Review: Perry Rhodan 3143 – Paradies entführt!

Lesezeit circa: 4 Minuten

Ein Planet verschwindet – Atlan auf ungewöhnlicher Rettungsmission

Paradies entführtTitel: Paradies entführt!
Autorin: Verena Themsen
Zeichner: Arndt Drechsler-Zakrzewski
Erschienen: Freitag, 12. November 2021

Worum geht es in diesem Roman?

Die Arkoniden planen mit Hilfe des unsterblichen Atlan Großes: Das Arkonsystem soll mit seinen drei Hauptplaneten als Ring wieder auferstehen. Dafür wird der Planet der Shiwu als Arkon III auserwählt und auf die Reise geschickt.

Der Leseeindruck

Ich bin zugegeben weder ein Freund abrupter Schauplatzwechsel noch von Romanen mit sich gegenseitig störenden Handlungssträngen. Also hielt sich meine Motivation einen Roman zu lesen, bei dem wir wieder eher unmotiviert nach M13 umblenden, in Grenzen. So wurde dieser Roman alleine schon durch seine Rahmenbedingungen zu einem Samstagsroman. Fairerweise sei aber erwähnt, dass der Freitagabend dieses Mal anderweitig verplant war.

Der Roman steigert sich aber und konnte mich am Schluss dann doch noch überzeugen und mich für den aktuellen M13 Viererblock erwärmen. Das war in meinem Fall nicht unbedingt das Verdienst des hier wieder aus der Versenkung auftauchenden Atlans, sondern der Roman glänzt mit einigem Sense-Of-Wonder und einem durchaus fundiert dargestellten technischen Großprojekt. Die Arkoniden versetzen mit Hilfe anderer Milchstraßenvölker im wahrsten Sinne des Wortes Planeten.

Der namenlose Planet der Shiwu wird aus verschiedenen Gründen als Ersatz für den des Öfteren zerstörten Planeten Arkon III ausgewählt. Wie schon im Vorgängerroman von Uwe Anton wird auch hier die einheimische intelligente Spezies unterschlagen. Ein etwas redundantes Muster, das aber wohl als Reminiszenz auf Atlans Zeitabenteuer auf der Erde verstanden werden kann, besonders wenn man bedenkt, dass der unsterbliche Arkonide sein Schiff „Wolfsschwester“ getauft hat. Die junge Akonin Meve von Prasior nimmt dann auch gleich einen Stamm der Shiwu unter ihre Fittiche. Was durchaus einfühlsam beschrieben war und so dem technischen Großprojekt eine emotionale Komponente gegeben hat, auch wenn es vielleicht bei einer größeren Anzahl von Arkoniden intensiver gewirkt hätte.

Der Roman knüpft an den ersten Roman des Zyklus, die Nr. 3100, an in dem sie die dort sorgfältig ausgesparten Arkoniden weiter beleuchtet und schafft auch den Brückenschlag zum vorhergehenden Yodor-Sphären Viererblock, da auch hier die kosmokratischen Helfer mit Interferenzen zu ihrem eigenen Projekt zu kämpfen haben.

Ich denke, Verena Themsen ist hier, trotz ungünstiger Startbedingungen, ein durchaus passabler Roman gelungen, der Lust auf den kommenden Handlungsabschnitt macht.

Die Punktevergabe

Immersion (max. 4 Punkte für einen Roman, der einen die Zeit vergessen lässt): Der abrupte Schauplatzwechsel und die am Anfang nicht klar erkennbar zusammenhängenden Handlungsstränge haben nicht zögerlich an den Roman herangehen lassen, bei der Lektüre kam aber später durchaus Immersion auf und ich vergebe hier 2,5 Punkte.

Der Sense-of-Wonder-Anteil (max. 2 Punkte): Hier erreicht der Roman bei mir durchaus volle 2 Punkte.

Die Zyklushandlung (max. 2 Punkte) bzw. der übergeordnete Spannungsbogen: Der Einstieg in den neuen Handlungsblock war wieder sehr abrupt, auch wenn Uwe Anton den Namen Atlan durchaus im Vorgängerroman hat fallen lassen. Durch die Verbindung zum vorherigen Milchstraßen Handlungsabschnitt und zum Anfangsroman des Zyklus vergeben ich 1 Punkt.

Die Leistung des Autors, d.h. Sprache und Ausdruck (max. 2 Punkte): Meiner Meinung nach war der Roman thematisch etwas überfrachtet und hat nicht bei den Übergängen zwischen dem Steinzeit- und dem Hochtechnologie-Handlungsfaden etwas ins Stolpern gebracht, aber die einzelnen Abschnitte waren für sich gekonnt erzählt und so vergebe ich hier 1,5 Punkte.

Das macht in Summe 7 Punkte. Vielleicht ist die Bewertung etwas harsch, aber mich reißen abrupte und sich nicht aus der Handlung ergebende Schauplatzwechsel aus dem Lesefluss. Hier ist meiner Meinung nach bei der Exposéarbeit noch Luft nach oben.

Wer neugierig geworden ist, dem sei natürlich neben der Lektüre des Romans selbst noch die YouTube-Version der Rezension empfohlen.

Markus Gersting

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