Ein Friedensgeschenk entpuppt sich als eine Person, die Captain Jean-Luc Picard in erhebliche Nöte bringt.
Inhalt
Um einen lange andauernden Konflikt zwischen den Planeten Krios und Valt Minor zu beenden soll der kriosianische Botschafter Briam (Tim O’Connor) eine wunderschöne Metamorphin namens Kamala (Famke Janssen) an Alrik, den Herrscher von Valt Minor, als Friedensgeschenk überbringen. Diese hat emphatische Fähigkeiten, durch die sie sich perfekt auf die Wünsche und Bedürfnisse des Mannes, dem sie versprochen wurde, einstellen kann. Während der Reise mit der Enterprise wird sie von zwei Ferengi aus ihrer Erstarrung geweckt, was Captain Picard (Patrick Stewart) in eine sehr unangenehme Situation bringt, denn Kamala beginnt sofort, sich auf ihn einzustellen …
Rezension
Diese Episode startet mit einem leider nur allzu bekannten negativen Star Trek-Klischee: Die Ferengi versuchen, an schnellen Profit zu kommen, und richten dadurch immensen Schaden an. Doch nachdem Kamala von ihnen durch pure Ungeschicklichkeit aus ihrem Kokon befreit wird, beschreitet die Folge ungewöhnliche Wege. Kamala verdreht allen Männern, denen sie begegnet, sofort den Kopf, zuallererst Commander Riker, der seine ganze Willenskraft aufbringen muss, um ihr nicht zu verfallen, und der sich nach der Begegnung mit ihr erst einmal auf dem Holodeck Abkühlung verschaffen muss. Man will lieber gar nicht wissen mit was für einer Art Programm der gute Will dies tut.
Trotz der ein oder anderen komischen Einlage behandelt Eine hoffnungsvolle Romanze aber ein überaus ernstes Thema. Kamala ist letztlich nichts anderes als eine Sklavin, deren persönliche Bedürfnisse für niemanden von Bedeutung sind. Ihr einziger Lebenszweck besteht darin, sich ihren künftigen Mann, Alrik, unterzuordnen. Dies ist nichts anders als eine andere Form von Prostitution, was Dr. Crusher im Dialog mit Picard auch ganz direkt zur Sprache bringt.
Doch obwohl dieser ihr zustimmt, fällt es auch ihm äußerst schwer, Kamala zu widerstehen, denn diese lässt keine Gelegenheit aus, sich ihm anzubiedern, wodurch der Captain teilweise ungewohnt unbeholfen wirkt. Er ist mit der Situation sichtlich überfordert, zumal er es ja nicht gewohnt ist, dass eine fremde Frau ihm so direkte Avancen macht. Picard versucht alles, um sie davon zu überzeugen, dass ihre eigenen Wünsche mindestens ebenso wichtig sind wie ihre Mission, muss aber schließlich einsehen, dass Kamala das Opfer, sich mit einem Mann verheiraten zu lassen, der sich nicht wirklich für sie interessiert, bringen muss, um einen Krieg zu beenden. Gegen Ende der Folge entsteht interessanterweise der Eindruck, dass die beiden möglicherweise tatsächlich miteinander geschlafen haben könnten, ohne das dies explizit bestätigt wird.
So lässt die Folge den Zuschauer auch insgesamt etwas ratlos zurück. Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass sie nicht deutlich genug Stellung bezieht gegen die ethisch höchst fragwürdige Praxis, ein denkendes Individuum wie einen willenlosen Gegenstand zu verschenken. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass Kamala recht naiv und willensschwach dargestellt wird. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn am Ende eine salomonische Lösung gestanden hätte, die einerseits den Krieg beendet anderseits aber Kamala ihre Freiheit gelassen hätte.
Gespielt wird Kamala von der niederländischen Schauspielerin Famke Janssen, die später durch ihre Rolle ans Jean Gray – wieder an der Seite von Patrick Stewart – in den X-Men-Filmen bekannt wurde.
Info
Orignaltitel: The Perfect Mate
Staffel 2 – Folge 14
Regie: Cliff Bole
Story: Rene Echevarria & Reuben Leder
Buch: Reuben Leder & Michael Piller
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