Im Gespräch mit Stargate-Project.de

Lesezeit circa: 9 Minuten

In einem kleinen Café in Ulm traf ich die beiden Chefredakteure von Stargate-Project.de, der größten deutschen Stargatewebsite.

Marco: Tek’ma’te ihr Zwei. Freut mich, dass wir dieses Interview führen können. Wollt ihr euch vielleicht einmal kurz unseren Lesern vorstellen?

Yvonne: Hallo Marco! Ich bin Yvonne, online besser bekannt als RodneysGirl, bin 28 Jahre alt und wohne im schönen Bayern.

Nicole: Hallo…. Mein Name ist Nicole. Ich bin 31 Jahre alt und bin in der Region Ulm angesiedelt – auf der bayerischen Seite natürlich!

Marco: Sehr nett. Nicole hat ja bereits den Andere-Galaxien-Artikel zu Stargate für uns geschrieben. Das weist ja schon auf unser Thema heute hin. Wie seid ihr zu Stargate gekommen?

Yvonne: Das fängt tatsächlich schon vor einigen Jahren an. Zunächst schaute man mal eine oder zwei Folgen im Fernsehen und dann besucht man ein kleines aber feines Event mit zwei Stargate-Darstellern in Deutschland und etwa ab da war es um mich geschehen und ich habe die Serie ab da ernsthaft verfolgt. Zum einen kann ich die Serien einfach immer wieder anschauen, da man mit Spannung, Humor, Action und einer ordentlichen Portion Sci-Fi aufwartet. Aber daneben gibt es natürlich noch ein stark ausgeprägtes Fandom, das es mir über die Jahre angetan hat.

Nicole: Irgendwann bin ich darüber gestolpert. Und kleben geblieben. Und da Stargate einfach etwas besonderes in der Serienlandschaft ist, bin ich daran eben intensiver kleben geblieben, als an anderen Serien.

Marco: Und wie genau habt ihr die Website stargate-project.de übernommen? Nicht jeder Fan betreibt ja mal eben eine Website.

Nicole: Ich hatte vorher schon an einer Star Wars-Fansite ab und an mitgeholfen und das hatte mir Spaß gemacht. Als ich dann mehr und mehr ins Stargate-Universum gerutscht bin, landete ich früher oder später bei Stargate-Project.de. Die Seite hatte laufend die aktuellsten News zur Serie und eine Community, in der man sich mit anderen austauschen konnte. Das war damals richtig cool – insbesondere da diese Region (zumindest damals) eher Sci-Fi-arm war. Als SG-P dann einen großen Mitarbeiteraufruf startete, hatte ich mich beworben. Das war irgendwann Ende 2005 herum, meine ich. Ich hatte mich vorgestellt und wurde genommen. Wenige Monate später folgte mir Yvonne ins Team und wir haben losgelegt – im Charakterguide. Schauspielerbiografien und Charakterdetails heruntertippen. Mit der Zeit schnupperten wir auch in andere Bereiche rein. Und irgendwann wurde das Team dann auch dünner. Als wir anfingen, waren das gut 20-25 Leute allein für die Hauptseite (also Forenadmins & -moderatoren nicht mitgezählt). Die Gründer der Seite waren inzwischen nicht mehr an Bord und andere hatten übernommen. Ich denke, ich spreche auch für Yvonne, wenn ich sage, wir wollen uns nicht unbedingt auf die Schulter klopfen, aber zu der Zeit versuchten wir die Seite mit News am Leben zu halten. Und irgendwann kam dann der Punkt, an dem es vom damaligen Besitzer hieß: Möchtet ihr nicht die Chefredaktion übernehmen? Und wiederum ein paar Jahre später bot er uns die Seite dann komplett an. Seitdem verwaltet sie unser Coder und wir leiten alles, was die Inhalte betrifft.

Marco: Interessant. Viel Neues gibt es ja aber leider nicht aus dem Stargate-Universum, oder?

Nicole: Das Interessante am Stargate-Universum ist, dass aktuell sehr viel Bewegung drin ist. Plötzlich scheinen viele alte Fans wieder aktiv zu werden. Neue (auch viele junge) Fans kommen dazu. So sehr über Stargate Origins gespöttelt wird, vielleicht hat das ja doch den einen oder anderen reaktiviert. Durch SGO wurde aber natürlich auch die offizielle Seite wieder aktiv. Hier gibt es leider (vielleicht durch die lange Abstinenz) immer wieder Nachfragen bzw. Zweifel, aber: Ja, Stargate Command ist die offizielle Adresse von MGM für Stargate. Offizieller geht es gar nicht. Meinen Trip nach Anaheim durfte ich als Mitglied des Stargate Superfan Panels antreten. Das stand nicht in Verbindung zu Stargate-Project.de. Für das Superfan Panel hat MGM 10 Leute ausgewählt, die in einem Panel während der Wondercon vorgestellt wurden, und was die (wir) so treiben, dazu gibt es in den nächsten Wochen definitiv mehr Infos. Aktuell darf ich dazu leider nichts sagen und so muss ich auch zu Anaheim selbst schweigen.

Yvonne: Aber ja, solche Aktionen von Seiten MGM lassen die Fangemeinde natürlich hoffen und vielleicht tut sich ja früher oder später doch noch etwas.

Marco: Schade, dass ihr nichts darüber erzählen dürft. Erzählt mir mal ein wenig aus eurem Fantum. Habt ihr eine große Sammlung an Merchandise und anderem Kram?

Yvonne: Merchandise-technisch würde ich das Stargate-Franchise als eher schwierig bezeichnen. Während man bei anderen Filmen und Serien förmlich überschüttet wird mit Merch, muss man bei Stargate schon etwas genauer schauen. Wir haben aktuell zahlreiche Romane, sammeln die neuen Comics – und suchen auch die alten zusammen – und jagen den Diamond Select Figuren hinterher. Außerdem haben wir die meisten Soundtracks und Hörbücher zur Serie. Aber dadurch, dass vieles nur kurze Zeit auf dem Markt war und das hauptsächlich über dem großen Teich, ist es heutzutage relativ schwierig zu erschwinglichen Preisen an die Stücke ranzukommen. Und dann erfährt man plötzlich auch noch, dass es Stargate-Christbaumschmuck und Wandteller gibt…

Nicole: Dem kann ich eigentlich nicht viel hinzufügen. Die Jagd nach Stargate-Merch ist wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen – nur kostet sie neben Nerven auch noch eine ganze Menge Euronen.

Stargate-Project.de
Quelle: Amazon

Marco: Es gibt Stargate-Christbaumschmuck? Und ich dachte, mein Enterprise-Pizzaschneider ist eine Kuriosität. Wie sieht es mit eurer Familie aus? Ihr zwei seid ja Geschwister, aber wie sieht der Rest der Familie eure Leidenschaft?

Nicole: Unsere Mum schaut fleißig mit (hat eigentlich sogar damit angefangen), unser Vater ist von Serien und Filmen nicht zu begeistern, geht aber leidenschaftlich gerne auf Stargate-Conventions.

Marco: Unter den SF-Fans sind die Frauen eher die Unterzahl. Was denkt ihr, rein aus dem Bauch heraus, woran liegt das und wie ist das Verhältnis männlich zu weiblich?

Nicole: Also gerade bei Stargate habe ich persönlich eher das Gefühl, dass das Fandom stark weiblich geprägt ist. Vor allem der aktive Part: Fan-Fiction-Schreiber, Convention-Gänger, Fanvideo-Künstler…

Yvonne: Ich denke, inzwischen ist es durchaus so, dass mehr Frauen zur Science-Fiction kommen. Aber wenn eine Serie oder ein Film eher Wert auf Technik und Action legt, spricht das vermutlich eher die männlichen Gucker an. Aber wie Nicole schon erwähnt, aktiv sind oftmals die Frauen 🙂

Marco: Ehrlich? Das ist komplett gegensätzlich zu meiner Wahrnehmung. Ich achte mal darauf. Es gibt Leute, die ihre Faszination auch auf andere Bereiche übertragen. Ich habe mal einen Legobauer vorgestellt, der Star Trek Modelle aus den kleinen Bausteinen baut. Was sind die besten Stargate-Fanprojekte, die ihr so kennt?

Nicole: Also beeindruckt bin ich immer wieder von Leuten, die versuchen, die Originalkostüme und -Props zu erhalten, da lohnt sich ein Blick zu Stargate Props Memorabilia. Früher hatten wir großartige 3D-Artists im Forum, aber der 3D-Hype scheint zumindest für Stargate vorerst vorüber zu sein. Und ein Blick zu Günthers Lichtschwert Werkstatt lohnt sich auch. Er hat das Gate gebaut, das es schließlich auch zum Deutschen Fernsehpreis geschafft hat. Aber es gibt natürlich eine ganze Bandbreite an coolen Projekten, egal, ob Cosplay, Kunstwerke oder Legobauten. Unser Coder baut gerade ein 1 Meter großes Stargate aus Lego (oder versucht es zumindest ^^ ). Dafür hätte ich mal keine Geduld.

Yvonne: Mich begeistert ein Projekt von einigen Schweizern/Franzosen. Eine kleine Gruppe hat sich hier vorgenommen, ein 1:1 Stargate nachzubauen. Ein Projekt für viele viele Jahre natürlich, aber die Resultate sehen schon sehr gut aus.

stargate-project.de
Yvonne und Nicole

Marco: Es gibt Leute, die bauen aus ihrem Auto ein Shuttle der Enterprise. Habt ihr neben Stargate auch noch andere Hobbys?

Yvonne: Zu viele, würde ich mal sagen! Eng mit Stargate bzw. Filme und Serien verbunden ist bei mir das Zeichnen und das erstellen von Fanvideos (sofern es die Zeit einmal zulässt!). Abgesehen davon bin ich seit 2012 in der 501st Legion, einem Star Wars Kostümclub, und nehme hier immer wieder an Events teil… aber davor muss natürlich erstmal das Kostüm zusammengebastelt werden. Ich versuche hier mit meinen Mitteln und Fähigkeiten doch möglichst viel selbst zusammenzubauen und zu nähen. Die restliche Zeit ist bei mir dann für’s Karate da oder eben auch für Conventions und andere Veranstaltungen.

Nicole: Filme und Serien haben es mir im Allgemeinen angetan, vor allem natürlich aus dem Sci-Fi-Genre – und neben Stargate ist meine zweite große Leidenschaft Star Wars. Mit meinen Kostümen bin ich dort auch bei der 501st registriert. Für Stargate gibt es soetwas leider nicht, aber auch da bin ich mit einigen Uniformen sowie der Ori-Soldate-Rüstung am Start. Außerdem betreibe ich neben Stargate-Project.de auch noch eine eigene kleine Sci-Fi-Newssite mit Blog namens Beyond the Show, die meist viel zu kurz kommt. Und die restliche Zeit geht für meine täglichen Workouts oder das Schreiben von ein paar Zeilen an meinem Roman drauf. Der wird vermutlich nie fertig 😀

Marco: Oh, das trifft sich ja bestens. Mit der German Garrison wollte ich auch noch reden. Dann sehen wir uns ja bald wieder. Ich bedanke mich für eure Zeit und dieses Interview. Tal’ma’te.

Nicole: Danke auch.

Yvonne: Auch von mir Danke!

Wenn euch der angesprochene Artikel gefallen hat und ihr generell ein Interesse an Stargate habt, dann ist die Website der Beiden sicherlich etwas für euch.

 

Marco Golüke

Marco ist Jahrgang 78 und mit Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Gründer, Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische. Nebenbei schreibt der Familienvater auch noch Kinder- und Kurzgeschichten.
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Marco ist Jahrgang 78 und mit Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Gründer, Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische. Nebenbei schreibt der Familienvater auch noch Kinder- und Kurzgeschichten.

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