Kurz vor Serienende zeigt die Serie nochmal, wie sie hätte sein können, wenn sie von Anfang an gut geführt worden wäre.
Es tut weh
John Paxton (Peter Weller) verkündet auf allen Kanälen das Ultimatum von Terra Prime. Entweder alle Aliens ziehen sich innerhalb von 24h aus dem Sonnensystem zurück. Oder aber er greift mit der übernommenen Phalanx bestimmte Ziele an. Und derweil es auf der Erde zu Protesten vor Alienbotschaften kommt, wagt die Crew der Enterprise ein riskantes Manöver.
Sie wollen sich auf den Mars schleichen, um dort Terra Prime auszuschalten. Das Unternehmen führt Jonathan Archer (Scott Bakula) persönlich, während Hoshi Sato (Linda Park) das Kommando über die Enterprise erhält. Derweil lernen Trip Tucker (Connor Trinneer) und T’Pol (Jolene Blalock) ihre gemeinsame Tochter kennen, während sie nach Möglichkeiten suchen, aus ihrer aktuellen Lage zu entkommen.
Es tut schon ein wenig weh. Terra Prime ist eine Episode, in der man wirklich sieht, welch Potenzial in der Star Trek – Enterprise-Serie gewesen wäre. Wo auch der Cast jede Menge Szenen erhält, in denen die jeweiligen Mitglieder glänzen können. Doch kommt dies zu spät. Denn mit der nächsten Folge ist die Reihe ja damals zu Ende gegangen.
Viele persönliche Momente
Vielleicht auch deshalb zieht diese Folge alle Register. Es gibt Drama, es gibt Spannung und es gibt Überraschungen. Action und persönliche Momente kommen ebenfalls vor, wobei Letzteren natürlich der Vorzug gegeben wird. Und von denen es jede Menge gibt.
Gemeint ist beispielsweise, wie T’Pol mit ihrer Tochter umgeht, von deren Existenz sie nie wusste. Wo man wirklich merkt, dass sie etwas für das Baby empfindet. Derweil sie gleichzeitig an ihrer Methode arbeitet, wie sie, Tucker und das Kind freikommen können.
Parallel dazu sieht man, wie Jonathan Archer wirklich alle Hebel in Bewegung setzt, um seine gefangenen Offiziere freizukriegen. Weshalb er Malcolm Reed wieder erlaubt, die Sektion 31 zu kontaktieren. Wo hier die Folge ein erstaunliches Selbstbewusstsein zeigt, in dem es den Kontaktmann der Geheimorganisation exakt diesen Umstand kommentieren lässt.
Jeder kommt zur Geltung
Doch am Ende ist es wieder Peter Weller, der allen die Show stiehlt. Die Momente, wo er John Frederick Paxton gibt, sind einfach nur grandios. Der Anführer von Terra Prime gibt sich siegessicher. Er weiß, dass er im Prinzip alle Karten in der Hand hat. Und selbst in den Momenten, wo er scheinbar unterlegen ist, beweist er, dass man ihn besser nicht unterschätzen sollte.
Wobei es auch zu einer Szene kommt, wo er zu Recht auf einen Widerspruch in seinem Leben hingewiesen wird. Hier wird der eine Moment aus der vorigen Folge wieder aufgegriffen, wo man gesehen hat, dass er sich, als er alleine war, auf ein Mittel förmlich gestürzt hat. Jetzt, in „Terra Prime“ erfährt man, was es damit auf sich hat. Und es lässt seine Figur wie einen Hypokriten wirken, der Wasser predigt, aber Wein trinkt.
Über weite Teile der Folge ist sie großartig. Weil wirklich jede Figur etwas zu tun kriegt. Sei es der lange Zeit sträflichst vernachlässigte Mayweather. Oder Hoshi Sato, die als temporärer Kommandant der Enterprise eine gute Arbeit macht.
Die Luft ist raus
Doch gegen Ende hin verliert die Episode die Luft. Zum einen, da Jonathan Archer die Koalition der Planeten wieder mit einer dramatischen Rede vorm Auseinanderbrechen rettet, weil die Politiker dies nicht machen können. Und zum anderen die Enthüllung, dass es einen Verräter an Bord der Enterprise gibt.
Und besonders hier schießt sich die Folge selbst ins Knie. Das Konzept eines Verräters hat durchaus etwas. Aber die Auflösung enttäuscht, da es sich um eine Figur handelt, von der man merkt, dass sie extra nur für diesen einen Moment auftritt. Dessen Ende dann auch ehrlich gesagt ziemlicher Bullshit ist.
Dennoch macht diese Folge vieles richtig. Es ist schade, dass dies erst jetzt geschieht, wo das Ende der Serie schon feststand. Wäre das früher geschehen, die Reihe hätte es sicherlich auf sieben Seasons schaffen können.
Informationen
Story: André Bormanis
Drehbuch: Manny Coto
Story, Drehbuch: Judith Reeves-Stevens, Garfield Reeves-Stevens
Regie: Marvin V. Rush
Showrunner: Manny Coto
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