[TAS 007] Das Superhirn

Lesezeit circa: 6 Minuten

In Das Superhirn soll Spocks Geist dem Plan eines Wissenschaftlers dienen, um in der gesamten Galaxie den Frieden herbeizuführen.

Handlung

Ein neuer Forschungsauftrag führt die Enterprise zum Planeten Phylos. Captain Kirk beamt mit Spock, McCoy und Sulu auf die Oberfläche. Kurz nach ihrer Ankunft treffen sie auf die Phylosier, intelligente Lebewesen auf pflanzlicher Basis. Sie entführen Spock und bringen ihn zu ihrem „Meister“, einem zwanzig Meter großen Klon des Wissenschaftlers Keniclius. Der versuchte einst auf der Erde eine Superrasse zu züchten, wurde vertrieben und lebt nun auf Phylos. Er benötigt Spocks Wissen, um einen alten Plan durchzuführen und der Galaxie Frieden zu bringen. Dafür will er einen ebenfalls 20 Meter großen Klon von Spock anfertigen und ihm den Geist des Originals übertragen. Soweit der Plan, der Original-Spock jedoch würde nach der Umsetzung sterben.

Kirk setzt daraufhin natürlich alles daran, Keniclius‘ Plan zu vereiteln und seinen ersten Offizier zu retten.

Als Kirk und sein Team auf Phylos eine Raumschiffflotte entdecken und der Anführer der Phylosier ihm verrät, dass der “Meister” in Spock den besten (unfreiwilligen) Unterstützer gefunden hat, wird klar, dass der Plan kriegerischer Natur sein wird.
Während zum einen Keniclius überzeugt werden muss, dass eine solche Friedensmission einfach nicht mehr notwendig ist, wird zum anderen an die Logik des riesenhaften Spock-Klons appelliert. Dieser erkennt schließlich, dass ein auf diese Weise erzwungener Frieden nicht mit den Überzeugungen des Original-Spocks vereinbar ist. Der Klon-Spock geht eine Gedankenverschmelzung mit seinem kleinen Original ein und gibt diesem seine Erinnerungen zurück. Keniclius hat inzwischen Zweifel an seinem Plan und trifft eine Entscheidung. Er und der Spock-Klon wollen auf Phylos bleiben und die phylosische Kultur neu aufbauen.

Tas 007 Das Superhirn

Rezension

Das Superhirn wartet mit Pflanzenwesen, Klonen und einem wahrhaft größenwahnsinnigen Plan auf.

Phylosier

Warum nicht mal Aliens auf gänzlicher anderer Basis als sonst? Die Phylosianer sind quasi intelligente Pflanzen, wie McCoy in der Folge bemerkt. Phylosier sind zwar friedfertig, wie sie sagen, gleichzeitig aber xenophob im Sinne von „Furcht vor Fremden“. Eine von Keniclius eingeschleppte Krankheit vernichtete sie einst fast völlig, wobei die Sporenzellen der Phylosier komplett zerstört worden sind. Der Wissenschaftler selbst tat alles, um die restlichen Phylosier zu retten, woraufhin diese ihn zu ihrem „Meister“ machten und nun zum Dank seinen Plan unterstützen, mittels einer Superrasse der Galaxie den Frieden quasi aufzuzwingen. Passt das eigentlich zusammen? Angst vor Fremden und doch bei der Rettung der Galaxie dabei sein, die doch voller Fremder ist? Ich würde sagen: tendenziell ja. Die Furcht der Phylosier führt nicht zu Aggressivität. Sie können damit leben, dass außerhalb ihres eigenen Planeten alles voller fremder Geschöpfe und Dinge ist. Solange die nicht ihren Planeten betreten, ist wohl alles in Ordnung. Dabei scheinen die Phylosier Fremden gegenüber nicht gänzlich unaufgeschlossen. Zum einen retten sie den vergifteten Sulu, zum anderen besitzen sie einen sogenannten Vocoder, welcher ihnen die Kommunikation mit Nicht-Phylosiern ermöglicht. Darüber hinaus geht es bei Keniclius’ Plan ja darum, den Frieden herzustellen und das ist den Phylosiern sympathisch. Frieden bedeutet auf jeden Fall Sicherheit vor Invasoren. Mögliche Besucher könnten die Phylosier einfach diplomatisch abwehren und auf diese Weise weiter unter sich bleiben.

Keniclius

Dr. Stavos Keniclius stammt von der Erde aus der Zeit der Eugenischen Kriege in den 1990er Jahren. Das kommt bekannt vor und führt zu niemand anderen als Khan Noonien Singh, der in Der schlafende Tiger bereits Gast auf der Enterprise gewesen war. Khan gehörte einer genetisch verbesserten Gruppe von Menschen an, den sogenannten Augments. Die Augments hatten Ende des 20. Jahrhunderts dank ihrer übermenschlichen Fähigkeiten die Erde regelrecht übernommen und unter sich aufgeteilt. Khan selbst sprach während seines Aufenthaltes auf der Enterprise davon, ein König gewesen zu sein. Er herrschte über ein Viertel der Erde, seine Mitstreiter über vierzig weitere Staaten. Doch dann brachen die Eugenischen Kriege aus, was schließlich dazu führte, dass Manipulationen an menschlicher DNA unter Strafe verboten wurden.

Keniclius wurde wegen seiner genetischen Experimente zur Erschaffung einer menschlichen Herrenrasse von der Erde verbannt. Auf Phylos brachte er versehentlich den Bewohnern den Tod, rettete den Rest und führte anschließend seine Suche nach der Herrenrasse fort. Zur Sicherung des galaktischen Friedens eine übermächtige Rasse zu erschaffen, stößt bei mir auf Unverständnis. Die Augments haben einst die Erde unterjocht, das zeigt, dass Macht irgendwann immer missbraucht wird. Mit Keniclius‘ neuer Rasse würde sicher das gleiche passieren. Selbst wenn die meisten tatsächlich friedliche Absichten hätten, mindestens einer wäre immer dabei, der nach der Herrschaft greifen würde und von da wäre es, wie die Eugenischen Kriege ja gezeigt haben, nicht mehr weit zum Vernichtungskrieg. Mit genügend Charisma ist es auch ein Leichtes, ausreichend Gefolgschaft um sich zu scharen.
Der Plan des Wissenschaftlers ist sowieso von vornherein sehr fraglich, stellt sich doch heraus, dass seine Friedensmission nichts anderes ist, als ein neuer Krieg. Dass er dazu ausgerechnet Spock-Klone einsetzen will, ist schon ein arges Unding, da gerade die Vulkanier berühmt für ihre Philosophie des Friedens sind.

Tas 007 Das Superhirn

Fazit

Insgesamt ist Das Superhirn eine schöne Science-Fiction-Story: eine fremde Welt, Pflanzen-Aliens und vulkanische Fähigkeiten. Dazu ein kleiner Hinweis auf die berühmten Eugenischen Kriege, welche hin und wieder in Star Trek zur Sprache kommen. Gleichzeitig passt das Thema von Krieg und Frieden, sowie Moral und Gewissen perfekt zu Star Trek.

Funfacts

  • Die Folge wurde von Walter Koenig geschrieben, der sich, obwohl sein Charakter „Chekov“ in The Animated Series gar nicht auftaucht, trotzdem ein kleines Denkmal setzt: Die Pflanze, die Sulu vergiftet, heißt Retlaw (Walter, rückwärts gelesen)
  • Auch Das Superhirn wurde 1976 in einer stark geschnittenen Variante in Deutschland erstausgestrahlt, 1994 erneut synchronisiert und 2016 in der 94er Fassung erstmals im deutschen Free-TV ausgestrahlt.

Der deutsche Titel Das Superhirn klingt mir persönlich ein wenig zu albern, selbst wenn hier ein Superhirn einen Plan austüftelte, an dem ein weiteres Superhirn beteiligt werden soll. The Infinite Vulcan hört sich etwas poetischer an und bezieht sich auf die Möglichkeit, Spock durch Klonen unendlich vervielfältigen zu können.


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Kirsten Pevestorf
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