautor, dieses Mal in Avatar: Wiedergeburt des Bösen. Dies war allerdings auch das letzte Mal, dass er am Skript zu einem Film mitarbeitete.

1993 wirkte er in der Miniserie Wildes Land als einer der Hauptdarsteller mit. Drei Jahre darauf spielte er in dem ersten Teil von Tom Cruise’ Mission Impossible-Filmserie mit. Seine Rolle war die des Jim Phelbs, der Name der Hauptfigur der vorherigen gleichnamigen Fernsehserie. Und 1995 führte er das erste und auch letzte Mal Regie. Das war für den Familienfilm Der geheimnisvolle Ritter, wo er ebenfalls als Darsteller mitwirkte.

Vater spielt Vater

1997 war er gemeinsam mit Jennifer Lopez, Eric Stoltz und Ice Cube Hauptdarsteller in dem Horrorfilm Anaconda. Ein Jahr darauf wagte sich Jon Voight zum ersten Mal an die Rolle als Produzent, und zwar in dem Drama Der Macher – Im Sumpf der Korruption. 2001 spielte er schließlich an der Seite von Angelina Jolie in Lara Croft: Tomb Raider mit. Er war der Filmvater der Filmfigur. Was insofern passend war, als dass er auch im realen Leben der Vater der Hauptdarstellerin ist. Doch dazu später mehr.

Drei Jahre darauf konnte er mit Nicolas Cage in Das Vermächtnis der Tempelritter zusammenarbeiten. Und 2005 stellte er in der Miniserie Papst Johannes Paul II. die Titelfigur dar. Zwei Jahre später spielte er wieder mit Nicolas Cage in Das Vermächtnis des geheimen Buches, in der Fortsetzung ihres ersten gemeinsamen Werkes. Das war auch das Jahr, wo er in Transformers den Verteidigungsminister der USA, John Keller, schauspielen sollte.

2008 und 2009 wirkte er in 24 mit. Er stellte in 11 Folgen Jonas Hodges dar, den er ebenfalls in 24: Redemption darstellte. 2013 wirkte er das erste Mal im Baby Geniuses-Franchise mit. Er spielte hier im Laufe der Jahre in allen Teilen überwiegend den Taxi Driver und dann später Moriarty. 2016 stellte er in Phantastische Tierwesen und wo man sie finden kann in einer kleinen Rolle den Shaw Senior dar. 2019 sollte Jon Voight in Roe vs. Wade den Richter Warren Burger darstellen. Und zuletzt war er Teil des Maincasts von Ray Donovan, wo er der Vater der Titelfigur, Mickey Donovan, war. Und im hohen Alter tritt er nicht kürzer, sondern wird in dem Biopic Reagan mitwirken.

Ein ziemlicher Wandel

Jon Voights politische Einstellung hat sich im Laufe der Jahre geändert. Ursprünglich hatte er liberale Ansichten und unterstützte Präsident John F. Kennedy. Ebenso demonstrierte er 1970 für die linke, chilenische Gruppe Popular Unity. Doch dann wurde er zu einem Konservativen, der gegen Barak Obama Stimmung machte und Donald Trump als Antwort auf die Gebete zu Gott bezeichnete. Allerdings hat er sich ebenfalls für die Kontrolle von Gewehren ausgesprochen, was nun nicht unbedingt sehr konservativ ist.

Er war in seinem Leben zweimal verheiratet. Seine erste Ehe war von 1962 bis 1967 mit der Schauspielerin Lauri Peters. Das zweite Mal Hochzeit feierte er 1971 mit Marcheline Bertrand. Doch beide ließen sich 1980 voneinander scheiden. Mit ihr hatte er zwei Kinder, die ebenfalls in die Filmindustrie kamen. Zum einen sein Sohn James Haven (1973 geboren) und zum anderen Angelina Jolie (1975 zur Welt gekommen). Der Kontakt mit beiden brach allerdings nach der Scheidung ab und sollte sich erst nach dem Tod seiner letzten Ehefrau verbessern. Er selbst hat seitdem nie mehr geheiratet, auch wenn er verschiedene Dates unter anderem mit Barbara Streisand und Diana Ross hatte.

Jon Voight im Web

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Götz Piesbergen

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