Spotlight: Michael O’Hare

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Karriere von Michael O’Hare ist das beste Beispiel dafür, dass es manchmal durchaus in Ordnung ist, nicht auf den Arzt zu hören.

Ärzte haben nicht immer recht

Es war ein bewusster Verstoß mit erheblichen Konsequenzen. Denn nachdem ein Doktor dem noch jungen Michael O’Hare erklärte, dass er wegen seines Asthmas kein Sport machen sollte, tat dieser genau das Gegenteil. Er fing an, American Football zu spielen, was ja nun keine Sportart ist, die etwas für gesundheitlich eingeschränkte Leute ist.

Für den am 6. Mai 1952 in Chicago geborenen späteren Schauspieler sollte dies die richtige Entscheidung sein. Denn schon bald sollte er für seine sportlichen Leistungen mehrere Auszeichnungen und Stipendien erhalten. Was ihm am Ende auch das Studium an der Harvard Universität ermöglichte. Wobei er vorher noch überlegte, der Navy beizutreten, was sich aber zum Glück erledigte. An der Universität spielte er nicht nur Fußball, sondern studierte auch Englische Literatur. Ebenso unternahm er dort die ersten Schritte in Sachen Schauspielerei. 1972 ging für eine „Schauspielprobezeit“ in die New-York-Gegend und wurde ein Jahr darauf Mitglied des Harvard Glee Clubs, als dieser auf Welttournee ging. 1974 verließ er Harvard und studierte an der Juliard School of Drama.

Zunächst trat er nur am Theater auf. Doch dann, 1976, fing auch seine Karriere im Film und Fernsehen an. In der Miniserie Die Chronik der Adams konnte er gleich eine der Hauptrollen spielen. Dasselbe geschah zwei Jahre später, bei seinem nächsten Auftritt: In Keefer konnte er die Figur des Benny schauspielern. Und in der Filmbiografie Marciano wirkte er in einer größeren Rolle als Allie mit.

Ein einflussreicher Posten im All

Doch mit Beginn der 1980er Jahre hatte er seine erste weniger wichtige Rolle. Denn in dem Film Fly Away From Home, aus dem Jahr 1981, wurde er noch nicht mal in den Credits gelistet. Hauptdarsteller war übrigens niemand geringerer als Bruce Boxleitner, dem er dann später in Babylon 5 wiederbegegnen sollte. Auch in Die Jagd hatte er nur eine kleine Rolle als Autobesitzer.

1982 hatte er dann eine Gastrolle in einer Folge von T. J. Hooker, der Krimiserie von und mit William Shatner. 1984 war er Teil des Casts des Horrorfilms C.H.U.D.. 1986 hatte er Gastauftritte in Serien wie Der Equalizer und Geschichten aus der Schattenwelt. Seine letzte Rolle in diesem Jahrzehnt war in dem Drama Letzte Ausfahrt Brooklyn, wo er einen Polizisten darstellte.

Michael O'Hare

Anfang der 1990er Jahre trat er zunächst in Filmen wie Ambulance oder Leben am seidenen Faden auf. In Letzterem hatte er sogar die Hauptrolle inne. 1991 war er Gastdarsteller in einer Folge von L.A. Law.

1993 wurde er schließlich Teil von Babylon 5, der SciFi-Serie von Joseph Michael Straczynski, der auch ein guter Freund von ihm war. Er stellte in der ersten Staffel Commander Jeffrey Sinclair dar, den leitenden Offizier der titelgebenden Raumstation. Doch nach dieser Season verließ er die Fernsehserie wieder und kehrte in der zweiten und dritten Staffel nur noch für vereinzelte Gastauftritte zurück.

Mit Auftritten in Law & Order 1997 und 2000 beendete er schließlich seine Schauspielkarriere und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Eine tragische Krankheit

Viele Fans waren darüber verwundert. Und erst als er am 28. September 2012 im Alter von 60 Jahren verstarb, enthüllte Joseph Michael Straczynski die tragische Wahrheit: Michael O’Hare fing während der Dreharbeiten zu der ersten Staffel von Babylon 5 an, unter Schizophrenie zu leiden, was ihn immer mehr lähmte. Sein Verhalten wurde immer merkwürdiger und er rieb sich mit vielen seiner Kollegen. Straczynski bot seinem Freund an, die Produktion so lange zu pausieren, bis dieser seine Krankheit behandeln konnte. Doch Michael O’Hare lehnte das ab, da dies die Serie gefährden könnte und er auch nicht die Jobs der anderen riskieren wollte. Er und Straczynski kamen darin überein, dass er Babylon 5 nach der ersten Staffel verlassen würde. Dem Team wurde kein Grund angegeben, nur dass die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich geschah.

Der Schauspieler begab sich in Behandlung, die allerdings nur teilweise erfolgreich war. Joseph Michael Straczynski musste ihm versprechen, seine Krankheit solange geheimzuhalten, bis er sterben würde. Am 28. September musste Straczynski schließlich den Tod Michael O’Hares verkünden, nachdem dieser fünf Tage zuvor nach einem Herzanfall ins Koma gefallen warr und daraus nie wieder aufwachte. Acht Monate später erzählte der Regisseur und Produzent in einem Panel über die Serie auf der damaligen Phoenixcon über die bislang geheimen Gründe, wieso Michael O’Hare so plötzlich Babylon 5 verließ und auch seine Schauspielkarriere beendete.

Seit 1998 bis zum Zeitpunkt seines Todes war der Schauspieler mit Ruth O’Hare verheiratet. Er hatte keine Kinder.

Michael O’Hare im Web


Wir brauchen euren Support!

Viele Magazine im Web werden über Werbung finanziert. Wir haben bewusst darauf verzichtet, damit euer Erlebnis auf unserer Seite möglichst ungestört ist. Wir bieten euch News, Reviews, Artikel, Videos und einen Podcast zu mittlerweile fast allen Bereichen der Phantastik. Wir haben keinen Clickbait, keine Fakenews und auch keine Paywall.

Die Kosten steigen, die wenigen Einnahmen sinken, auch dank der derzeitigen Situation. Wir wollen uns keine goldene Nase verdienen, aber es wäre schade, wenn wir die Seite irgendwann deswegen einstellen müssten.

Es ist auch ganz einfach. Ihr könnt uns regelmäßig ab 1 € monatlich bei Steady unterstützen, einmalig per PayPal oder ihr werft einfach mal einen Blick in unseren warpShop. (Die Shirts sind erste Sahne, Ehrenwort!)

Wenn ihr euch für eine Tätigkeit bei uns interessiert, dann ist die Seite MITMACHEN genau richtig.

Für den Fall, dass ihr noch mehr Infos haben wollt, findet ihr diese unter SUPPORT US. Dort findet ihr auch unsere Ref-Links.

Wir danken euch.

Götz Piesbergen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: