Spotlight: Ming-Na Wen

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Ming-Na Wen ist eine Legende.

Ein langer Weg nach Hause

Auch wenn in den letzten Jahren Ming-Na Wen vor allem für ihre actionreichere Darstellungen bekannt geworden ist, konnte sie ebenfalls in ruhigeren Rollen überzeugen. Dabei wollte ihre Mutter, dass sie Medizin studieren sollte.

Geboren wurde Ming-Na Wen am 20. November 1963 in Coloane, Macau. Ihre Mutter war von Suzhou, China, auf die Insel gezogen, derweil ihr Vater aus Malaysia stammte. Sie hat einen älteren Bruder mit dem Namen Jonathan. Doch ihre Eltern ließen sich voneinander scheiden, als sie noch ein Baby war, woraufhin die Familie nach Hong Kong zog, wo ihre Mama teilweise in bis zu drei Jobs gleichzeitig arbeitete, nur damit ihre Kinder auf die Schule gehen konnten.

Schließlich heiratete ihre Mutter erneut, dieses Mal allerdings einen Chinesisch-Amerikaner. Als Ming-Na vier Jahre alt war, zog die gesamte Familie in die USA, genauer gesagt nach New York City, wo auch ihr jüngerer Bruder Leong geboren wurde. Fünf Jahre später kam der nächste Umzug, dieses Mal nach Pittsburgh, Pennsylvania, wo sie ein China-Restaurant aufmachten, das noch bis heute auf hat.

Ein Film für einen Abend mit viel Alkohol

Sie ging zunächst auf die Mount Lebanon High School, wo sie auch ihre erste Erfahrungen als Schauspielerin machen konnte. Sie spielte in einem Schulstück als tollpatschiger Hase mit und war sofort begeistert. Sie wollte daraufhin Darstellerin werden, was ihrer Mutter jedoch überhaupt nicht gefiel. Sie hatte vielmehr den Wunsch, dass ihre Tochter Medizin studieren sollte, was sie dann allerdings nicht tat. Stattdessen ging sie am Ende auf die Carnegie Mellon University, wo sie 1986 ihren Abschluss in dem Fach „Theater“ machte.

Ihre Schauspielkarriere begann 1985, als sie in der Kultserie Mister Rogers‘ Neighborhood in zwei Folgen als Royal Trompeter #3 auftrat. Ihre erste feste Rolle erhielt sie 1988 in der Daily Soap Jung und Leidenschaftlich – Wie das Leben so spielt. Sie war die erste Sinoamerikanerin, die wirklich für eine Serie fest unter Vertrag genommen wurde. Bis 1991 trat sie insgesamt in 67 Folgen auf.

1993 spielte Ming-Na Wen in dem Kinofilm Töchter des Himmels in der Rolle als June mit. Übrigens wirkte auch Rosalind Chao mit, als Rose. In den Filmen Vanishing Son II und Vanishing Son IV, beide 1994, war sie als Mai zu sehen. Berühmt-berüchtigt war ihr Auftritt in der Videospielverfilmung Streetfighter – Die entscheidende Rolle. Dort spielte sie Chun-Li. Dazu meinte sie, dass dies ein guter Film ist, wenn man betrunken ist. Das komplette Gegenteil war hingegen ihre Darstellung in Emergency Room – Die Notaufnahme. Von 1995 bis 2004 wirkte sie in insgesamt 114 Folgen als Dr. Jing-Mei „Deb“ Chen mit. In dieser Zeit wurde auch ihre Schwangerschaft mit ihrem ersten Kind mit in die Show aufgenommen.

Eine Stimme, die man kennen muss!

Parallel trat sie auch in anderen Fernsehserien auf. So war sie von 1995 bis 1997 Teil des Maincasts von der Comedyshow Ein Single kommt immer allein, wo übrigens ebenfalls die Schauspiellegende Ernest Borgine mitwirkte. 1998 sprach sie in dem Disney-Zeichentrickfilm Mulan die Titelrolle. Der Film sollte ein voller Erfolg werden und die Schauspielerin sprach sie in allen künftigen Auftritten, darunter ebenso Videospielen wie Kingdom Hearts II: Final Mix+ aus dem Jahr 2007.

Von 1998 bis 1999 sprach Ming-Na Wen in der Zeichentrickserie Spawn die Figur Jade und war 2001 in Final Fantasy – Die Mächte in dir die Stimme der weiblichen Hauptfigur Doktor Aki Ross. In The Batman war sie ebenfalls als Sprecherin aktiv. Sie war der Voice-Over-Artist von Detective Ellen Yin, wobei der Charakter nur in dieser Aninmationsserie auftauchte und das auch nur in der ersten Season.

Von 2009 bis 2011 spielte die Darstellerin in Stargate Universe mit, wo sie als Camile Wray überzeugen konnte. Auch in EUReKA – Die geheime Stadt trat sie auf. In insgesamt sieben Folgen war sie U.S. Senator Michaela Wen.

Badass!

Doch in den letzten Jahren gewann sie an Prominenz erst so richtig hinzu. Zum einen durch ihre Rolle in Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D., wo sie in 126 der 136 Folgen als Agent Melinda May auftrat. Ihr Charakter war zum einen die Pilotin der Agenten. Zum anderen aber auch die sogenannte Kavallerie, die immer dann eingriff, wenn die Kacke am Dampfen war. Bereits hier bewies Ming-Na Wen, dass sie in der Lage war, eine richtige Badass-Frau glaubwürdig und vielschichtig darzustellen.

Zwischendurch wirkte sie auch in anderen Projekten mit. Sie sprach in der Guardians of the Galaxy-Zeichentrickserie 2018 Phyla-Vell. Und in der Comedyreihe Fresh of the Boat trat sie drei Mal zwischen 2017 und 2019 als Elaine und Stephanie auf.

Auch in The Mandalorian konnte sie als die Kopfgeldjägerin Fennec Shand zwischen 2019 und 2020 auftreten. Ursprünglich nur als Cameoauftritt geplant, wurde daraus schnell mehr. So sprach sie die Figur ebenso in der The Bad Batch-Animationsserie und wird die Rolle in The Book of Bobba Fett erneut wahrnehmen, wo sie Teil des Maincasts ist. Für ihr außergewöhnliches Wirken und Werken innerhalb Disney-Konzerns wurde sie übrigens 2019 als Disney-Legende geehrt.

Ming-Na Wen heiratete 1990 das erste Mal. Ihr damaliger Ehemann war der Filmeschreiber Kirk Aanes und die Ehe wurde 1993 geschieden. Es war 1995, als die Schauspielerin Eric Michael Zee ehelichte. Inzwischen hat das Paar zwei gemeinsame Kinder. Die Darstellerin ist trilingual, sie spricht fließend Englisch, Kantonesisch und Mandarin.

Ming-Na Wen im Web

Götz Piesbergen
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