Am Ende können die Konflikte dieser Folge nur auf eine echt typisch männliche Art gelöst werden.
Inhalt:
Commander Riker (Jonathan Frakes) bekommt das Angebot zum Captain der USS Ares befördert zu werden. Er fällt aus allen Wolken als ihm diese Nachricht von seinem Vater, Kyle (Mitchell Ryan), überbracht wird, den er seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Beiden haben kein gutes Verhältnis zueinander, da Riker ihm die Schuld am Tot seiner Mutter gibt. Kaum angekommen, gerät er auch sofort mit ihm aneinander. Worf (Michael Dorn) verhält sich unterdessen sehr gereizt gegenüber seinen Kameraden. Als Wesley (Wil Wheaton) den Grund dafür herausbekommt, will er ihm zusammen mit Geordi, Troi und Dr. Pulaski helfen…
Rezension:
Rikers Vater ist eine Episode, die uns lehrt das Männer sich wohl nie ändern. Während typische Science-Fiction Themen fast gar nicht zu finden sind, konzentriert man sich auf das toxische Verhältnis zwischen Will und Kyle Riker. Dieser ist so etwas wie eine Legende in der Sternenflotte, der praktisch jeden auf der Enterprise zu kennen scheint, einschließlich Dr. Pulaski, die er vor Jahren sogar beinahe geheiratet hätte. Sie hätten tatsächlich gut zusammengepasst, vor allem da sie schließlich beide über ein recht robustes Selbstbewusstsein verfügen. In Hinblick mit seinem Streit mit seinem Sohn fügt sich die Folge jedoch nicht so recht in den Star Trek Kanon ein, denn gemäß der Vorgabe von Gene Roddenberry hat sich der Mensch des 24. Jahrhunderts soweit entwickelt, dass er solche Differenzen hinter sich gelassen hat. Doch Kyle und Will sehen sich außerstande ein klärendes Gespräch unter Erwachsenen zu führen, um das Kriegsbeil zu begraben, obwohl genau das die ursprüngliche Intention dafür ist das Kyle persönlich auf die Enterprise kommt. Am Ende lösen sie ihre Probleme so auch auf die rustikale Art, in einem Anbo-jytsu Match, einem Kampfsport, der auf den Betrachter recht archaisch wirkt.
Star Trek wurde und wird ja oft vorgeworfen, dass es kaum zwischenmenschliche Differenzen zwischen den Hauptfiguren gibt, weswegen die Serien des Franchises für den Nicht-Fan etwas langweilig und schwer zugänglich sein mögen. Rikers Vater beweist jedoch, dass auch eine Folge, die sich um genau solche Konflikte dreht nicht automatisch besonders dramatisch ist. Das die beiden Männer sich aber erst im Kampf duellieren müssen, um reinen Tisch zu machen und die Aggressionen, die sie gegeneinander hegen abzureagieren zeigt, dass auch der Mensch der Zukunft seine Irrationalität noch nicht gänzlich überwunden hat – dies scheint vor allem für den männlichen Teil der Menschheit zu gelten. Das Verhalten von Kyle und Will ist bis zum Schluss alles andere als Vernünftig, was aber auch durchaus eine erfrischende Abwechslung zu Folgen darstellt, in denen Probleme auf sachliche Weise gelöst werden.
Der Handlungsstrang um Worf spiegelt die Haupthandlung wieder, denn auch der Klingone muss sich mit einem ungelösten Problem herumschlagen, welches seine Vergangenheit betrifft: Es ist der zehnte Jahrestag eines klingonischen Initiationsritus, den er eigentlich auf seiner Heimatwelt feiern müsste. Die Zeremonie, das seine Freunde schließlich auf dem Holodeck generieren erscheint ebenfalls wie ein urtümliches – und für Worf reichlich schmerzhaftes – Männlichkeitsritual, ganz ähnlich wie der Anbo-jytsu Kampf. Leider nimmt sich die Episode nicht die Zeit den Sinn solcher Rituale zu hinterfragen. Es mutet schon bezeichnend an, dass gerade die Männer selbst in dieser idealisierten Zukunft immer noch alten Rollenklischees anhaften und das Bedürfnis zu haben scheinen sich in gewalttätigen Spielchen beweisen zu müssen. Dies steht doch wie gesagt im entschiedenen Widerspruch zur Idee des Advanced Human!
Info
Orignaltitel: The Icarus Factor
Staffel 2 – Folge 14
Regie: Robert Iscove
Buch: David Assael & Robert L. McCullough
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