Zum Abschluss der Serie wird der Zuschauer gemeinsam mit Picard auf eine Reise durch Raum und Zeit geschickt.
Inhalt
Captain Picard (Patrick Stewart) erlebt unglaubliches: Er scheint sich ohne ersichtlichen Grund vorwärts und rückwärts durch die Zeit zu bewegen. Mit einem Mal findet er sich 25 Jahre in der Zukunft als alter Mann auf seinem Weingut in Frankreich wieder nur um sich im nächsten Augenblick sieben Jahre in der Vergangenheit, auf seiner ersten Mission mit der damals noch neuen Enterprise zu befinden. Die Zeitsprünge erfolgen völlig willkürlich und es dauert eine Weile bis Picard entdeckt, dass niemand anders als Q (John de Lancie) dahinter steckt. Doch dieser will damit nicht seine üblichen Späße mit ihm treiben. Dieses Mal steht nicht weniger auf dem Spiel als das Überleben der Menschheit…
Rezension
Für eine so immens populäre Serie wie The Next Generation ein würdiges Finale zu schreiben ist nicht leicht. In Laufe ihrer siebenjährigen Laufzeit hat sie es nicht nur geschafft dem Star Trek Franchise einer Frischzellenkur zu unterziehen und eine ganz neue Generation von Fans herangezogen. Sie hat auch die Art wie Science-Fiction ganz generell im Fernsehen präsentiert wird nachhaltig verändert. Die beiden Autoren Ronald D. Moore und Brannon Braga haben die Herausforderung angenommen und mit Gestern, Heute, Morgen ein wirklich beachtliches Stück Fernsehen geschaffen, an dem sich die künftigen letzten Episoden der anderen Star Trek Serien messen lassen mussten.
Und die Messlatte lag wahrlich hoch: Es ist ihnen meisterhaft gelungen die komplizierte Story spannend und nachvollziehbar zu erzählen, ohne dass der Zuschauer den Überblick über die verschiedenen Zeitebenen verliert.
Zudem war es ein überaus cleverer Schachzug am Ende der Serie den Bogen zurück zu ihrem Anfang zu schlagen. Wir erinnern uns: Im Pilotfilm Mission Farpoint beschuldigt das allmächtige Wesen Q die Crew der Enterprise stellvertretend für die gesamte Menschheit zu weit in das Universum vorgedrungen zu sein. Er behauptet der Mensch sei eine ungewöhnlich wilde Rasse, welche nicht die nötige Reife für die Erforschung der Unermesslichkeit des Alls besitzt. In den vergangen sieben Jahren hat er die Reisen der Enterprise beobachtet und nun ein endgültiges Urteil über unsere Spezies gefällt.
Ein glänzend aufgelegter John de Lancie spielt den Q einmal mehr mit einer Mischung aus Selbstgerechtigkeit, Nonchalance und subtilen Humor. Die Chemie zwischen ihm und Patrick Stewart ist großartig und gibt der Folge einmal mehr eine besondere Würze.
Durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit werden beim Zuschauer außerdem starke Gefühle der Nostalgie geweckt. Wenn es ein Wiedersehen mit der verstorbenen Tasha Yar gibt oder die Brücke der Enterprise in ihrem Erscheinungsbild aus der ersten Staffel zu sehen ist, kommt man nicht umhin sich wehmütig an all die aufregenden Abenteuer zurück zu erinnern, die man vor dem Fernsehschirm gemeinsam mit der Crew miterlebt hat. Im Lauf der Jahre hat man fast schon ein Gefühl der Verbundenheit für sie entwickelt, so dass man jetzt nur ungern von ihnen Abschied nehmen möchte.
Durch den Blick in ihre Zukunft wird dies sogar noch verstärkt. Man sieht wie die Crew sich mit der Zeit auseinandergelebt hat, fast wie eine Familie, die sich zu lange nicht mehr gesehen hat, und sich nun erst wieder zusammenraufen muss um ihr letztes großes Abenteuer zu bestehen.
In diesem Zusammenhang muss auch lobend erwähnt werden, dass es in der Episode im Grunde keinen richtigen Antagonisten gibt. Zwar droht Q hier mit der Auslöschung der Menschheit, aber dies ist für ihn kein Selbstzweck. Wie immer ist Q nicht wirklich im engeren Sinne böse. Vielmehr versucht er Captain Picard, und damit die Menschen an sich, herauszufordern. Am Ende wird nämlich klar, dass es sein Ziel war seinen Verstand für die grenzenlosen Möglichkeiten des menschlichen Geistes zu öffnen. Auf eine überaus intelligente Weise haben die Autoren Moore und Braga hier, passend zum Finale, die Essenz von Star Trek auf den Punkt gebracht. Sowohl bei The Next Generation als auch bei allen anderen Serien des Franchises ging es stets darum das Bewusstsein von uns Zuschauern zu erweitern, indem man uns zum Nachdenken anregte und uns dazu motivierte unsere reale Umwelt mit anderen Augen zu sehen, denn unsere Fähigkeit über uns selbst hinauszuwachsen ist letztlich genauso grenzenlos wie das Universum selbst. Eben dies ist letztlich die alles verbindende Kernaussage aller Geschichten, welche die Autoren seit Bestehen von „Star Trek“ zu Papier gebracht wurden.
Wie es Captain Picard ganz am Ende der letzten Szene so treffend formuliert:
„Der Himmel ist das Limit.“
Info
Orignaltitel: All good Things
Staffel 7 – Folge 25, 26
Regie: Winrich Kolbe
Buch: Ronald D. Moore & Brannon Braga
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