Transformers
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Review: Transformers (2007)

Lesezeit circa: 11 Minuten

In Transformers scheppert es ordentlich.

Ein heißersehnter Wunsch wird real

Die 1980er Jahre waren Ursprung von vielen populären Franchises, die auch heute noch ihre Fans haben. Seien es die Teenage Mutant Ninja Turtles, Masters of the Universe oder gar Transformers: Es war ein Jahrzehnt, in dem man als Kind Fan von Spielzeugen wurde, die gleichzeitig ebenfalls Zeichentrickserien hatten. Und auch heute noch sind viele dieser Reihen lebendig und beliebt.

Im Fall der Transformers war das Konzept so einfach wie bestechend. Es ging um Spielzeugfiguren, Roboter, die man in verschiedene Vehikel verwandeln konnte. Es gab die heldenhaften Autobots und die bösen Decepticons. Es gab sogar 1986 einen Zeichentrickfilm, wo im Original Sprecher wie Orson Welles oder Leonard Nimoy einige Figuren sprachen. Doch gleichzeitig wünschte man sich als Fan dieses Franchises auch eine Realverfilmung. Wobei im Prinzip der verhunzte Masters of the Universe-Film aus dem Jahr 1987 einen als ein Beispiel dienen müsste, wie man so eine Adaption komplett gegen die Wand fahren konnte.

Es sollte letzten Endes lange dauern, bis die beliebten, sich verwandelnden Roboter real verfilmt werden sollten. Und alles nahm 2003 seinen Anfang, als der Produzent Don Murphy, inspiriert von der US-Invasion des Iraks, sich an eine Realverfilmung des berühmten G.I. Joe-Franchise wagen wollte. Doch Hasbro, denen die Rechte an der Marke gehörten, empfahl stattdessen, dass die Transformers adaptiert werden sollten. Tom De Santo, der ein Fan der ursprünglichen Zeichentrickserie war, wurde schließlich Mitproduzent und traf sich unter anderem mit dem legendären Transformers-Autor Simon Furman, um über potentielle Plotelemente zu reden.

Viele Fans am Werk

2004 geschah etwas, was dafür sorgen sollte, dass die Produktion allgemein für Aufsehen sorgte. Den niemand Geringeres als Regie-Legende Steven Spielberg, der ebenfalls ein Fan der Spielzeugfiguren und der Comics war, wurde zum Executive Producer. Und das eingespielte Duo Roberto Orci und Alex Kurtzman, die sich ebenso als Fans bezeichneten, wurde zu den Drehbuchautoren.

Der erste Draft war auch schon bald geschrieben. Das Besondere an diesem war, dass die Roboter keine Dialoge hatten, weil die Produzenten das Gefühl hatten, dass es lächerlich wirken würde, wenn diese gigantischen Maschinen reden würden. Zum Glück setzte sich die Ansicht durch, dass es bei der Fanbase erst recht merkwürdig wirken würde, falls die Titelfiguren überhaupt keinen Laut von sich geben würden.

Die Suche nach dem Regisseur dauerte nicht lange, da Steven Spielberg Michael Bay (Armageddon) im Jahr 2005 ansprach. Der lehnte den Film zunächst als einen lächerlichen Spielzeugfilm ab, wollte aber mit Spielberg zusammenarbeiten. Und als er Hasbro besuchte, entwickelte er schließlich Respekt für das Konzept.

Der Regisseur hatte allerdings klare Vorstellungen, was den Transformers-Film anging. Er erhöhte den militärischen Anteil an der Story und ließ sich dabei von G. I. Joe inspirieren, wobei er darauf achtete, die beiden Franchises nicht miteinander zu vermischen. Dies führte auch dazu, dass das U.S. Militär den Film unterstützte, indem es Vehikel, Uniformen, Extras und Drehorte zur Verfügung stellte.

Ein bunter Cast

Auch wurde die Größe des jeweiligen Roboters in Korrelation mit seinem Fahrzeugmodus gesetzt. So sollte es glaubwürdig wirken, dass ein Optimus Prime sich in einen LKW verwandeln konnte. General Motors steuerte dabei über 200 Fahrzeuge mit bei, die auf Grund diverser Umstände sowieso nicht verkauft werden würden und deshalb während der Dreharbeiten zerstört werden konnten.

Gedreht wurde in den USA, wobei Michael Bay sein sonst übliches Gehalt um 30 % reduzierte, damit die Produktionskosten eingehalten werden konnten. Er griff dabei auf seine übliche Crew zurück, weil er wusste, dass die wussten, was er von ihnen verlangen würde. In Sachen Effekte wurde auf eine Mischung aus Computereffekten und praktischen Effekten gesetzt.

Der Cast setzte sich aus Schauspielveteranen und noch relativ frischen Anfängern zusammen. Die Titelrolle des Sam Witwicky übernahm beispielsweise Shia LeBouf, der erst 2007 seine ersten Erfolge feiern konnte. Die weibliche Hauptrolle akzeptierte Megan Fox, für die dies der Durchbruch werden sollte. Der zweite männliche Hauptdarsteller wurde Josh Duhamel, der zuvor in der Soap All My Children mitgewirkt hatte. Die Australierin Rachael Taylor (Man-Thing) schlüpfte in die Rolle der Datenanalystin Maggie Madsen. Von den anderen Darstellern ist vor allem die Hollywood-Legende John Voight bekannt, der zum Verteidigungsminister John Keller wurde. Erwähnenswert auch der Auftritt des US-Comedians Bernie Mac als der Gebrauchtwarenhändler Bobby Bolivia.

Prominente Sprecher

Was die Transformers anging, so sprach Peter Cullen Optimus Prime, dem er bereits in der allerersten Transformers-Zeichentrickserie seine Stimme lieh. Als sein Gegenspieler Megatron wurde niemand geringeres als Hugo Weaving angeheuert. Und für die Rolle des Bumblebee wurde der englische Schauspieler Markus Ryan gecastet.

Die Handlung

Vor Millionen vor Jahren herrschte auf dem Planeten Cybertron ein Bürgerkrieg zwischen den Autobots und den Decepticons. Beide Seiten wollten dabei die Kontrolle über den legendären All-Spark erlangen, ein besonders mächtiges Artefakt. Doch jenes Objekt ging im Weltall verloren, bis es auf der Erde, verfolgt von Megatron, dem Anführer der Decepticons, bruchlandete und nach Jahrtausenden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Captain Archibald Witwicky entdeckt wurde.

Im Jahr 2008 sind weitere Decepticons auf der Suche nach dem All-Spark und ihrem Anführer auf der Erde angekommen. Die Spur führt dabei über den jungen Sam Witwicky, der per Zufall an den getarnten Autobot Bumblebee gerät. Somit wir auch er Teil des Konflikts zwischen den beiden Fraktionen.

Meinungen, damals und heute

Als ich Transformers damals 2008 in den Kinos sah, war ich enttäuscht. Das sollte die Realverfilmung meines geliebten Kindheitsfranchises sein? Diese Komplettkatastrophe?

Nun, einige Jahre später, nach meinem Re-Watch, musste ich meine Meinung revidieren. Der Film ist nicht gut, so viel wurde mir dabei klar. Aber er ist auch nicht völlig schlecht. Er ist eher mittelmäßig.

Das Problem an Transformers ist, dass er in seinen 143 Minuten Laufzeit versucht, alles Mögliche zu sein. Einerseits ist dies ein Werbefilm für die US-Armee, General Motors sowie diverse andere „Sponsoren“, die man per Schleichwerbung zufälligerweise sieht. (Höhepunkt ist dabei eine Xbox 360, die sich prominent in einen Roboter verwandelt). Andererseits ist es aber auch ein Actionfilm, wo es alle naselang kracht, rummst und explodiert. Ebenso versucht es ein Coming-Of-Age-Film zu sein, in der Sam Witwicky erwachsen werden muss, um die Welt zu retten. Eine Komödie will er ebenfalls sein, da so manche Szenen allein darauf abzielen, dem Zuschauer Lacher zu entlocken. Er will ein klein wenig auch die Altfans ansprechen, indem er kleinere Homagen an die allererste Zeichentrickserie einbaut. Wobei er aber allgemein eher auf die große Masse abzielt. Er ist von allen etwas und unterm Strich ist das eben sein Problem.

Und Action!

Man merkt, das Michael Bay ein Regisseur für Action ist. Denn in diesen Momenten kann der Film glänzen. Wenn beispielsweise ein kleiner Trupp von US-Soldaten sich in der irakischen Wüste gegen Skorponok zur Wehr setzen muss, oder Frenzy in der Airforce One Secret Service Agenten ausschaltet, gefällt das. Das sind dann die Momente, in denen man sich als Zuschauer entspannt zurücklehnen kann, das Gehirn ausschaltet und einfach nur genüsslich Popcorn oder anderes Knabberzeugs nascht.

Aber als Film- und Fan des Franchise sind die Erwartungen an Transformers natürlich anders gestaltet. Da reicht es nicht einfach aus, wenn man sieht, wie Bumblebee schwer verletzt im Finale trotzdem mit zum Sieg beiträgt. Es verlangt nach ein wenig mehr Tiefe, vor allem charakterliche.

Und die wird zumindest teilweise geliefert. Shia LeBouf kann als Sam Witwicky durchaus überzeugen. Man kauft ihm ab, dass er ein spätpubertierender Junge ist, der verzweifelt bei den Mädchen Glück haben möchte und der per Zufall in den Konflikt zwischen Autobots und Decepticons gerät. Ebenso ist glaubwürdig, wie er an dieser Auseinandersetzung wächst. Wobei ihm Megan Fox als Mikaela Banes zur Seite steht.

Charakter meets Körper = ?

Bei ihr entwickelt sich allerdings ein gewisser Zwiespalt, der auf alle jungen Frauenfiguren in Transformers zutrifft. Einerseits erweisen sie sich als äußerst kompetent, selbstbewusst und vor allem nicht als Damsels in Distress. Andererseits sind sie eben jung und äußerst attraktiv. Wenn die Kamera in einer bestimmten Szene über den Körperbau von Megan Fox fährt, als sie sich, knapp bekleidet, über den Motor von Bumblee beugt, wird sie vor allem aus heutiger Sicht zu einem puren Sexobjekt reduziert. Und dies ist im Grunde genommen ein eklatanter Widerspruch zu ihrer Darstellung als eigenständige Persönlichkeit.

Wobei Megan Fox anders als Rachael Taylor immerhin ausreichend charakterisiert wird. Und die Australierin steht dabei sinnbildlich für den überwiegenden Teil des Casts, die nur über die Funktion definiert werden. Bei Josh Duhamel als Captain William Lenox wird zwar noch eine Art Privatleben angedeutet, doch ansonsten sind er und seine Mannschaft die mutigen US-Soldaten, die sich gegen die Decepticons behaupten können. Was immer noch besser ist, als der pure Comedy Relief, den manch andere Nebenfigur erfüllt, wie beispielsweise Sams Eltern oder Rachaels „Sidekick“, der von Anthony Anderson dargestellt wird.

Allerdings muss man auch fairerweise sagen, dass Transformers eine unglaublichen Menge an Figuren besitzt, weshalb bei manchen Charakteren die Darstellung der Persönlichkeit naturgemäß aufs Allernötigste reduziert werden muss. Doch geschieht diese Reduzierung nicht gleichmäßig, was man vor allem bei den Transformers an sich merkt.

Nette Schießbudenfiguren

Bei den Autobots können Optimus Prime und vor allem Bumblebee glänzen. Prime ist der weise und mutige Anführer, der weiß, wie wichtig es ist, mit den Menschen gut auszukommen, und der alles tut, um sie zu retten. Und Bumblebee, dessen Stimme beschädigt ist und der deshalb nur übers Radio kommunizieren kann, ist das Paradebeispiel, wie die Ideale von Optimus in der Realität umgesetzt aussehen könnten. Die restlichen Autobots erhalten Namen und ein paar Dialogmomente, in denen ihre jeweilige Persönlichkeit zumindest angedeutet wird.

Doch die Decepticons? Zu sagen, dass ihre Darstellung enttäuschend ist, ist noch milde ausgedrückt. Abgesehen von dem schon erwähnten Frenzy erhalten sie keinerlei Tiefgang. Was sich vor allem bei Megatron bemerkbar macht. Es wird wiederholt betont, wie gefährlich und grausam er ist. Dann taucht er am Ende von Transformers auf, kriegt ein paar Dialogzeilen, darf einen Autobot töten und wird anschließend nach einem längeren Gefecht besiegt. Womit es für ihn dann auch war. Und er ist neben Frenzy der einzige der Antagonisten, der eine halbwegs tiefere Charakterisierung kriegt. Alle anderen sind Schießbudenfiguren, die vielleicht ein, zwei Zeilen Dialog erhalten, mehr aber eben nicht.

Ein weiteres Problem des Films ist sein Humor. Nun ist es mit Komik ja so eine Sache, da er nur selten universalgültig ist. Und es gibt durchaus exzellente Passagen, etwa wenn Frenzy auftaucht. Aber dem gegenüber stehen Szenen, in denen er richtig infantil oder peinlich wird. Etwa wenn Bumblebee auf einen Vertreter des US-Militärs „pinkelt“. Oder die viel zu lang geratene Szene, in der die Transformers versuchen, sich vor Sams Eltern zu verstecken und sich dabei so tölpelhaft wie nur sonst was anstellen.

Ist da was? Nö!

Das ist übrigens auch ein Manko des Films: Dass es manchmal so wirkt, als ob die Menschen blind und taub sind, wenn sie die offen sichtbaren Transformers nicht mitkriegen. Hier hat man oft das Gefühl, dass hier die Filmlogik zugunsten des Plots geopfert wurde.

Wo der Film definitiv glänzen kann, sind die Special Effects. Die Transformers werden glaubwürdig zum Leben erweckt und die Transformationssequenzen wirken exzellent. Die Idee, dass ihre Größe mit ihrem Vehikelmodus übereinstimmend sein muss, ist gelungen und sorgt mit dafür, dass es „realistisch“ wirkt, wenn sie sich verwandeln. Hinzu kommen selbstverständlich die ganzen Kleinigkeiten, wie etwa, dass sie ihre Waffen ebenfalls aus sich selbst transformieren können. Plus natürlich, dass sie eine spürbare Präsenz haben, was sich vor allem im Finale bemerkbar macht, wenn sie sich gegenseitig bekämpfen.

Bei aller Kritik war und ist Transformers ein Erfolg. Bei 150 Millionen Dollar Budget (Wobei es wohl eher um die 200 Millionen waren, wenn man bestimmten Quellen Glauben schenken mag) spielte er 707,9 Millionen Dollar ein. Damit war eine Fortsetzung garantiert.

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Wertung

Wertung
5 10 0 1
5/10
Total Score

Positiv

  • Charakterisierung von Optimus Prime und Bumblebee
  • Darstellung von Sam Witwick
  • Großartige Action

Negativ

  • Mangelhafte Charakterisierung der Decepticons
  • Widersprüchliche Darstellung von Mikaela Banes
  • Humor, der nicht immer passt
Götz Piesbergen

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