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Sharon Stone hat eine eindrucksvolle Karriere.

Kein normales Kind

Es war die eine Szene, in der sie eindrucksvoll die Beine übereinanderschlug und man von ihrem Körper mehr sah, als es für damalige Zeiten im Prinzip schicklich war, der Sharon Stone zum Durchbruch verhalf. Auf einen Schlag wurde eine Schauspielerin, die zuvor nicht so viel Erfolg hatte, weltweit berühmt und zu einem Sex-Symbol der 1990er Jahre. Doch bis es so weit war, brauchte sie einiges an Zeit.

Sharon Stone wurde am 10. März 1958 in Meadville, Pennsylvania geboren. Sie war eines von vier Kindern in einer Familie, in der es keine anderen Schauspieler gab. Ihr Vater war ein Werkzeugmacher, derweil ihre Mutter als Buchhalterin arbeitete. Schon früh wurde klar, dass Sharon anders war. Es wurde ein IQ von 154 festgestellt, so dass sie bei ihrer Einschulung die erste Klasse übersprang. Wie sie selbst von sich sagt, wurde sie als Erwachsene geboren und trieb ihre Umgebung in den Wahnsinn, weil sie als Kleinkind erwachsene Fragen stellte und entsprechende Antworten erwartete. Ihre Kindheit war allerdings nicht sorgenlos, weil sie, wie sie später preisgab, ebenso wie ihre Schwester von ihrem Großvater mütterlicherseits sexuell missbraucht wurde.

Ihr beruflicher Werdegang war alles andere als geradlinig. Sie machte 1975 ihren Schulabschluss und ging im Alter von 15 auf die Edinboro University of Pennsylvania. Sie hatte ein Stipendium, entschloss sich allerdings einige Zeit später, das Studium abzubrechen und stattdessen als Model zu arbeiten. Erst 2016 machte sie ihren Studienabschluss.

Kleine Anfänge …

1977 hatte Sharon Stone bei der Ford Modelling Agency einen Vertrag. Sie zog anschließend nach Europa, genauer gesagt nach Mailand, nur um dann ein Jahr darauf nach Paris weiterzuziehen. Dort entschloss sie sich, die Karriere als Model an den Nagel zu hängen und sich stattdessen als Schauspielerin zu probieren.

Die Chance dazu hätte sie schon früher haben können, weil nämlich Muhammed Ali auf sie aufmerksam wurde. Sie war damals 17 Jahre alt, und er wollte sie für seinen Biofilm Ich bin der Größte (1977) haben. Doch ihr Vater hatte etwas dagegen und meinte, dass sie nicht im Film arbeiten würde. Der legendäre Boxer entgegnete allerdings nur, dass sie zu talentiert sei, um eben nicht als Schauspielerin zu arbeiten.

Doch der Anfang sollte selbst für eine hochintelligente und begabte Schauspielerin, wie es Sharon Stone ist, schwer sein. Ihr Debüt gab sie 1978 in dem Kurzfilm Grease Live on Broadway, wo sie eines der Grease Models darstellte, dafür aber nicht in den Credits genannt wurde. Offiziell fing ihre Schauspielkarriere 1980 an, als sie in Woody Allens Stardust Memories für eine kleine Rolle gecastet wurde. 1982 hatte sie einen Gastauftritt in der Fernsehserie Silver Spoons. Zwei Jahre darauf war sie immerhin für zwei Folgen in Magnum zu Gast.

Sharon Stone

Der berühmteste Beinüberschlag der Filmgeschichte

Ihre erste Hauptrolle hatte sie in der Literaturverfilmung Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige (1985). Ihre Figur der Jesse nahm sie ebenso in der Fortsetzung Quatermain II – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt (1986) wahr. Diese Filme entstanden im Zuge des Erfolges der Indiana-Jones-Reihe, fielen aber bei den Zuschauern durch. In Police Academy 4 – Und jetzt geht’s rund (1987) hatte sie ebenfalls eine größere Rolle.

Zwei Jahre später kam es dann zu einem ihrer ersten SciFi-Ausflüge, als sie an der Seite von Martin Sheen und Christian Slater in Moon Trek mitwirkte. Ihre vielleicht größte Rolle hatte sie allerdings erst 1990, als sie in Paul Verhoevens Total Recall die angebliche Ehefrau von Arnold Schwarzeneggers Charakter Quaid darstellte.

Doch all diesen Filmen, all diesen Rollen war gemein, dass sie sie zwar relativ bekannt machten, sorgten aber nicht für den großen Durchbruch. Das geschah erst 1992, als sie in dem Erotikthriller Basic Instinct die Hauptrolle innehatte. Der Moment, wo sie die Beine übereinanderschlug und man sah, dass sie keine Unterhose anhatte, ist bis heute legendär. In jedem Fall sorgte dies dafür, dass die Schauspielerin mit einem Schlag berühmt und zu einem Sex-Symbol der 1990er wurde. Etwas, was sie mit dem Film Sliver (1993), in dem mit Kim Basinger ein weiteres Sex-Symbol mitspielte, noch ein mal bestätigte und vertiefte.

Ein mühsamer Neustart

Doch Sharon Stone bemühte sich ebenso, in anderen Rollen aufzutreten, wenn auch mit gemischten Ergebnissen. Sie konnte in The Last Action Hero (1993) erneut mit Arnold Schwarzenegger zusammenarbeiten und ein Jahr darauf mit Sylvester Stallone in The Specialist. Für letztgenannten Film „gewann“ sie einen Razzie in der Kategorie Worst Screen Couple und noch einen für ihre schauspielerische Leistung in Begegnungen.

Nicht, dass sich das irgendwie auf ihre Karriere auswirkte. Im Gegenteil: 1995 fing sie auch an, als Produzentin zu arbeiten, als sie den Western Schneller als der Tod mitproduzierte. Sie spielte die Hauptrolle, Gene Hackman, Russel Crowe und Leonardo DiCaprio die anderen Hauptcharaktere. 1998 wirkte sie schließlich zusammen mit Dustin Hoffman und Samuel L. Jackson in der Verfilmung von Michael Crichtons Roman Sphere mit. 1999 war sie gemeinsam mit Nick Nolte und Jeff Bridges Hauptdarstellerin in Simpatico.

Doch 2001 fand Sharon Stones Karriere eine jähe Pause. Die Schauspielerin wurde mit einer Subarachnoidalblutung im Gehirn ins Krankenhaus eingeliefert und musste sich eine Auszeit nehmen. Eine Phase, die sich auf ihren beruflichen Werdegang negativ auswirkte, weil sie nach ihrer Rückkehr Probleme hatte, wieder an frühere Erfolge und Kontakte anzuknöpfen.

Von schlechten und guten Filmen

2003 war das Jahr, wo sie erneut auf der Kinoleinwand begeistern konnte. Cold Creek Manor hieß der Film, doch so recht konnte er weder Kritiker noch Zuschauer überzeugen. Noch schlimmer sollte Catwoman aus dem Jahr 2004 sein, der von vielen als einer der schlimmsten Kinofilme aller Zeiten empfunden wird. Erst 2006 hatte sie einen Auftritt in einem Leinwandstreifen, der an frühere Glanzzeiten erinnerte. Das war Alpha Dog – Tödliche Freundschaften, wo sie mit Bruce Willis, Justin Timberlake und Anton Yelchin zusammenarbeiten konnte. Im gleichen Jahr kam dann die Fortsetzung zu Basic Instinct, Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell in die Kinos. Doch der Film blieb hinter den Erwartungen zurück.

Vielleicht war es aus diesem Grund, dass sie ab 2005 verstärkt als Produzentin tätig wurde. Einer der Filme, den sie mitproduzierte, war Wassup Rockers oder auch Das Jahr, in dem wir uns kennenlernten, wo sie und Lucy Liu Nebenrollen hatten. 2011 spielte sie in der nächsten Comicverfilmung mit, in Largo Winch II – Die Burma Verschwörung, der sogar passable Bewertungen erhielt. Eine eher ungewöhnliche Rolle hatte sie 2012, als sie für Raise My Hands ihre Hand zur Verfügung stellte.

2015 spielte sie in der Fernsehserie Agent X Natalie Macabee in allen zehn Episoden. Neun dieser Episoden produzierte sie als ausführende Produzentin übrigens mit. 2019 stellte sie in dem Dokumentarfilm Rolling Thunder Revue: A Bob Dylan Story by Martin Scorsese eine Schönheitskönigin dar und war 2020 für acht Folgen zu Gast in der Dramaserie Ratched. Zuletzt spielte sie unter anderem 2022 in Beauty mit und stellte sich in dem Musikvideo Rita Ora: You Only Love Me selbst dar.

Sharon Stone ist Buddhistin und wurde von Richard Gere zu diesem Glauben konvertiert, auch wenn sie selbst sagt, dass sie an Gott glaubt. Sie war von 1984 bis 1990 mit dem Fernsehproduzenten Michael Greenburg verheiratet. Ihre zweite Ehe war von 1998 bis 2004 mit dem ausführenden Redakteur der Zeitung San Francisco Examiner bzw. später dem San Francisco Chronicle Phil Bronstein. In dieser Zeit stellte sich heraus, dass sie auf Grund einer Autoimmunkrankheit keine Kinder haben kann, weshalb sie im Laufe der Jahre drei Kinder, drei Söhne, adoptiert hat. Sie ist sozial sehr engagiert und bemüht sich beispielsweise um Frieden in Israel und im Kampf gegen HIV/AIDS.

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Götz Piesbergen
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